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Evil Cinderella im Interview (Januar 2017)

"Das darf man natürlich nicht erwarten, das wäre ja vollkommen vermessen"

The-Pit.de: Lust auf mehr...wenn ich da auf die Release-Show im Wuppertaler Underground komme, da war es nicht nur gut voll, sondern da haben rechts vor der Bühne ein paar Mädels geschrien wie auf einem Pop-Konzert. Wie betrachtest du im Nachgang diesen Abend mit dieser emotionalen Achterbahn?

Henrik: Bei unserem Release war es einfach nur wichtig, dass wir ein volles Haus haben und dass der Gig gut wird, dass es als solcher einfach ein schöner Abend wird. Drei Monate vorher meinte unser Manager, dass es gut wäre, noch ein bisschen neues Material zu haben, eine neue EP zu machen, die auf dem aktuellen Stand, die fett produziert ist und wo wir einen super Release Gig hinlegen, wo eben auch ein paar Leute kommen, die uns hören wollen. Deswegen hatten wir enorm darauf geachtet, dass wir nicht nur ein cooles Set haben, dass wir einen schönen Auftritt spielen können, sondern dass wir den Laden auch voll kriegen. Deswegen haben wir erst einmal einen niedrigen Preis veranschlagt, der so ein bisschen darauf abzielt, dass wir bei null wieder rauskommen, haben aber auch viel Aufwand betrieben, um Werbung zu machen und viele Karten im Vorverkauf abzusetzen. Wir hatten ja mit Hopelezz und But We Try It erst einmal auch Bands dabei, die zwar musikalisch nicht ganz zu uns passen und eindeutig härter sind, aber mit But We Try It sind wir ganz gut befreundet und unser Manager meinte auch, dass wie die beiden Bands anhauen sollten, weil es auch Wuppertaler Bands sind, die wirklich schon einen Namen haben und auch ein paar Leute ziehen. Und dann sind wir an diesem Abend, ich merkte, dass es immer voller wurde, ging irgendwann zum Einlass, schaute auf die Liste und dachte: Von den achtzig Leuten, die da sind, waren es dreißig aus dem Vorverkauf, fünfzig an der Abendkasse. Da dachte ich, dass heute doch was geht. Als es sich dann abzeichnete, dass es wirklich voll wird, da wurde ich doch ein bisschen nervös. Wir spielen ja auch nicht so viel live, weswegen man auch nicht so die Routine hat. Die meisten waren ja doch wegen uns da und bis zum nächsten Release werden wir mit Sicherheit nicht nochmals so viele Leute da haben, die wegen uns gekommen sind. Das hieß dann einfach genießen und Spaß haben, nicht nervös sein und sich das selber kaputt machen. Wenn es losgeht, hat man schon eine positive Anspannung, ohne die man die Sache auch nicht ernst genug nimmt, aber der Gig selbst war einfach nur geil. Ich hätte selbst nie gedacht, dass die Leute so viel Spaß haben und dann noch die kreischenden Mädels, ich hatte gar keinen Überblick mehr, wer alles da war. Die Leute, die immer ausrasten, die kennt man meistens, das sind ja deine Die-Hard-Fans, aber dieses Mal war das einfach so, dass ich ein bisschen den Überblick verloren habe. Es fühlte sich wie ein richtiges Konzert an, es war einfach nur klasse. Ich kenne das ja von Konzertbesuchen, dass es schon nervig ist, wenn da Leute abspacken, aber wenn du auf der Bühne stehst, denkst du daran nicht, sondern nur: Ach du scheiße, die machen das nur wegen deiner Musik, ist das cool. Wenn man zum ersten Mal die Gitarre in der Hand hat, dann stellt man sich doch auch vor, dass da Leute ausrasten und deinen Song mitsingen. Das Leute so richtig mitsingen, dass konnten wir beim Release Gig schon von der Liste streichen.

The-Pit.de: Die nächsten Schritte werden allerdings heißen: Kleinere Konzerte spielen, sich durch die Clubszene beißen, vielleicht ein paar Festivals anpeilen, wo man als Opener ran darf, vielleicht eine kleinen Tour mit nicht unerheblichen finanziellen Risiken fernab von der Frage, wie man das beruflich integrieren kann. Was habt ihr da schon auf dem Radar?

Henrik: Das ist absolut genau das, woran wir gerade dran sind. Unser Manager ist ziemlich in der Szene drin und weiß im Prinzip, was alles nicht funktioniert. Es gibt ganz viele Bands, die vor sich hindümpeln. Er sagt, verheizen im Sinne von viele Gigs spielen macht wenig Sinn. Wir müssen schauen, dass wir ein bisschen rauskommen. In Wuppertal weiß man jetzt ein bisschen, wer Evil Cinderella ist, aber wir müssen jetzt schauen, dass wir den nächsten Schritt machen. Natürlich sind Supportgigs oder eine kleine Supporttour passend, weil da einfach Leute sind, die einen nicht kennen und man nicht immer vor dem gleichen Publikum spielt. Das ist natürlich immer teuer, bei einer halbwegs bekannten Band kommt man nur mit ordentlich draufzahlen dran. Bei vielen Gigs weiß man ja vorher auch nicht, ob es sich auch lohnt, zwei Stunden irgendwo hin zu fahren und vor wenigen Leuten in irgendeinem Schuppen zu spielen. Das ist schon ein bisschen ernüchternd, auch wenn man sich das selber nicht eingestehen will. Du spielst dann vor vielleicht fünfzig Leuten, wovon zwanzig dich eventuell schon kennen, und du hast vor ein paar Wochen vor dreihundert Leuten deinen Release Gig gehabt. Dann grübelt man schon. Das darf man natürlich nicht erwarten, das wäre ja vollkommen vermessen, man hat aber einfach schon unbewusst eine andere Einstellung nach dem Motto: Das war aber schon geil vor ein paar Wochen. Da müssen wir schon schauen, dass wir uns die richtigen Gigs anlachen, dass wir auch jetzt ein bisschen regelmäßiger spielen, um auch ein bisschen Routine reinzubekommen. Bei Festivals schauen wir gerade, was da noch geht. Klar, als Opener oder nicht, Hauptsache man hat ein paar Leute vor der Bühne, sodass man ein paar neue Fans erschließen kann.

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