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Gun Barrel im Interview (Mai 2014)

„…wir haben uns irgendwie Respekt verschafft…“

The-Pit.de: Mit den Releases seid ihr mittlerweile im Zwei-Jahres-Rhythmus angekommen. Ihr arbeitet ja auch schon an neuen Songs. Ist denn 2016 mit einem neuen Album zu rechnen?

Rolf: Mit Sicherheit. Ich habe schon einiges an Material, Toni ist auch schon fleißig. Patrick hat auch bereits einen Song zur „Damage Dancer“ beigesteuert. Ich denke mal, dass es ihm viel Spaß gemacht hat, zumal es auch nach Gun Barrel klingt. Das wird jetzt zügig weitergehen. Wir wollen dann auch schon schnell mit der Vorproduktion beginnen, die Gerüste überprüfen, ob es was ist. Ich habe da auch eine blaue Tonne, wo die ganzen unerledigten Sachen landen...

Toni: …ich sage mal: All das, was in den vierzehn Jahren es nicht geschafft hat, verewigt zu werden. Da gibt es so eine Mülltonne…

Rolf: …das ist meine…

Toni: …da kann man mal herumkramen, wenn man verzweifelt (jetzt mit dramatischer Stimme) ist, wenn wir mal nicht weiterkommen. Dann macht Rolf meistens den Deckel auf, wir dann alle: „Oh nein, mach schnell wieder zu…“

Rolf: …wenn ich den Deckel aufmache, dann haben wir als nächstes Album eine Doppel-CD…

The-Pit.de: Manchmal könnte man meinen, dass ihr so den letzten Sprung nach oben nicht gemacht habt. Ist es nicht manchmal frustrierend, dass weniger talentierte Bands euch links überholen?

Rolf: Für mich ist das frustrierend. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Toni: Für mich auch, aber trotzdem machen wir weiter, einfach weil wir Spaß dran haben. Ich sage mir immer: Wir sind keine 20 mehr, wir sind nicht das Ideal für die MetallerInnen…

The-Pit.de: …dafür seid ihr zu rockig…

Toni: …vielleicht nicht attraktiv genug. Wir sind nicht die Backstreet Boys im Metal, da gibt es andere. Vielleicht machen wir auch nicht die Art von Musik, die sich die meisten Leute erhoffen. Oder vielleicht, weil uns viele in die Schublade mit Motörhead und Saxon reindrücken, dass wir dann für die Leute schon wieder uninteressant sind. Ich weiß es nicht. Wir machen es aus Überzeugung, weil wir Spaß dran haben, und ich habe immer gesagt, dass, wenn wir mal wirklich ein richtig schlechtes Album machen, wo die Leute nur Daumen runter zeigen und alles kacke ist, dass es dann an der Zeit ist, dass wir das Ganze sein lassen...

Rolf: …ich würde dann sagen: Das nächste Album wird einfach fett…

Toni: …ich würde erst ein halbes Jahr Pause machen. Nein, es ist immer eine Bauchsituation. Natürlich ist das manchmal richtig ärgerlich, wenn da eine Band, die es seit drei Jahren gibt, schon auf dicken Festivals spielen kann oder eine Doppelseite bekommt. Da muss man aber auch immer berücksichtigen, dass die ein ganz anderes Rückgrat als wir haben, sei es seitens der Plattenfirma wegen eines ganz anderen Budgets. Da muss man dann ganz einfach sagen, so traurig das auch ist, dass man mit viel Geld auch eine Scheißnummer vermarkten kann. Du musst halt nur die richtigen Leute ansprechen, beeinflussen, die das dann praktisch über den Äther laufen lassen. Wenn die Leute das andauernd hören, dann gehen die das Dingen auch kaufen. Man kann es nicht jedem recht machen, dafür gibt es viel zu viele Bands, die anders klingen. Überleg mal die Marktschwemme an Bands, was da jeden Monat hinzukommt. Wir sind jetzt schon lange dabei, normalerweise müssten wir jetzt schon den nächsten Schritt gemacht haben. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die, weil wir nicht von der Musik leben müssen und berufstätig sind, dann sagen: „Die brauchen das nicht, die sind versorgt.“

Rolf: Wir haben uns irgendwie Respekt verschafft bei anderen Leuten, das stimmt nun mal. Da sind wir auch stolz drauf. Live funktioniert die Band wie geschmiert. Trotzdem wünschten wir uns zack nach oben. Wer wünscht sich das nicht? Aber es geht weiter.

The-Pit.de: Gun Barrel und die Voice Kids. Was könnt ihr da noch berichten?

Rolf: Das war lustig. Ich habe einen Anruf bekommen und hatte das auch erst falsch verstanden. Ich dachte erst an „The Voice Of Germany“. Wir haben uns dann angeguckt, was das ist. Der Vater von dem Kind war ein Fan von uns, der hatte das auch in die Wege geleitet. Seine Tochter hatte sich das gewünscht, die kam eine Runde weiter. Wir haben dann bei denen im Wohnzimmer gespielt, im dritten Stock, das war ein lustiger Tag. Die waren natürlich aus dem Häuschen.

Toni: Das war eine Überraschungsparty, die hatte an dem Tag Geburtstag und ahnte von nichts. Die haben sich voll die Mühe gegeben, alles hintenrum an dem Kind vorbeizuplanen. Dann ging die Tür auf, das Mädel kam rein, guckte, sah das Schlagzeug und hatte auf einmal Tränen in den Augen. Wir legten dann direkt los.

The-Pit.de: Möchtet ihr zum heutigen Abschied den The-Pit.de-Leserinnen noch etwas mitgeben?

Rolf: Ich hoffe, dass bei euch auch die CD super ankommt, dass wir uns über den Weg laufen und wir in die Oberliga kommen.

Toni: Ich sage einfach nur: Metal ist für alle da.

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