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Godslave im Interview (Juli 2011)

"Trash that thrash that doesn’t thrash!"

Mit ihrem Album „Into The Black“ haben die Speed-Thrasher Godslave ein überaus beeindruckendes Werk abgeliefert, das die Musikwelt zwar nicht revolutionieren, aber für viele verspannte Nackenmuskeln sorgen wird. Um herauszufinden, was die Band antreibt und was die Jungs gerade sonst noch alles vorhaben, holte sich The-Pit.de Gitarrist Bernie an den Fernsprecher um einmal ausgiebig über Musik, persönliche Einstellungen und das Schaffen als Künstler zu sprechen. Als wir bei Bernie durchklingeln, erwartet dieser den Anruf schon und nach einer kurzen Begrüßung und ein paar obligatorischen Floskeln entwickelt sich auch schon das Gespräch.

The-Pit.de: Hi Bernie! Schön, dass du etwas Zeit für uns gefunden hast. Euer Album „Into The Black“ ist inzwischen veröffentlicht. Lass doch mal hören wie ihr die Reaktionen auf die Scheibe empfindet.

Bernie: Mit Ausnahme eines einzigen Reviews sind die Reaktionen durchweg sehr positiv ausgefallen. Wir haben bei den Bewertungen fast nur gut bis sehr gut abgeschnitten. Davon waren wir selbst ziemlich überwältigt. Natürlich hatten wir gehofft, dass unsere Musik gut ankommt; dass die Reaktionen dann aber dermaßen gut ausfallen, hat keiner erwartet.

The-Pit.de: Der Albumtitel der neuen Scheibe kann vielfach gedeutet werden. Handelt es sich bei „Into The Black“ um ein Konzeptalbum?

Bernie: Also grundsätzlich behandeln wir sehr verschiedene Themen. Ich persönlich höre zwar schon ganz gerne mal das eine oder andere Konzeptalbum, aber als Musiker möchte ich mich nicht so einengen lassen, da man sich ja im Zweifelsfall auch einmal etwas von der Seele schreiben möchte, was dann im dümmsten Fall einfach nicht ins Konzept passen würde, obwohl es ein guter Text oder Song wäre. Außerdem läuft das Songwriting bei uns immer so, dass zuerst der Song steht und dann der Text geschrieben wird. Die umgekehrte Reihenfolge geht fast immer schief. Deshalb erhalten wir uns gerne die Freiheit, Texte zu schreiben, die uns gerade einfallen. Der Text zu „Uncut, Unseen, Unrated“ wurde zum Beispiel von unserem Gitarristen Michael Meyer aus Horrorfilmzitaten entwickelt, weil er ein großer Horrorfan ist. Ich selbst schreibe eher verschachtelte, kryptische Sachen. So wie „Into The Black“ zum Beispiel. Das einzige, was du bei Godslave nie hören wirst, sind politische Aussagen. Politik hat in der Musik meiner Meinung nach nichts verloren. Natürlich ist hier die Abgrenzung immer etwas schwierig, denn manchmal werden sozialkritische Aussagen auch schon als politisch empfunden. Unser Song „Scholar Eclipse“ handelt beispielsweise von einem Amoklauf. Den Text dazu kann man je nach Ansicht als sozialkritisch betrachten oder auch als politisch. Oft kann man die Grenze nicht so genau ziehen. Bei Texten mit eindeutigen politischen Aussagen, egal welcher Couleur, würde die gesamte Band aber streiken.

The-Pit.de: Plant ihr mit der neuen Scheibe auf Tour zu gehen?

Bernie: Lustigerweise stellst du diese Frage genau zum richtigen Zeitpunkt. Noch vor kurzer Zeit hätte ich dazu nicht viel bis gar nichts sagen können. Es wird eine Tour geben. Und zwar werden wir gemeinsam mit Hatred die Straßen unsicher machen. Die Tour wird im Oktober und November stattfinden. Momentan sind wir noch schwer am planen um alles unter einen Hut zu bekommen, bald wird es dazu aber mehr geben.

The-Pit.de: Live knallen eure Songs bestimmt noch mehr, als auf Plastik. Thrash Metal kickt von der Bühne nun mal erst richtig.

Bernie: Ja, wir fühlen uns auch auf der Bühne zu Hause. Es macht schon auch Spaß Musik aufzunehmen und zu arrangieren. Aber der eigentliche Grund, warum man das alles macht, ist doch immer, dass man damit auf die Bühne kann. Live zu spielen ist für Godslave das Allerwichtigste.

The-Pit.de: Dem bleibt nichts hinzuzufügen. Aber vielleicht kannst du was hinzufügen. Und zwar zum CD Titel. Viele werden aus „Into The Black“ nicht sonderlich schlau werden. Gibt es eine besondere Geschichte, wie es zu dem Namen kam?

Bernie: Eigentlich gibt es zwei Geschichten dazu. Die erste bezieht sich auf unser Maskottchen, den Horst, der auf jedem Albumcover eine andere Situation durchlebt. Auf unserem ersten Album „Bound By Chains“ war er beispielsweise in Ketten gelegt. Nun, auf „Into The Black“ wird er von dieser schwarzen Masse eingefangen und ins Dunkel gezogen. „Into The Black“ eben. Die zweite Geschichte ist etwas einfacher. Wie wir ja schon besprochen hatten, machen wir keine Konzeptsachen. Und der Titel entstand durch einen Song der dann den Text und Titel „Into The Black“ verliehen bekam. Danach wurde dann das Cover von unserem Coverdesigner aus Schweden gefertigt.

The-Pit.de: Wer steckt denn hinter den Zeichnungen für eure Scheiben?

Bernie: Der Künstler heißt Jim Swanberg und kommt, wie gesagt, aus Schweden. Er macht viel für Videospiele und wir sind auf ihn gestoßen als wir nach einem Cover für das „Bound By Chains“-Album gesucht haben. Im Nachhinein waren wir mit dem Cover dann so zufrieden, dass wir die Zusammenarbeit mit Jim fortsetzen wollten. Und diese Zusammenarbeit hält bis heute an. Viele große Bands haben eine Art Maskotchen: Iron Maiden haben ihren Eddie, Destruction haben den Mad Butcher und so weiter. Warum sollten also nicht auch wir unsere eigene Titelfigur haben? Seit dieser Überlegung arbeiten wir fest mit Jim zusammen und sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit.

The-Pit.de: Solch ein Maskottchen erhöht ja auch den Wiedererkennungswert einer Band.

Bernie: Absolut. Das werden wir auch nicht mehr ändern. Die Fans wissen dann sofort, dass eine CD von Godslave ist, bevor sie überhaupt den Schriftzug gesehen haben.

The-Pit.de: Bestimmte Namen großartiger Bands sind gerade bereits gefallen. Hast du als Musiker, oder auch privat, noch Vorbilder?

Bernie: Also musikalische Vorbilder gibt es eigentlich immer. Jeder, der etwas anderes behauptet, flunkert. Wenn man jahrelang die eine oder die andere Musik hört, dann wird man von dieser auch beeinflusst. Diesem Einfluss kann sich auch niemand entziehen. Ich fühle mich aber nicht direkt von der einen oder anderen Band inspiriert. Vielmehr hat mich der Thrash Metal an sich geprägt. Dabei ist es egal, ob der aus Deutschland oder aus der Bay Area kommt.

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