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Gojira im Interview (Oktober 2013)

Auch Death-Metaller können weinen

Gibt auf der Bühne immer alles: Frontmann Joe Duplantier

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The-Pit.de: In Frankreich gibt es seit einigen Jahren eine reichhaltige Black-Metal-Szene. Da ihr selbst aus Frankreich kommt: Verfolgst du das bzw. hörst du überhaupt Black Metal?

Mario: Nicht wirklich. Ich weiß zwar, dass es da eine große Szene gibt und würde auch gerne mal etwas hören, aber es hat sich noch nicht ergeben. Hast du ein paar Namen parat?

The-Pit.de: Zum Beispiel Deathspell Omega, die zwischen unglaublicher Raserei auch mal ruhige Stellen mit einer Art gregorianischem Gesang platzieren, oder Glorior Belli, die neben Black-Metal- auch Blues-Einflüsse am Start haben.

Mario: Interessant, die werde ich mir bestimmt mal zu Gemüte führen.

The-Pit.de: Da die Themen Spiritualismus und Natur die Hauptrollen bei euch spielen: Handelt es sich bei „L’Enfant Sauvage“ um ein Konzeptalbum bzw. waren eure früheren Outputs Konzeptwerke?

Mario: Unsere dritte Scheibe „From Mars To Sirius“ war ein tatsächliches Konzeptalbum, aber das letzte nicht wirklich. Wie erwähnt, schreibt Joe alle Lyrics und hält dabei bestimmte Momente seines Lebens fest. Auf jedem Album kann man diese Gedanken verfolgen, wie Selbstreflexion; „L’Enfant Sauvage“ ist eine neue Reflexion, die er zu dieser Zeit, in diesem Moment hatte. Ich denke, das ist sehr interessant – wenn man meinen Bruder kennt und die Alben verfolgt, kann man geradezu ausmachen, was er gerade in seinem Leben erlebt, und dieses Album entstand zu einer Zeit, als er in seinem Inneren sozusagen wieder die Verbindung mit seinem „wilden Kind“ suchte. Also frisch bleiben, lebendig bleiben, frei bleiben. Denn manchmal stehen wir mit der Band unter Druck und im Leben steht man beispielsweise wegen des Jobs unter Druck, und wegen solcher Dinge wollten wir mit Gojira zu der Zeit eine Art Selbstbeobachtung betreiben.

The-Pit.de: Apropos Jobs: Habt ihr eigentlich noch „normale“ Jobs oder könnt ihr von der Musik leben?

Mario: Ich lebe bereits seit zehn Jahren von der Musik und es ist großartig.

The-Pit.de: Wow, das ist wirklich schon erstaunlich lange. Was waren für dich die besten Alben in diesem Jahr bislang?

Mario: Hm… die neue von James Blake, einem Typen aus dem Vereinigten Königreich. Das ist kein Metal, der macht Elektro-Mucke; oder auch die neue Deftones, eines meiner Lieblingsalben derzeit – natürlich ebenfalls kein Metal.

The-Pit.de: Und hast du auch eine Lieblingsscheibe von euch selbst oder ist es stets die aktuelle?

Mario: Nein, ich denke, „From Mars To Sirius“ ist mein Favorit – es ist am intensivsten und hat irgendwie etwas ganz Spezielles an sich. Doch auch wenn es mein liebstes Album ist; wenn ich es mir heute anhöre, klingt es trotzdem vielleicht ein bisschen naiv. Manchmal denke ich dann: Ja, es ist schon ein gutes Album und mein Favorit, aber zur selben Zeit… hm, jetzt bin ich mir doch nicht mehr sicher, ob es mein Favorit ist (lacht)… Aber es gibt eben auch auf dem aktuellen einige Songs, die ich zu meinen liebsten Gojira-Songs überhaupt zähle, wie den Titeltrack oder die erwähnten „Mouth Of Kala“ oder „Born In Winter“.

The-Pit.de: Für mich ist ja „From Mars To Sirius“ auch euer bestes. Songs wie „World To Come“ mit diesem coolen Riffing oder „Global Warming“ mit den Tappings.

Mario: Oh ja, „Global Warming“ ist sehr emotional und wirklich ein schöner Song. Manchmal weine ich, wenn ich ihn höre.

Ein gutes Schlusswort, das zeigt, dass sich die Jungs von Gojira nicht zu schade sind, ihre Gefühle offen zu benennen und das verdeutlicht, mit welch intensiver Musik wir es zu tun haben. Jeder, der noch kein Gojira-Album im Schrank stehen hat, sollte dies spätestens jetzt umgehend ändern und sich bei seinem Händler des Vertrauens am besten gleich mit allen Scheiben der Franzosen eindecken.

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