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Gun Barrel im Interview (Februar 2017)

„Wir kommen doch noch aus einer Zeit, wo Bands Bands waren“

The-Pit.de: Thomas, du bis ja jetzt empfohlen worden. Wie ist der Einstieg für dich abgelaufen?

Thomas: Für mich was das ein Glücksfall, weil bei meiner anderen Band Nokta, die ja auch schon seit siebzehn, achtzehn Jahren mit mir existiert, nicht mehr viel läuft. Ich brauche das aber einfach, ich muss singen, ich muss Musik machen, sonst fehlt mir einfach was. Ich war sehr froh darüber, dass das Angebot kam. Man hat mir zwei Songs zugeschickt, die ich mir angehört habe und versucht, sie drauf zu schaffen, habe dann vorgesungen und dann knapp eine oder eineinhalb Wochen auf das Ergebnis der Band gewartet. Ich war für mich in meinem Kopf jedenfalls relativ sicher, dass es mir Spaß machen würde. Die Jungs haben dann ja gesagt und für mich war das ein Glücksfall, nicht nur dass ich wieder zum Singen gekommen bin und regelmäßig probe, sondern es ist auch Musik, die mir Spaß macht. Das ist das wichtigste. Das ist nichts, was man herunterleiert. Ich hab ja auch schon andere Songs gemacht, da singt man irgendetwas, hat aber kein Gefühl dabei, das macht man nur für die Kohle oder für den Zweck. Das ist aber nicht mein Ding, ich will da schon selber etwas bei rüberbringen.

The-Pit.de: Jetzt hast du ja schon mitbekommen, wie ich kurz die Entwicklung deines Vorgängers skizzierte. Hast du dir da schon ein Konzept ausgedacht oder willst du durch dich selbst überzeugen?

Thomas: Das Konzept ist eigentlich ein ganz einfaches. Erstens habe ich eine sehr gute und jahrelange Bühnenerfahrung, ich habe echt viele Gigs gespielt, ich mache mir aber gar keine Gedanken darüber, in welche Fußstapfen ich trete, weil das der falsche Weg ist. Man kann niemanden ersetzen, niemanden kopieren in der Art und Weise, wie er das selber war. Das geht nicht, man ist immer jemand anderes. Ich möchte auch ich selber sein. Ich singe alte Songs von Gun Barrel vielleicht ähnlich, aber eben doch anders. Das ist auch mein Anspruch. Ich versuche nicht, irgendwie den Patrick zu kopieren oder zu übertreffen. Er ist ein anderer Typ als ich und das ist auch gut so, sonst wäre es in der Musik sehr viel langweiliger als es eh schon ist. Man muss halt irgendwie seinen eigenen Stil haben. Deswegen mache ich mir darüber gar keine Gedanken. Sicherlich weiß ich, dass es gute und schlechte Kritiken geben wird, an meiner Person oder auch an meinem Auftreten, aber das ist normal und gehört dazu. Wenn man die hat, kann man damit arbeiten. Sonst gibt es da eigentlich kein großes Konzept. Ich bin wie ich bin und mache mein Ding, will mit den Jungs Spaß haben und alles andere ist in den Augen und Ohren der Leute, wenn sie damit klar kommen.

The-Pit.de: Mit Heiwi „Doc“ Esser seid ihr jetzt sogar mit zwei Klampfern unterwegs. Wolltest du einfach die Möglichkeit haben, dich auch ein bisschen zurücknehmen zu können oder werden die Fans jetzt auch mit der vollen Gitarrenwand überfahren?

Rolf: Zurücknehmen will ich mich auf keinen Fall. Der Heiwi ist eine Ergänzung, alles wird fetter. Ich weiß nicht, wie ihr das gleich seht, aber das ist halt etwas Neues. Gun Barrel im neuen Gewand. Die Songs bleiben unverändert, knallen weiterhin so wie sie das bisher auch schon gemacht haben und er gibt seinen Teil noch dazu. Das klingt in meinen Ohren sehr gut. Man merkt sofort, dass gerade beim Solo die Wand bleibt.

The-Pit.de: Heiwi, wie ist das für dich? Du hattest ja den neuen Sänger empfohlen, gehörst somit ja schon länger in den Gun Barrel-Dunstkreis....

Heiwi: ...nein, eigentlich gar nicht. Wir kennen uns nur aus dem Studio, weil wir einmal überlegt hatten, zusammenzuarbeiten. Ich mache mit dem Thomas halt schon lange Musik und weil unsere Projekte zu dem Zeitpunkt brach lagen und ich finde, dass Thomas einfach eine geile Stimme hat, da habe ich ihn eben blind empfohlen. Ich wusste, die machen Mucke, die er gut tragen kann. Das war die Idee dahinter. Als sie dann damit kamen, ob ich nicht Bock hätte, die zweite Gitarre zu spielen, da habe ich zuerst gedacht, dass sie sich erst einmal jemand Junges suchen sollen, der viel Zeit mitbringt. Wir haben es probiert, ich finde die Musik geil, für mich ist es etwas ganz Neues. Normalerweise bin ich in den Bands ja immer der Songwriter und in dem Fall muss ich mir den ganzen Kram heraushören und bin da halt mal der Neue. Deswegen ist das auch alles sauspannend, aber es macht eben auch Sauspaß. Es soll ja auch nicht so sein, dass ich quasi nur das fünfte Bandmitglied bin, sondern ich soll ja auch etwas ergänzen. Ich hoffe, das schaffen wir, das wird sich zeigen. Ich geh davon aus.

The-Pit.de: Die letzte Platte „Damage Dancer“ ist von 2014. Laufen die Arbeiten an neuen Songs schon und wird es eine Full-Length geben oder erst einmal ein EP-Testballon?

Heiwi: Man muss ja realistisch sein... alle sind wir berufstätig und haben wenig Zeit. Unsere Idee war es tatsächlich, erst einmal eine 4-Track-EP zu machen, die auch digital in den Verkauf zu bringen, einfach auch, um ein Exempel zu starten und zu zeigen: Hey, Gun Barrel sind wieder da. Da wäre es natürlich superschön, wenn wir für die zweite Jahreshälfte, und ich drücke mich bewusst im Konjunktiv aus, dann einen Longplayer hätten. Wir sind aber dran, stellen ja auch live schon zwei neue Nummern vor, haben mehrere quasi im Off. Es wird eine spannende Geschichte werden. Ich finde beide Nummern saugeil.

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