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Evil Cinderella im Interview (Januar 2017)

"Das darf man natürlich nicht erwarten, das wäre ja vollkommen vermessen"

The-Pit.de: Das sind doch immer wieder Anekdoten, wo man dann auch gerne mal zurückdenkt. Was mich bei euch überrascht hat, war, dass in den ganzen Jahren bei euch kein Line-Up-Wechsel zu verbuchen war, was ja viele andere Bands immer wieder zurückwirft. Was ist denn da euer Erfolgsgeheimnis?

Henrik: Wir sind ja, das muss ich so sagen, in erster Linie eine Freundestruppe. Wir haben uns ja vor Ewigkeiten bei unserem Drummer zusammengefunden und haben damals auch angefangen, uns gut untereinander zu verstehen. Wir machen auch viel zusammen, das haben wir auch von Anfang an gemacht, was dann ja nicht zu vergleichen ist mit diesen Bands, die über Annoncen oder Internetportalen oder auch bei größeren Bands über den professionellen Bedarf zusammenfinden und auf einer ganz anderen Ebene zusammen arbeiten. Das ist für die Chemie ein Vorteil und das funktioniert eigentlich auch nur dadurch, dass wir alle ein bisschen in einer vergleichbaren Situation stecken. Wir sind alle im Beruf oder im Studium, wo dann auch die Priorität liegt, aber alles, was daneben an Zeit übrig ist, wird voll in die Musik gesteckt. Wir haben natürlich schon Ambitionen, aber wir alle wissen, dass der Beruf nach wie vor schon Priorität hat. Wir sind nicht naiv, wir sind eine kleine Hardrockband, und wenn du damit Geld verdienen willst, dann muss man schon mehr Glück als Verstand haben. Um auf den Punkt zu kommen: Wir haben alle den gleichen Ansatz. Das Problem, was mit solch eine Freundestruppe einhergeht, ist, dass du dir schon klar machen musst, was du willst und du musst auch, wenn etwas nicht läuft oder wenn jemand einfach in einer Situation nicht so gut ist oder etwas versaut, das auch gut ansprechen können. Das ist manchmal so ein Punkt, der ein bisschen hapert, muss ich ganz ehrlich sagen. Wenn man mit seinen besten Freunden im Proberaum zockt und Spaß hat, dann merkt man das manchmal erstens viel zu spät, dass es gar nicht mal so geil war, was wir hier gerade abgezogen haben. Genau das fällt dann meistens auch im Studio auf, wo es gnadenlos ist. Andererseits hadert man auch ein bisschen mit sich selbst, wenn man vielleicht nicht so diese Ehrlichkeit an den Tag legt gegenüber solchen negativen Dingen, die man halt bei einem reinen, und das sag ich jetzt mal überspitzt, Arbeitsverhältnis erwarten würde. Das muss man auch lernen, da sind wir auch immer noch bei. Das ist echt ein Prozess.

The-Pit.de: Jetzt hattet ihr schon die Gelegenheit, ein bisschen größere Rockluft zu schnuppern, ich habe euch als Support für Praying Mantis und auch Pretty Maids gesehen. Was habt ihr für euch als Erfahrung mitgenommen?

Henrik: Direkt nach dem Praying Mantis-Gig, der ein bisschen schwierig gelaufen war, kam unser Manager und sagte: „Jungs, regt euch nicht auf, ich habe noch eine coole Nummer klar gemacht, eine Band, die ihr bestimmt alle kennt“. Als er damit Pretty Maids meinte, da waren wir alle erst einmal komplett aus dem Häuschen. Jeder von uns hat ein paar Pretty Maids-CDs im Regal stehen und dann zockst du mit denen ein Konzert, das ist natürlich erst einmal verrückt. Beide Abende haben auf unterschiedliche Weise enorm viel zur Entwicklung beigetragen. Bei Praying Mantis war es einfach so, dass wir die zeitliche Kalkulation zu knapp bemessen hatten. Wir mussten auch unser Set ein bisschen streichen, weil wir doch ein bisschen weniger Zeit bekommen hatten. Und man hat einfach ein bisschen diese Hektik auf einen Schlag komplett abbekommen. Von jetzt auf gleich hieß es: „Oh Jungs, wie haben doch ein bisschen wenig Zeit, ihr dürft zehn Minuten weniger spielen. Wir haben auch nur noch zehn Minuten für den Umbau und den Linecheck.“ Wenn im Rockpalast die eine Band auf und die andere gleichzeitig abbaut, dann ist das natürlich Chaos pur. Bei den meisten Gigs hat man seine zwanzig Minuten. Da wir als kleine lokale Supportband da waren, hat sich natürlich auch keiner dafür interessiert, was wir davon jetzt halten. Es war ein bisschen anstrengend, aber eben auch eine super Erfahrung. Unser Manager meinte auch, dass es nicht zum letzten Mal so gelaufen sein wird, da müssen wir uns mit abfinden. Von daher war das auf jeden Fall ein wichtiger Schritt. Bei Pretty Maids war das in der Hinsicht total entspannt, wir hatten, was die Organisation anging, überhaupt kein Problem. Die Jungs von Pretty Maids waren total nett, wir konnten mit denen quatschen und an dem Abend war es ja auch ganz gut voll, auch schon bei uns, von daher haben wir das einfach genossen. Es hat einfach nur Spaß gemacht. Das macht natürlich Lust auf mehr, das muss ich schon sagen.

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