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Evil Cinderella im Interview (Januar 2017)

"Das darf man natürlich nicht erwarten, das wäre ja vollkommen vermessen"

Langsam aber sicher können Evil Cinderella aus Wuppertal auch mal ein paar Ansprüche anmelden: Famose neue EP „Dangerous Inside“, die komplett in Eigenregie entstanden ist, dazu eine Release-Show mit einer Besucherzahl, welche viele etablierte Bands nicht hinbekommen und dazu die jugendliche Lockerheit, nicht allzu verkrampft auf Deibel komm raus auf Erfolg zu machen – da kann also noch viel passieren. Wie denn so der aktuelle Stand ist, dass verrät Frontmann Henrik im einem Telefonat kurz vor den Weihnachtstagen.

The-Pit.de: Lass uns gleich mal zu euren Anfängen kommen, viel ist ja auf eurer Facebook-Seite nicht wirklich zu entnehmen. Wie hat das bei euch angefangen? Wie habt ihr zueinander gefunden?

Henrik: Im Prinzip fing das damit an, dass Jonas (Drummer der Truppe; Anm. d. Verf.) und ich uns zum Jammen getroffen haben. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich vielleicht zwei Jahre Gitarre gespielt, ich weiß auch gar nicht mehr, wie das bei Jonas war, ist ja auch schon echt eine Ecke her. Wir haben uns auf einer riesigen Familienfeier getroffen, wir sind ja auch irgendwie über 3000 Ecken verwandt. Wie das dann so war, ich kannte auch den Christian (jetzt auch Bassist bei der Band; Anm. d. Verf.) recht gut und wusste, dass er damals gerade mit dem Bassspielen angefangen hatte. Jonas hat dann Paul beigesteuert, wenn ich das mal so sagen darf, da Paul und Jonas schon vorher in einer Band gespielt hatten. Wir haben uns dann als Grünschnäbel getroffen und angefangen, im alten Zimmer von Jonas zu zocken. Das ist schon Urzeiten her, locker acht Jahre. Wir haben dann mit Covermusik angefangen, wir hatten auch noch keinen Sänger, keiner von uns hatte jemals vorher gesungen und als dann aber irgendwann mehr Übung und Ambitionen so langsam aber sicher da waren und wir noch immer keinen Sänger für diese Art von Musik wie Deep Purple oder auch Guns'n'Roses gefunden hatten und wir wussten, dass wir diese Old-School-Rock'n'Roll-Metal-Schiene gehen wollten, da habe ich dann irgendwann, mehr schlecht als recht natürlich, angefangen zu singen und habe dann sozusagen mit meinen Idolen auf Platte mitzuhalten versucht, vor allem mit Judas Priest und Deep Purple. Da ist dann irgendwann das bei herausgekommen, was jetzt bei uns so läuft.

The-Pit.de: Und wann ist dir bewusst geworden, dass zwischen dem Singen unter der Dusche und dann nachher doch auf der Bühne ein himmelweiter Unterschied ist?

Henrik: Das ist ein guter Punkt...wir waren alle immer felsenfest davon überzeugt, dass wir nicht singen können. Ich habe immer schon unter der Dusche ein bisschen mitgesungen, da muss ich echt jetzt im Nachhinein sagen, dass man da gar nicht weiß, wie schlecht man ist. Wirklich, das ist total wahr. Ich weiß nicht, wie oft wir bei der Probe gestanden und ich irgendwann einen dieser Songs zu singen angefangen habe. Nach ein paar Monaten standen wir da, wir hatten gerade unseren ersten Song geschrieben und ich hatte gesungen, da dachten wir alle „wow, geiler Shit“. Wenn du dir das aber zwei Jahre später anhörst, hast du dir eher selber „ach du scheiße, wie schlecht war das denn“ gesagt. Aber jetzt sind wir richtig geil. Damals hattest du dir aber gedacht: „Jungs, so kann das doch nicht weitergehen!“ In diesen Moment dachten wir oft mit unserem ungeübten Gehör, dass wir besser sind, als wir eigentlich waren. Deswegen war das mit dem Singen auch kein Problem. Ich habe die Sachen einfach immer mitgesungen und dachte, das ist richtig cool so. Das hat sich dann so langsam entwickelt, bis man auch ein gewisses Niveau, bis sich auch das Gehör dafür entwickelt hatte. Das war richtig scheiße, was wir da gemacht haben, aber das ist wohl bei jeder Band so. Das gehört zur Entwicklung dazu, jeder fängt ja mal als kleine Pupsband an. Und jetzt können wir ein bisschen was, sag ich mal so. Man kann ja auch nicht immer auf Zuhörer hören, man bekommt vielleicht eine Orientierung, mehr auch nicht. Wir hatten zwischenzeitlich einen großen Proberaum von vielleicht siebzig, achtzig Quadratmetern und veranstalteten dort mal zwei, drei Proberaumkonzerte, so ganz am Anfang, im Prinzip unsere ersten Konzerte. Wir hatten mit Paletten eine kleine Bühne gebaut, alle unsere Freunde eingeladen, haben für kleines Geld Bier hingestellt und hatten dann dort hundert bis hundertzwanzig Leute. Dort haben wir dann unsere ersten Konzerte mit zwei schlechten eigenen und tausend Coversongs gespielt, die ich auch alle gesungen habe. Wenn man vom jetzigen Standpunkt ausgeht, war das echt mies, aber alle waren so begeistert, vielleicht waren alle auch einfach nur besoffen, wer weiß. Aber alle: „Jungs, das ist so geil, was ihr macht.“ Und wir dachten natürlich, dass es richtig geil war, und wir haben noch immer unsere „Kernfans“, die Die Hards sozusagen, die zu jedem Konzert kommen und nach der Show auch sagen, ob es cool war oder nicht. Wenn du die aber nach dem besten Konzert fragst, dann sprechen die nur vom allerersten Bunkerkonzert. Und du stehst dann vor den Leuten und fragst: Hey, was ist los mit euch? Vielleicht waren sie nur zu blau für diese Welt. Da steckt man nicht drin.

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