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Evergrey im Interview (September 2014)

Gebrochen, aber nicht schwach

Evergrey haben in Gestalt von „Hymns For The Broken“ gerade ganz frisch ein neues Album veröffentlicht. Der Nachfolger des – wenn man so will – „Comeback“-Langspielers „Glorious Collision“ (seinerzeit musste sich die Band ja quasi komplett neu formieren) ist mindestens ebenso stark ausgefallen, außerdem sind mit Jonas Ekdahl (Schlagzeug) und Henrik Danhage (Gitarre) zwei alte Bekannte in die Formation zurückgekehrt. Es gab also einiges zu klären, weswegen man doch gerne die Chance auf ein Gespräch mit Frontmann Tom Englund wahrnimmt. Zum telefonischen Termin an einem Samstagnachmittag haben sich offenbar zwei Richtige gefunden: Sowohl der The-Pit.de-Mitarbeiter als auch Englund haben am Vorabend beide ordentlich gepichelt und sind dementsprechend fertig. Kein Grund für Tom, nicht trotzdem stets höflich und gut gelaunt zu sein. Schon bei den Begrüßungsfloskeln bricht dank der Schlagfertigkeit des Schweden das Eis.

The-Pit.de: Hi Tom, schön, dass du anrufst. Ich hoffe, es geht dir gut. Ich selbst hab einen ordentlichen Kater, nachdem ich gestern mit ein paar Freunden Poker gespielt und jede Menge Alkohol getrunken habe.

Tom: Ich habe ebenfalls einen Kater, damit sind wir ja auf demselben Level. Vielleicht sollten wir einfach aufhören! (allgemeines Gelächter)

The-Pit.de: Hahaha, der war gut! Aber ernsthaft: Lass uns doch gleich über das neue Album sprechen. Ich finde, „Hymns For The Broken“ ist ein gut passender Titel für eine Evergrey-Platte, da ihr ja stets düstere Themen behandelt. Geht es dabei um ein spezielles Thema oder bezieht sich dieser Name im Allgemeinen auf gebrochene, am Boden zerstörte Leute?

Tom: Nun, was ich im Sinn hatte, war, dass sich das Wort „gebrochen“ oder „die Gebrochenen“ auf eine Gesellschaft von Außenseitern bezieht. Wir sind in diesem Kreis von Menschen, die sich Evergrey anhören, die die Musik, Texte, Ideen und Gedanken teilen, die wir durch neun Alben verbreitet haben. Aber es könnte sich durchaus auch in einem größeren Kontext bewegen, auf die gesamte Metalszene anwendbar sein; Leute, die fühlen, dass sie Außenseiter sind. Für mich hat das Wort „gebrochen“ in diesem Fall daher auch nichts mit Schwäche zu tun, sondern eher im Gegenteil. Wir schreiben Musik für uns selbst und die Leute, die Evergrey hören, und das sind für mich „die Gebrochenen“.

The-Pit.de: Mir gefällt auch die Idee beim Cover mit der Flagge und den hochgereckten Händen. Kannst du dazu etwas sagen?

Tom: Da hatte ich dieses alte propagandistische, sowjetische Bild im Kopf und ich erzählte davon meinem Tätowierer und der kam ziemlich schnell mit dieser Idee an. Es ist ein sehr machtvolles Bild, denn es bedeutet, wiedergeboren zu werden, für etwas zu kämpfen oder für sein Recht aufzustehen oder so etwas in der Art.

The-Pit.de: Für das Album sind außerdem Henrik Danhage und Jonas Ekdahl in die Band zurückgekehrt. Allerdings wurde nur dies verkündet und nicht weiter erläutert, was mit den anderen Beiden, Hannes (van Dahl; Drums – Anm.d.Verf.) und Marcus (Jidell; Gitarre – Anm.d.Verf.), passiert ist. Was kannst du berichten?

Tom: Hannes hatte das Angebot bekommen, bei Sabaton zu spielen, und da Evergrey zu der Zeit gerade nichts zu tun hatten, meinte ich als Freund zu ihm, dass er diese Chance auf jeden Fall nutzen sollte. Schließlich hat er dadurch die Möglichkeit, die Welt zu bereisen, so wie ich es mein ganzes Leben getan habe, aber er ist ja noch sehr jung und hat das alles noch vor sich. Und was Marcus betrifft… (zögert)… na ja, er schien irgendwie das Interesse verloren zu haben. Wir hatten damals noch zwei Shows übrig und für die eine wollte er nicht mal ein Flugticket buchen, ging also quasi von sich aus.

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