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Evergrey im Interview (März 2006)

Neuer Sound, neues Glück...
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Evergrey legen den Fans mit ihrem sechsten Album ein superfett rockendes Stück Metal auf den Gabentisch. Aber genau die alteingesessenen Fans sind es, die „Monday Morning Apocalypse“ mit einem gemischten Gefühl beim ersten Hördurchlauf begegnen. Vorbei die Zeiten von langen Kompositionen und Progressivität. Es regiert der „In Your Face“ – Hammer, sprich geballte Durchschlagkraft, zügig auf den Punkt kommende Arrangements und eine Soundwand, die breiter und heavier nicht sein könnte. Moderner Metal eben. Drummer Jonas Ekdahl stand mir Rede und Antwort zur neu entdeckten minimalistischen Herangehensweise, alten Tugenden und neuen Ufern.

 

 

The-Pit.de: Wie ist denn die Stimmung im Evergrey-Kamp angesichts der geteilten Meinung zum neuen Album? 

 

Jonas: Die Stimmung im Moment ist exzellent. In Hinblick auf das kommende Jahr sind wir sehr aufgeregt. Das neue Album wurde gerade eben in Europa veröffentlicht. Wir haben großartige Reviews bekommen, besonders aus Deutschland, England und Frankreich. Doch ich denke, du kannst nicht jeden zufrieden stellen. Eine Menge Leute mögen das Album während andere das nicht tun. Und ich denke, einer der Gründe, dass manche Leute das Album nicht mögen ist der, dass sie, sobald sie hören, dass jemand außerhalb von Evergrey das Album produziert hat, der auch schon Nicht-Metal-Bands wie Britney Spears und Bon Jovi produziert hat, wirklich erschrocken sind. Und sie verschließen sich dem Album, obwohl sie es noch nicht gehört haben und nicht wissen, wie es überhaupt klingt.

 

The-Pit.de: Habt ihr die neue Marschrichtung bewusst vorgegeben oder hat sich das Songwriting aus freien Stücken in die neue Richtung entwickelt? 

 

Jonas: Wir haben “The Inner Circle” 2004 aufgenommen. Eine Menge Dinge sind seitdem passiert und wir haben uns innerhalb der Band weiterentwickelt. Und wir fühlten, dass es der richtige Weg war, den wir gehen wollten. Wir haben nicht darüber nachgedacht, wie das neue Album klingen würde als wir mit dem Schreiben der Songs begonnen haben. Das machen wir nie. Und alles endete dann eben in "Monday Morning Apocalypse". Wir haben vorher nie ein Album erschaffen, dass so direkt, effektiv und "in your face" ist, wie dieses Album.

 

The-Pit.de: Stand schon vorher fest, dass ihr das Album nicht mehr selbst produzieren wollt oder dachtet ihr erst nach dem Songwriting darüber nach, ob die neue Richtung der Songs auch eine neue Herangehensweise erfordert? 

 

Jonas: Wir wollten jemanden haben, der das beste aus jedem von uns herausholen könnte. Und auch jemanden, der die gleiche Leidenschaft und Hingabe besitzt wie wir. So fanden wir Sanken Sandqvist als Produzenten und Stefan Glauman für den Mix. Wir kamen mit Sanken und Stefan in einem Hotel in Berlin zusammen. Das Hotel war umgeben von einem Zoo und nach ein paar Bieren und einigen verrückten, schreienden Affen waren Sanken und Stefan zwei der Namen, die immer wieder in uns hochkamen.

Wir mögen sehr, was Sanken bei der Paradiese Lost – Aufnahme und was Glauman speziell für Rammstein´s „Reise, Reise“ gemacht hat.

 

 

The-Pit.de: Bleibt die Tatsache, dass es live sicherlich auch altes Material zu hören gibt. Wollt ihr alte Songs dazu umstricken, damit sie besser zum neuen Material passen oder können sich geneigte Hörer auf eine "alte Sachen + neue Sachen" – Show freuen? 

 

Jonas: Wir werden natürlich neues und altes Material spielen. Doch wir werden die alten Sachen niemals so ändern, damit sie wie die neuen Songs klingen. Warum sollten wir versuchen, einen Song zu verbessern, der bereits perfekt klingt? Seitdem wir nun "Monday

Morning Apocalypse" veröffentlicht haben, werden wir das Album promoten, indem wir mehr neue Songs spielen als welche von den anderen Alben. Doch die Fans werden definitiv ebenso das alte Material zu hören bekommen.

 

 

The-Pit.de: Was verbrigt sich eigentlich hinter dem Slang "Monday

Morning Apocalypse"? Vielleicht meinen Blick in den Spiegel am Montag Morgen nach einem komatösen Wochenende?

 

 

Jonas: Haha, das könnte natürlich sein. Das kann etwas sein, was du wirklich nicht tun willst, wie jeden Freitag in der Schule Test zu schreiben...und du machst eigentlich nie deine Hausaufgaben. Das könnte deine "Monday Morning Apocalypse" sein. Auch kann ich rausgehen und morgen von einem Auto überfahren werden und ich kann dir versprechen, dass wird die "Monday Morning Apocalypse" für deine Familie und Freunde sein. Doch der Song "Monday Morning Apocalypse" handelt von Mobbing. Und für eine Person, welche schikaniert wird, welcher Tag ist schlimmer als der Montag Morgen? Wir denken, dass Mobbing ein wirklich beschissenes, gravierendes Thema ist und die Menschen dass nicht so oft zur Sprache bringen, wie es eigentlich sein solle. Da sind immer Leute, die das ignorieren, anstatt sich damit zu befassen.

 

The-Pit.de: Schwierig ist doch sicherlich auch die Frage, mit was für einer Band man sich auf Tour begibt. Es gibt ja derzeit sehr viele angesagte Bands, die den sogenannten "Modernen Metal" zelebrieren. So eine Tour sollte Evergrey doch ein ganzes Stück weiter bringen.  

 

Jonas: Das ist es, was so gut ist an Evergrey. Wir können mit so vielen Typen von Bands zusammenspielen. Selbst als wir zusammen mit Arch Enemy, Hate Eternal und The Black Dahlia Murder, alle drei Death Metal – Bands, durch die Staaten tourten, funktionierte das wunderbar. Und wir beabsichtigen, viele Leute zu erreichen, egal welchen Stil von Metal diese hören.

 

The-Pit.de: Wie sieht es eigentlich über dem großen Teich für Evergrey aus? Speziell dort sollte sich mit den neuen Songs der ein oder andere Blumentopf gewinnen lassen. 

 

Jonas: Aktuell gehen wir in den USA auf Tour mit In Flames und Nevermore. Starten wird die Tour am 5.5. und enden am 30.05. Ich denke, dass ist eine Tour, die uns einige neue Fans in den Staaten bringen wird. Wir werden auch in Städten spielen, wo wir noch nie gespielt haben. Und das ist auch ein guter Weg uns, neues Terrain zu betreten. Ich finde, das Package Evergrey, Nevermore and In Flames könnte nicht besser sein. Sowohl bezogen auf die Stile der Musik, als auch, dass das alles coole Typen sind. Ich bin sicher, wir werden vom Anfang bis zum Ende eine fette Zeit haben.

 

The-Pit.de: Was denkst du, wird das nächste Album bringen? Ist das neue Album im Moment nur ein Experiment oder wird es auf dem kommenden Album wieder eine komplett andere Ausrichtung geben? 

 

Jonas: Wir haben gerade ein neues Album veröffentlicht, darum kann ich jetzt noch nicht an das neue Album denken. Ich habe keine Ahnung, wie Evergrey in Zukunft klingen werden.

Doch ich habe keine Angst davor, wieder mit Sanken und Glauman zusammenzuarbeiten. Eigentlich würde ich es wirklich mögen, wieder mit ihnen am nächsten Album zu werkeln.

Doch wir legen unseren Fokus auf dieses Album und all die Shows, die wir dieses Jahr spielen und wir werden sehen was passiert, wenn es Zeit ist, das nächste Album aufzunehmen.

 

 

The-Pit.de: Nehmen wir mal an, ich bin ein Fan der ersten Stunde und wir treffen uns in einer Kneipe. Wie würdest du versuchen, mir das neue Album schmackhaft zu machen.  

 

 

Jonas: Wenn das Album dich nicht selber überzeugt, kann ich das auch nicht. Überhaupt kann ich dich nicht mit mehr überzeugen, als zu tun, was ich meistens mache, Schlagzeug spielen.

Speziell über dieses Album denke ich, dass es das beste Album ist, das wir jemals erschaffen haben. Nun fürchte ich, liegt es an dir. Willst du noch ein neues Bier?

 

 

Natürlich. Zack, aufgemacht und angesetzt. Dazu das neues Album ein weiteres Mal im Player rotieren lassen. Egal ob alte Fans Verrat schimpfen. Mir gefällt das Teil und damit stehe ich definitiv nicht alleine da.

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