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Harasai im Interview (Juli 2013)

"Teuflische Horde" oder nur psychotische Machtübernahme?

Interviewpartner Martin

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Im Schmelztiegel Ruhrpott, nicht nur das Zuhause der Melodic Deather Harasai, sondern auch die Heimat vom Evil Horde Metalfest, der tradtionellen, aber nicht bewussten Zeche Carl, dem noch immer fetten Hotspot metallischer Großtaten, da kommen sie also her und liefern auf ihrer zweiten Full-Length-Scheibe „Psychotic Kingdom“ eine Qualitätssteigerung ab, dass man sich wegen der deutlichen Weiterentwicklung und der gestiegenen Experimentierfreudigkeit schon verwundert die Lauschlappen reiben darf. Frontmann Martin nimmt sich auch dieses Mal viel Zeit und lädt ins heimische Domizil ein.

The-Pit.de: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu einem äußerst gelungenen Album, die Pressekritiken lesen sich ja prächtig. Wir haben aber schon letztes Jahr im Frühjahr über das Album gesprochen. Warum hat sich der Release so weit verzögert?

Martin: Wir haben im Dezember 2011 angefangen das Album aufzunehmen. Das ging dann erst mit den Schlagzeugaufnahmen los, die dann auch schon Anfang 2012 im Kasten waren. Dann tauchten einige Terminschwierigkeiten mit dem Produzenten auf, wir haben ja mit Seeb von Orden Ogan aufgenommen. Dummerweise fielen die Aufnahmen von unserem Album in die Phase, wo er das Winternachtstraum Festival gemacht hatte, dazu hatte er auch die Ordan Ogan-Platte produziert, ein Prozess, der parallel ablief. Die beiden Platten wurden auch ungefähr zeitgleich fertig, beide wurden auch von Dennis Köhne gemastert, das dauerte halt ein bisschen. Das war aber jetzt nicht nur diesen Terminschwierigkeiten geschuldet, sondern unser Gitarrist steckte mitten im Abitur, Bassist Arne war an der Uni sehr stark eingebunden, da kamen dann viele Prüfungen zusammen, ich selbst hatte auch einen neuen Job angefangen, dann kam noch das Evil Horde Metalfest 2012 dazwischen, was drei bis vier Monate Zeit an Organisation verbraucht hat, so waren dann die Aufnahmen des Albums ein relativ kleinschrittiger Prozess. Wir wollten die Produktion jetzt auch nicht überstürzen, uns hat das jetzt auch eigentlich nicht weiter gestört oder beeinträchtigt, dass alles „unter einem schlechten Stern“ stand. Wir wollten halt mit dem zweiten Album auch wirklich einen Schritt nach vorne machen und das in allen Bereichen. Also Songwriting, als auch Produktion, der Soun. Wir wollten es halt besser machen als beim ersten Mal, weswegen wir uns dann auch wirklich Zeit gelassen haben. Wenn wir ein bisschen hartnäckiger an die Sache rangegangen wären, dann hätte die Platte auch schon Mitte oder Herbst 2012 kommen können, aber uns war halt die Qualität des Endprodukts einfach wichtiger als der Zeitpunkt zu dem es rauskommt. Viele Leute sagen dann ja: „Oh, das geht ja gar nicht, das eine Band sich zwischen zwei Alben drei Jahre Zeit lässt, die sind dann zu lange weg aus dem öffentlichen Fenster“. Uns hat es aber soweit nicht gestört, da war tatsächlich die Qualität am Ende entscheidender. Ich denke, die Mission ist soweit eigentlich geglückt.

The-Pit.de: Unser letztes Interview ist ja jetzt auch schon drei Jahre her. Seitdem hat sich personaltechnisch einiges verändert. Stell doch bitte alle neuen mal vor.

Martin: Beim Dave, der auf dem ersten Album den Bass eingespielt hat, war schon vor dem Album klar, dass er nicht längerfristig bei der Band bleiben würde. Jetzt hatte er schon drei Jahre bei uns gespielt, da sind wir auch freundschaftlich mit umgegangen und haben ihm gesagt, dass wir auch wollen, dass er auf dem Album mitspielt. Die erste Platte ist einfach das Ergebnis der ersten drei, vier Jahre unserer Bandhistorie, wenn man so möchte. Von daher war das auch nur fair. Der Arne war aber schon vorher dabei, der hat ja auch schon mitgeprobt. Wir haben die Übergangszeit genutzt, den Arne nach und nach immer mehr an unsere Songs und unseren Stil zu gewöhnen, weil er den Bass tatsächlich erst gelernt hat, als er bei uns eingestiegen ist. Er hatte zwar vorher schon ein bisschen Bass in einer Rockband gespielt, die er auch noch nebenbei macht, aber die wesentlich Spielskills am Bass mussten erst noch erlernt werden. Da haben wir ihn sukzessive und kleinschrittig in die richtige Richtung gebracht, das hat auch alles super funktioniert. Wir kannten ihn ja auch schon vorher, wir sind mit ihm zur Schule gegangen, da war es dann wie ein natürlicher Schritt, dass wir einmal zusammen auch Musik machen werden. Mit der Gitarre war es halt ein bisschen anders. Der Hendrik (jetzt Words Of Farewell) ist Ende 2010 ausgestiegen nach einer Show in der Schweiz, wo wir mit Vader und Norther gespielt haben. Er war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich motiviert, hat seinen Musikgeschmack auch in eine andere Richtung verändert und hatte auch wohl ein bisschen die Schnauze voll, was aber auch okay war. Da ist auch kein böses Blut geflossen, manchmal ist es halt so, dass sich Interessen verschieben. Er ist dann halt ausgestiegen, was für uns zu der Zeit insofern problematisch war, dass wir im Verlauf des Jahres relativ viele Shows hatten, so zum Beispiel auf dem Dong Open Air oder in Peine eine Show mit Tankard. Wir brauchten halt schnell Ersatz, da sind wir im erweiterten Bekanntenkreis fündig geworden in Form von Dennis Baron (Final Depravity), der dann bei uns erstmal als Aushilfe gespielt hat, weil er auch Bock auf die Mucke hatte. Er hatte auch fix unsere Sachen gelernt, es war alles super, er ist dann auch tatsächlich fest eingestiegen. Allerdings hat sich dann gerade zu der Zeit, als wir ins Studio gegangen sind, herauskristallisiert, dass es da ein paar Terminschwierigkeiten gibt, mehrere Full-Time-Bands unter einen Hut zu bringen. Da war es dann eine rationale Entscheidung, von beiden Seiten aus zu sagen, dass wir als Harasai uns anderweitig umsehen. Er hätte auch weiterhin bei uns ausgeholfen, wir wollten aber eher eine feste und dauerhafte Lösung. Wir sind dann auf den Patrick gestoßen, weil er sich bei uns beworben hat. Er hat sich bei uns gemeldet, war von Anfang an engagiert, hat sich total ins Zeug gehangen und wollte es wirklich unbedingt machen. Mittlerweile bringt er eine Menge Input, da sind wir echt total froh, dass wir ihn gefunden haben, weil er auch das ist, was wir gesucht haben. Das war dann die optimale Lösung. Er mochte unsere Musik, andere Leute, die bei uns spielten, hatten musikalisch andere Steckenpferde. Jemanden zu finden, der genau die Art von Musik mag, die leider momentan nicht besonders populär ist, ist dann schon echt ein Glücksgriff (leider scheint sich das Blatt dann doch gewendet zu haben, denn schon kurze Zeit später sind Harasai mit einem neuen Gitarristen unterwegs, was aber noch von der Band unkommentiert bleibt; Anm. d. Red.).

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