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Firewind im Interview (Mai 2020)

Wie mit einer Ex-Freundin

The-Pit.de: Und wer wird jetzt Keyboards spielen, nachdem Bob weg ist? Auf dem Album hast du dies ja offensichtlich selbst übernommen, allerdings habe ich auch den Eindruck, dass generell wesentlich weniger Keyboards vorhanden sind als auf den Alben davor.

Gus: Das war ein weiterer Punkt, weswegen ich eine Art Runderneuerung der Band vorgenommen habe. Für gewöhnlich spiele ich Keyboard auf den Demos und auch da wollte ich einen anderen Ansatz wählen und zurück zu mehr gitarrenorientiertem Material gehen, die Keyboards eher als Aufwertung nutzen, anstatt einfach so tonnenweise Keyboards zu verwenden. Daher hab ich mich auch dazu entschlossen, dass wir als Quartett weitermachen so wie ganz am Anfang. Live werden die Keyboards dann vom Band kommen.

The-Pit.de: Es muss aber doch schon schwer gewesen sein, Bob gehen zu lassen, nach immerhin 16 Jahren…

Gus: Ja klar, es war ein schwieriges Gespräch, das wir führten, denn wir sind gut befreundet, aber es musste leider passieren. Manchmal im Leben kommt man an einen Punkt, an dem man etwas verändern muss. Ich verstehe, dass einige Fans ein bestimmtes Line-Up bevorzugen oder wollen, dass ihre Lieblingsmusiker weiter zusammen spielen, aber manchmal ist das halt nicht möglich, weil verschiedene Leute manchmal eben unterschiedliche Ziele und unterschiedliche Bedürfnisse haben. Ich verstehe, dass diese Band nicht für alle Mitglieder alles bedeutet, so wie für mich. Aber im Endeffekt ist es meine Band und meine Vision. Trotzdem: Ja, es war schwierig und ich bin immer noch gut befreundet mit Bob, wir haben noch Kontakt und ich wünsche ihm natürlich Erfolg mit allem, was er tut.

The-Pit.de: Hast du noch Kontakt zu Apollo (Papathanasio – von 2005 bis 2012 Frontmann bei Firewind; Anm.d.Verf.)? Der hat ja immerhin eine relativ lange Zeit bei euch gesungen.

Gus: Nein, ich habe mit ihm nicht mehr gesprochen, seit er 2012 die Band verlassen hat. Wir haben uns nicht im Streit getrennt oder so, aber er hatte uns mitgeteilt, dass er gehen will, dann haben wir noch ein paar Shows gespielt und das war’s. Wir gingen nach Hause und haben nicht mehr miteinander gesprochen. Wenn ein Bandmitglied geht, ist es manchmal wie mit einer Ex-Freundin. Ich meine, ich habe auch keinen Kontakt mehr zu meinen Ex-Freundinnen – jeder geht halt seinen eigenen Weg. Es gibt keine Feindseligkeit zwischen uns; er lebt schlichtweg sein Leben weiter und ich meins. Aber wir hassen uns nicht oder so was.

The-Pit.de: Kommen wir von der Vergangenheit wieder zurück in die Gegenwart: Wo siehst du bei eurer neuen Platte musikalisch die Unterschiede zum Vorgänger „Immortals“?

Gus: Nun, ich denke, das neue Album ist ein traditionelles Firewind-Album in dem Sinne, dass es viele Elemente enthält, die den Firewind-Stil zusammenfassen. Man hört also Sachen, die an den Anfang der Band erinnern, bis hin zu Sachen, die aktuelleren Datums sind. „Immortals“ war ein episches Power-Metal-Album, da wir uns damals entschieden, ein Konzeptalbum zu machen. Das war seinerzeit ein bisschen eine Abkehr von unseren vorigen Platten. Selbstverständlich wollte ich nicht noch einmal dasselbe Album aufnehmen, ich hab einfach Material geschrieben, das ganz natürlich und von selbst kam.

The-Pit.de: Wie gesagt, ich finde es recht vielseitig: Auf der einen Seite gibt es klassische Power-Metal-Hymnen, dann aber auch Stücke mit mehr Hard-Rock-Vibe wie „Overdrive“ und eine wirklich tolle Ballade...

Gus: Danke. Ja, das ist tatsächlich eine etwas andere Art Ballade für Firewind-Verhältnisse. Ein Freund von mir hat die Orchesterparts geschrieben – Adam Wakeman, ein großartiger Keyboarder und ein alter Kumpel aus der Zeit, als ich bei Ozzy gespielt habe (und Sohn von Rick Wakeman, legendärer Ex-Keyboarder von Yes; Anm.d.Verf.). Ich wollte so eine Art filmisches Feeling haben und er hat genau das umgesetzt und einen sehr guten Job erledigt.

The-Pit.de: Und Herbie hat die Texte geschrieben?

Gus: Größtenteils. Ich habe für drei Songs Texte verfasst, der Rest kommt von Herbie. Er hat auch selbst Gesangslinien ausgearbeitet und wir hatten außerdem ein wenig Hilfe von Dennis Ward (Produzent und Sänger auf Gus’ letzter Soloscheibe „Fearless“; Anm.d.Verf.), der ebenfalls für ein paar Songs Gesangslinien geschrieben hat.

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