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Gun Barrel im Interview (Februar 2017)

„Wir kommen doch noch aus einer Zeit, wo Bands Bands waren“

Wenn wir von The-Pit.de schon beim Konzert vor Ort sind und bei Gun Barrel so lange Funkstille bestand, dann gibt es eigentlich keinen Grund mehr, gleich einmal Gitarrist Rolf vor das Mikro zu zerren – dass dann aber plötzlich alle beisammen sitzen, macht die Sache noch ein bisschen runder.

The-Pit.de: Etwas ungewöhnlich zu Beginn, aber ich fasse einfach mal das Jahr 2016 vorher schon in Kurzform zusammen: Hat schwungvoll angefangen, dann kam der Nackenschlag und endet wieder mit neuem Schwung... würdet ihr so zustimmen?

Rolf: Ja. Das letzte Jahr war superbeschissen, das schlechteste Jahr, was wir in der ganzen Bandgeschichte hatten, mit Krankheit usw. Wir haben uns nach der langen Pause wieder zusammengerauft, wir hatten ja auch nie vor, Schluss zu machen. Es war einfach nur eine Zwangspause... und dann mussten neue Leute her. Das ging dann eigentlich ruckzuck.

The-Pit.de: Die Tour im Frühjahr musstet ihr absagen... was war passiert?

Rolf: Das ist es einfach drunter und drüber gegangen. Da ist einer mit dem Geld durchgebrannt, was die Bands als Supportgeld bezahlt haben. Ich weiß das auch gar nicht mehr, irgendeine Agentur ist mit dem Geld abgehauen. Das war Riesenkacke. Wir konnten das dann nicht mehr finanzieren und hatten die Tour halt absagen müssen. Für die ganzen Bands war das scheiße. Da ist einfach alles schief gegangen.

Tom: Da war nur einer happy, der, der die Kohle hatte.

The-Pit.de: Im Sommer ist dann Patrick Sühl ausgestiegen, der ja jetzt auch immerhin fünf Jahre dabei war und sich, zumindest nach meiner Wahrnehmung, dabei auch zu einem richtigen Frontmann entwickelt hat. Dazu hat er ja auch nicht unwesentlich die beiden Scheiben „Brace For Impact“ und „Damage Dancer“ geprägt. Was kannst du da zum Split sagen?

Rolf: Das ist ganz einfach zu erklären. Patrick lebt von der Musik, er hat ja mehrere Bands am Start, so Coverbands, und konnte dann sehr schwer unsere Termine einhalten. Auf Dauer wäre das nicht mehr gut gegangen. Da mussten wir dann leider den Schritt gehen und uns trennen.

The-Pit.de: Wenn man das Ganze auf Facebook mitverfolgt hat, war Thomas schnell mit an Bord, wie ein fliegender Wechsel. War der Thomas der einzige Kandidat oder wie habt ihr ihn gefunden?

Rolf: Ich habe einfach einen alten Bekannten, Heiwi, angerufen und ihn gefragt, ob er einen Sänger kennt. Wie aus der Pistole geschossen meinte er „Ja klar, hast du was zu schreiben, der heißt Thomale“, gleich die Handynummer dazu. Ich habe ihn dann angerufen, er sagte, dass er mal zur Probe komme. Das ist er dann auch, es hat sofort gefunkt. Und weil Heiwi so nett war und uns den Sänger vermittelte, haben wir ihn gleich auch eingebaut.

Thomas: ...das war doch zur Strafe...

The-Pit.de: Ah, eine Strafe. Aber gerade Sängerposten waren doch in der Gun Barrel-Zeit immer ein etwas heikles Thema gewesen...

Rolf: ...ja richtig, da haben wir uns mittlerweile dran gewöhnt. Spaß beiseite... du kannst doch so etwas nicht an die Wand fahren, denn als es geklappt hatte, war es einfach nur supergeil.

The-Pit.de: Ist doch prima, wenn die Chemie in einer Band stimmt. Chris von Motorjesus ist der Auffassung, dass die Chemie 70 Prozent eines Bandgefüges ausmachen. Würdest du das auch so unterschreiben?

Rolf: Natürlich, aber hundertprozentig. Wenn die Chemie nicht stimmt, kannst du dir alles in die Haare schmieren. Da hat er recht. Da kannst du viel mit Verträgen regeln, dann ist der eine mit seiner Garderobe getrennt, der andere kommt dann mit seinem eigenen Auto, dass ist doch läppsch (Kölscher Slang für „läppisch“ oder „blödsinnig, unnötig“; Anm. d. Verf.). Wir kommen doch noch aus einer Zeit, wo Bands Bands waren. Ich habe da immer großen Wert drauf gelegt. Heute sind das häufig nur noch Projekte. Da spielt der eine bei der und bei der und auch bei der Band, da kannst du dir heute doch kein Bild mehr von der Band machen. Du hast eine Band im Hirn und heute ist eher „Bäumchen wechsel dich“ angesagt. So sehe ich das jedenfalls.

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