Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Firewind im Interview (Mai 2020)

Wie mit einer Ex-Freundin

The-Pit.de: Du hast ja auch bei Ozzy Osbourne gespielt, wo ebenfalls großartige Gitarristen vor dir gespielt haben wie Randy Rhoads, Jake E. Lee und Zakk Wylde…

Gus: Absolut.

The-Pit.de: Das muss doch damals unglaublich gewesen sein, als die Anfrage kam, ob du in Ozzys Band spielen möchtest.

Gus: Auf jeden Fall, das war total verrückt, Mann! (lacht) Das hatte ich damals nicht kommen sehen! Es war eine große Erfahrung und eine Gelegenheit, die nicht jeder bekommt. War schon eine fantastische Zeit!

The-Pit.de: Was hörst du neben Metal noch für Musik?

Gus: Ich mag Classic Rock und klassische Musik, ich höre gerne Vangelis, Soundtracks, entspannende Musik, Blues Rock – ich mag alle möglichen Arten von Musik.

The-Pit.de: Könntest du dir vorstellen, mal einen Soundtrack für einen Film oder eine Serie zu schreiben?

Gus: Das wäre verdammt cool! Da hätte ich total Lust drauf. Ich habe überhaupt keine Erfahrung auf dem Gebiet, aber das wäre auf jeden Fall eine coole Herausforderung.

The-Pit.de: Ich habe gerade gelesen, dass Mikael Åkerfeldt von Opeth den Soundtrack für eine Netflix-Serie schreiben wird.

Gus: Ja, da bin ich auch sehr gespannt drauf. Er ist ein großartiger Komponist, er kann sowohl komplexes, cooles Zeug schreiben als auch sehr atmosphärische Sachen. Ich denke, das ist ein schönes Projekt für ihn und für uns, die wir das dann anhören können, ebenfalls.

The-Pit.de: Ich bin da auch sehr gespannt. Da leider nun gerade die Corona-Pandemie grassiert: Plant ihr Konzerte via Livestream, so wie es bereits einige andere Bands getan haben?

Gus: Konzerte eher nicht, denn wir leben alle in verschiedenen Ländern, daher glaube ich nicht, dass das funktioniert. Aber falls wir später im Jahr reisen und uns irgendwo treffen können, wäre es vielleicht möglich, zum Beispiel einen Livestream von einer Probe zu übertragen oder so etwas in der Art. Aber Herbie wohnt in Deutschland, wir leben in Griechenland (er und Bassist Petros Christodoylidis; Anm.d.Verf.) und Johan (Nunez; Anm.d.Verf.), unser Drummer, in Madrid – deswegen ist das für uns unmöglich. Wir überlassen das den anderen Bands, das ist schon okay (lacht).

The-Pit.de: Um noch mal kurz auf deine Soloaktivitäten zurückzukommen: Wird Dennis Ward auch dein nächstes Soloalbum einsingen oder möchtest du es wie bei deinem Debüt wieder so machen, dass verschiedene Leute singen? Oder hast du diesbezüglich bisher noch gar keinen Plan?

Gus: Um ehrlich zu sein: Ich überlege, ein Instrumentalalbum zu machen, denn das ist etwas, das ich bisher noch nicht gemacht habe. Und das ist so ziemlich das beängstigendste, was man als Gitarrist machen kann, denn das ist solch eine Entblößung, es ist ein großes Risiko, die Gitarre die Stimme sein zu lassen. Darüber denke ich schon länger nach und sollte es jetzt endlich mal machen.

The-Pit.de: Kann ich nachvollziehen. Yngwie Malmsteen zum Beispiel macht auf seinen Alben inzwischen ja einfach nur noch Shredding, während Joe Satriani richtige Songs schreibt, die nicht nur nach dem Schema „Sieh mal, wie schnell ich spielen kann“ laufen. Das ist ohne Gesang sicher nicht einfach.

Gus: Da stimme ich zu. Joe Satriani hat einen ganz anderen Ansatz, deswegen ist er so einzigartig. Yngwie ist sicherlich aus anderen Gründen auch einzigartig und ihm sind ebenfalls viele Innovationen zu verdanken, aber ich bin auch kein großer Fan von praktisch allem, was er in den letzten zwanzig Jahren veröffentlicht hat. Aber mit Joe ist es etwas anderes, er behandelt die Gitarre wie eine Stimme und es fühlt sich an, als ob von jedem seiner Songs eine Botschaft ausgeht und das ist sehr inspirierend für mich, denn ich denke viel darüber nach. Ich meine, ich mag auch Metal-Instrumentals, aber ich möchte einen tiefer gehenden Ansatz verfolgen. Wenn ich ein Instrumentalsoloalbum mache, will ich nicht einfach zehn Heavy-Metal-Instrumentalstücke darauf packen, sondern vielschichtiger agieren und verschiedene Seiten von mir präsentieren, die Gitarre mehr Feeling transportieren lassen, anstatt nur die Metal-Seite von mir zu zeigen.

The-Pit.de: Du erwähntest ja auch bereits, dass du eh viele Arten von Musik magst. In dem Zusammenhang fällt mir noch ein, dass es mir auch sehr gefällt, dass ihr, wenn ihr Cover spielt, keine Metalsongs wählt, sondern stattdessen so was wie „Maniac“ oder „Money For Nothing“ spielt. Es ist doch langweilig, das millionste Iron Maiden-Cover zu hören…

Gus: Ja, genau. „Maniac“ hatten wir übrigens seit Jahren nicht mehr gespielt, letzten Sommer erst haben wir es zurück auf die Setlist geholt. Es ist ganz witzig, wir haben das nie promotet, aber es ist unser meist gespielter Song auf Spotify (lacht).

The-Pit.de: Nun ja, den Song kennt natürlich jeder…

Gus: Ja, es bringt auch Spaß, so was manchmal zu machen. „Money For Nothing“ ist auch cool, ich mag Dire Straits und ich mag den Song.

The-Pit.de: Und Mark Knopfler ist ebenfalls ein großartiger Gitarrist.

Gus: Absolut, er ist eine Legende.

The-Pit.de: Gus, ich bedanke mich für das Gespräch und lass uns hoffen, dass dieser Corona-Scheiß bald beendet ist, damit man euch (und viele andere Bands) endlich wieder auf der Bühne sehen kann.

Gus: Ja Mann, wir müssen uns in Geduld üben, aber hoffen wir das Beste!

Seite
comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna