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Godslave im Interview (Juli 2011)

"Trash that thrash that doesn’t thrash!"

The-Pit.de: Mit Thrash Metal habt ihr euch eine Spielart ausgesucht, die sehr viel praktiziert wird.

Bernie: Ja schon, ab und an wird uns auch angekreidet, dass wir dem Thrash Metal keine neuen Impulse bringen und so weiter. Das ist aber gar nicht die Absicht von Godslave. Außerdem: Was war denn in den Neunzigern, als die großen Bands versucht haben den Thrash Metal weiterzuentwickeln? Es gab doch eine Enttäuschung nach der anderen. Viele Bands haben sich in der Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Thrash-Metal-Fans wollen Thrash Metal hören und nicht irgendeinen neuentwickelten Mist. Godslave machen Thrash Metal, nur Thrash Metal.

The-Pit.de: Vom Thrash Metal der Neunziger zurück in die aktuelle Zeit. Wie empfindest du momentan die deutsche Metalszene?

Bernie: Die deutsche Szene ist eine der besten der Welt. Hier gibt es sehr viele gute Bands. In Deutschland war die Szene auch nie tot. Viele bekannte Bands haben schon erzählt, dass sie nur durch die deutschen Fans die Neunziger überleben konnten.

The-Pit.de: Da ist was Wahres dran, obwohl dieses Jahrzehnt auch hier nicht zu den besten für den Metal zählte. Nun mal zurück ins Jetzt: Fließen aktuelle Geschehnisse in die Musik von Godslave ein?

Bernie: Ich persönlich lasse mich von solchen Ereignissen nicht beeinflussen. Meine Texte handeln zu neunzig Prozent von persönlichen Erlebnissen. Ich baue das dann so um, dass keiner direkt versteht, was ich meine. Wenn man allerdings den Song „Scholar Eclipse“ heranzieht, dann gibt es natürlich Bezüge zu aktuellen Geschehnissen. Der Text handelt ja von der Amoklaufproblematik. Der Textschreiber hat hier natürlich Bezug zu Realität genommen. Aber auch da wird kein direktes Ereignis verarbeitet. Es geht eher um die allgemeine Problematik. Ich persönlich höre gerne Musik, bei der mir nicht auch noch vorgeleiert wird, wie schlecht doch die Welt ist.

The-Pit.de: Gehen wir mal weg von Weltansichten und –geschehnissen. Mich würde interessieren wer euer Album produziert hat und wo es aufgenommen wurde.

Bernie: Produziert hat die Scheibe unser Haus- und Hofproduzent Phil Hillen vom SU2 Studio in Illingen. Mit ihm arbeiten wir jetzt seit „Out Of The Ashes“ zusammen. Über die Jahre haben wir sehr viel gemeinsam an unserem Sound gefeilt. Er wusste am besten, wie wir zu dem Sound finden, den wir suchten, und ich kann mir nicht vorstellen mit jemand anderem zu arbeiten.

The-Pit.de: Wie gefällt Dir der Klang des neuen Rundlings?

Bernie: Das ist jetzt das erste Mal, dass ich auch Monate nachdem ich die finale Version gehört habe, immer noch voll zufrieden bin. Das passiert nicht so oft. Und das stört mich auch ein wenig, weil ich jetzt keinen Punkt habe, von dem man bei den nächsten Aufnahmen sagen kann: „Das war das letzte Mal nicht gut, lasst uns zuerst daran arbeiten“. Am wichtigsten finde ich als Gitarrist natürlich den Gitarrensound. Auf den haben wir auch sehr viel Wert gelegt und ich denke, dass er auf „Into The Black“ auch richtig gut geworden ist. Dabei haben wir praktisch keine Elektronik verwendet; die Gitarren klingen nur durch den Amp, das war’s. Damit erhält man immer noch die allerbesten Ergebnisse. Wichtig war auch, dass wir die richtige Mischung zwischen einem natürlichen Sound und einer modernen Produktion finden. Denn natürlich wurde die Scheibe modern produziert, sie sollte aber nach richtig fettem Metal klingen und nicht nach Cubase.

The-Pit.de: Ihr habt zu „Uncut, Unseen, Unrated“ ein recht cooles Video gedreht. Wo wurde das denn gefilmt und wer hat das gute Stück denn produziert?

Bernie: Auch für die Videoproduktionen vertrauen wir immer derselben Person. Johannes Belach, der Mann, der hinter dem Video steckt, hat Design studiert und hat für uns schon andere Videoarbeiten gemacht. Auch zwei Shirtdesigns stammen von ihm. Auch hier gilt: Wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit und möchten die Zusammenarbeit so lange wie möglich fortsetzen. „Uncut, Unseen, Unrated“ ist ja eine Ansammlung von Zitaten aus Horrorfilmen, also lag die Überlegung nahe, einen Horrorfilm so umzuschneiden, dass er zum Song passt. Da es aber mit den Filmrechten nicht so einfach ist, mussten wir einen Filmemacher finden, der uns seinen Film nutzen lässt. Glücklicherweise haben wir hier in Deutschland eine recht gute Horror-Indepedentszene und wir konnten einen Olaf-Ittenbach-Film für das Video verwenden. Durch diese Möglichkeit ist unsere Wahl recht schnell auf "Garden Of Love" gefallen, weil ich den Film selbst gut finde. Die Bandszenen wurden in einem alten Kino gedreht und Johannes hat dann alles zusammengefügt. Entstanden ist ein Video in zwei Versionen, dabei ist der Director`s Cut Version die definitiv Gorigere. Alle heftigen Szenen aus dem Film wurden im Video untergebracht.

The-Pit.de: Auf eurer Myspace-Seite war zu lesen, dass ihr heuer auch ein paar Festivals spielen werdet. Macht es für dich einen Unterschied, ob Ihr einen Clubgig oder einen Festivalauftritt spielt?

Bernie: Das macht auf jeden Fall einen Unterschied. Ich freu mich zwar auf jeden Gig gleich, aber bei Festivals ist es ja schon etwas anderes, weil in der Regel die Bühnen größer sind und die Technik besser ist. Dafür ist bei den Clubgigs in der Regel die Atmosphäre besser. Und wenn dann richtig was abgeht, dann machen die Clubgigs auch mehr Spaß. Beides hat seinen Reiz und seine Vorteile.

The-Pit.de: Bernie, The-Pit.de bedankt sich für deine Zeit. Möchtest du unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Bernie: Trash that thrash that doesn’t thrash!

Dem bleibt nichts hinzuzufügen. Man darf auf die Tour von Godslave gespannt sein.

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