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Helloween, Gamma Ray, Axxis im Konzert (Oberhausen 2008)

Pünktlich um 19:00 Uhr enterten Axxis die Bühne zu dem Intro „Voices Of Destiny“. Die Band wurde auf der Tour von Ana Mladinovici unterstützt, ihres Zeichens Sängerin der rumänischen Band Magica. So gerieten der Opener „Doom Of Destiny“ zu einem mehr als gelungenen Einstieg, zumal sich die Vocals der Dame sehr gut an die Songs anpassten. Sänger Bernhardt Weiß zeigte sich in absoluter Superlaune und erzählte dem Publikum erstmal, wie sehr er sich freut, wieder in NRW zu sein, nachdem man zuvor im Ausland (Karlsruhe / Tuttlingen) gezockt hatte.

 

Die Band haut einen Hit nach dem anderen ins Publikum und erntete zurecht für einen Opener großen Applaus. Ob nun „Tales Of Glory Island“, „Little War“ oder auch „Take My Hand“, kein Song verfehlte die Wirkung. Man merkte der Band ihre geradezu explodierende Spielfreude an, welche wohl auch durch den neuen exzellenten Gitarristen Marco Wriedt entfacht wurde. Sänger Bernhardt peitschte das Publikum immer wieder an, Gas zu geben, sein permanentes mit den Armen herumschlagen wirkt zwar teilweise etwas seltsam, vermittelt aber einiges an Power und ist sein persönlicher Stil. Spätestens mit „Bloodangel“ hatte es die Band geschafft und das Publikum applaudierte bis in die hintersten Reihen.

 

„Angel Of Death“, „Living In A World“ und das tolle „Little Look Back“ sorgen für weitere Temperaturerhöhungen beim Publikum. Bei „Little Look Back“ gelang der Mitsingpart ohne Größeres Zutun, denn das Publikum ist in Feierlaune. Da man leider nur eine beschränkte Spielzeit hatte, verzichtete man auf das übliche von der Bühne gehen und fragte das Publikum lediglich, ob es noch einen hören will. Dankend angenommen, ging die Band nochmal mit „Kingdom Of The Night“ in die Vollen.

 

Ich muss zugeben, dass ich die Band live schlechter in Erinnerung hatte und auch das Album „Paradise In Flames“ mich nicht vom Sockel gehauen hat, aber Axxis sind zurück, und ich bin fast gewillt zu sagen, besser denn je.

 

Setlist Axxis:

 

Doom Of Destiny

Tales Of Glory Island

Little War

Take My Hand

Blood Angel

Angel Of Death

Living In A World..

Take A Look Back

Kingdom Of The Night

 

 

Dann wurde es Zeit für die Band, die mich albumtechnisch letztes Jahr am meisten beeindruckt hat, zumindest, was dieses Billing angeht: Gamma Ray. Nach dem Intro „Welcome“ ging man mit „Into The Storm“ direkt in die Vollen und das Publikum legte nochmal eine Schippe drauf. Mastermind Kai Hansen fragte auch zugleich, ob man Party machen wolle, obwohl man morgen arbeiten müsste und die Reaktionen waren eindeutig, man wollte feiern.

 

Man haute bevorzugt neuere Kracher durch die PA. „From The Ashes“ und „Empress“ wurden gebührend abgefeiert und die Band spielte sich schon fast in einen Rausch. Noch mehr Spielfreude und einzelne Musiker wären wahrscheinlich geplatzt. Die ersten Sprechchöre „Gamma Ray, Gamma Ray“ ertönten Das Publikum wurde immer lauter und Kai hatte seine Freude daran. „Valley Of The Kings“ wurde von „Rebellion In Dreamland“ gefolgt und wusste das Publikum bei bester Laune zu halten. Logisch, dass da dann bei „Heavy Metal Universe“ der obligatorische Mitsingteil nicht fehlen durfte. Das Publikum dankte es mit grandioser Lautstärke und wurde dann von Kai abgestraft: „Ihr seid auch für jeden Scheiß zu haben“, nur um das mit Augenzwinkern Ausgesprochene dann aber mit den Worten: „Fett, geil!“ zu relativieren. Allerdings fand das Publikum den Spruch, dass es fast wie bei Tokyo Hotel wäre, nicht sonderlich lustig und es gab einige Unmutsäußerungen. Um dem zu entgehen, sprang Kai ins nächste Fettnäpfchen: „Ich meine vom Altersdurchschnitt.“ „Wir lieben Euch wie 14. Ihr wollt doch alle jünger sein.“

 

Ja, und weiter ging`s mit „Heavy Metal Universe“ und das Publikum stand zu 100 % hinter der Band. Die „Gamma Ray“ Sprechchöre wurden von der ersten bis in die letzte Reihe angestimmt und Kai`s Grinsen ist breiter als sein Kopf. Aber dann will Kai laut seiner Worte etwas Ernsteres machen und stimmt „Ride The Sky“ aus Helloween Zeiten an. Tausend Kehlen singen Strophe für Strophe mit, wenn die Halle nicht so gut belüftet wäre, hätten wohl Hundertschaften von Sanitätern Alarmstufe Rot gegeben.

 

Klar, dass Kai`s Frage, ob man noch was schnelles hören will, sofort abgejubelt wurde und „Somewhere Out In Space“ abgefeuert wurde. Jawohl, Gamma Ray sind zur Zeit stärker als je zuvor. Es hat der Band sichtlich gut getan, sich auf alte Zeiten zu besinnen und wieder, nennen wir es mal fröhlichere Stücke zu schreiben. Als die Band dann verschwand, waren die Zugaberufe natürlich Pflichtprogramm. Schade, dass die Band dann nur zu einem Stück („Send Me A Sign“) zurück auf die Bühne kam.

 

Eigentlich hatte es ja im Vorfeld Gerüchte gegeben, Helloween und Gamma Ray würden Headlinershows, was die Zeitbegrenzung angeht, spielen. Leider war dem nicht so und man musste auf Granaten wie „Heaven Can Wait“ verzichten. Schade, aber man kann nur hoffen, dass die Band noch eine eigene Headliner Tour nachreicht und dann noch ein knappes Stündchen Spielzeit draufpackt.

 

 

Setlist Gamma Ray:

 

Welcome

Into The Storm

New World Order

Fight

From The Ashes

Empress

Valley Of The Kings

Rebellion In Dreamland

Heavy Metal Universe

Ride The Sky

Somewhere Out In Space

Send Me A Sign

 

Dann wurde es Zeit für den Headliner: Helloween. Ich war schon sehr gespannt, die Band mal wieder live zu sehen, gerade auch, weil das letztjährige Livealbum richtig stark war, das nachfolgende Studioalbum aber wieder deutlich weniger Freude bei mir entfachen konnte. Mit „Halloween“ wurde der Set stilecht eröffnet und dadurch, dass es sich hierbei ja nicht gerade um einen kurzen Song handelt, konnte man im Fotograben auch ein wenig mehr der Musik lauschen als in Eile nur Fotos zu schießen. „Sole Survivor“ und „March Of Time“ sorgten dafür, dass das Publikum nach der langen Umbaupause wieder richtig in Stimmung kam. Andi Deris ist ein guter Unterhalter, wenn es um Publikumsfragen geht.

 

Nach „As Long As I Fall“ kam dann der für Helloween übliche Comedypart des Abends. Dani Löble`s exzellentes Drumsolo wurde dadurch unterbrochen, dass es ein Zwergentheater gab. Dies erinnerte mich irgendwie sehr stark an Otto Waalke´s Vater Abraham Verhohnepiepelung des Schlumpfliedes. Dani trommelte gekonnt „Smoke On The Water“ auf seinem Drumkit und die drei Zwerge zockten den Song und sangen heliumgeschwängert den Text. Das traf nicht unbedingt mein Komikzentrum, wurde dann aber auch dank des verbleibenden fünften Helloween Mitgliedes per Todesstrafe beendet.

 

Also konnte man sich endlich wieder auf das Best Of Programm stürzen und kräftig weiter feiern. „As Long As I Fall“ und „A Tale That Wasn`t Right“ puschten das Publikum immer mehr. Toll, mit welcher Spiellaune die Band hier zu Werke ging, wo sie sich ja auf der letztjährigen DVD noch ein wenig über die deutschen Fans beschwerten. Nach „King For A Thousand Years“ gab es dann auch verdientermaßen die ersten richtig lauten „Happy Happy Halloween“ Sprechchöre.

 

Das Ganze wurde dann natürlich noch vom Song „Eagle Fly Free“ getoppt, welcher inbrünstig vom Publikum mitgesungen wurde. Wer aber hier den großen Mitsingsolopart des Publikums erwartete, sah sich gezwungen, bis zum nächsten Song „Ringing The Bells Of The 7 Hells“ zu warten. Jawohl, die Band war richtig stark an diesem Abend und hatte richtig Spaß in den Backen, was auch dadurch dokumentiert wurde, dass Andi von sich gab, dass die deutsche Sprache nicht so toll sei, denn es hört sich doch blöd an, wenn man fragt „Wollt Ihr fliegen“, oder? Klar, dass darauf „If I Could Fly“ folgte.

 

Mr. Deris hatte wohl schon die ersten erschöpften Fans gesichtet und kommentierte das wie folgt: „ 2 geile Bands an einem Abend, könnt Ihr noch, sonst holen wir den Dr.!“ Klar, dass man noch konnte und trotzdem den Dr. hören wollte. „Dr. Stein“ ist wohl auf immer und ewig nicht mehr aus der Setlist zu denken. Der ohrenbetäubende Lärm des Publikums zeigt dies auf jedem Konzert immer wieder. Danach war dann erstmal Schluss.

 

Logisch, dass das Publikum mehr wollte und dass alle wussten, dass die Band wiederkommt. Nur deshalb war es wohl doch relativ ruhig, warum sollte man sich auch verausgaben, wenn man weiß, dass es gleich weiter geht. Und die Band kam mit einem tollen Medley zurück. Andi, nun in eine rote Glitzerjacke gewandet, führte gekonnt durch „I Can“, „Perfect Gentleman“, „Power“ und dem immer wieder gern gehörten „Keeper Of The Seven Keys“.

 

Und dann kam es zur Wiedervereinigung: Die Jungs von Gamma Ray enterten die Bühne und man zockte mit allen Gitarren die Evergreens „Future World“ und „I Want Out“. Ein Geschenk des Himmels, wie auch die meisten Fans dachten. Selten hat man Helloween mit Kai Hansen derart freudig und entspannt zocken sehen. Schön, dass man sich wieder lieb hat. Alle Musiker grinsten über alle zur Verfügung stehenden Backen und hinterließen ein absolut begeistertes Publikum.

 

 

 

Setlist Helloween:

 

Halloween

Sole Survivor

March Of Time

As Long As I Fall

A Tale That Wasn`t Right

King For A Thousand Years

Eagle Fly Free

Ringing The Bells Of The 7 Hells

If I Could Fly

Dr. Stein

Medley (I Can / Perfect Gentleman / Power / Keeper Of The Seven Keys)

Future World

I Want Out

 

Fazit: Eine richtig tolle Tour hat man da auf die Beine gestellt. Selbst der Opener Axxis hat richtig abgeräumt und alle Bands bestachen nur so durch Spielfreude. Wenn man etwas kritisieren will, dann höchstens, dass Gamma Ray noch ein wenig länger hätten spielen können. Man kann nur hoffen, dass sich ein derartiges Spektakel nochmal wiederholen wird. Wer die Band auch nur ein bisschen mag und diese Tour verpasst hat, der hat wirklich etwas verpasst. Gamma Ray sind so stark wie nie zuvor und Helloween sind live wieder auf dem Weg nach oben. Danke an alle drei Bands für diese erinnerungswürdigen Abend.

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