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Eure Erben / Darkness im Interview (Juli 2011)

Wir haben sechs Saiten und dreizehn Töne…

Emma beim Metalshock Festival 2010

Zum Thema

The-Pit.de: Besoffene sagen immer die Wahrheit, heißt ein Spruch. Wie ändern sich die Diskussionen zu späterer Stunde?

Arnd: Das kann man jetzt so oder so sehen. Bei einem Konzert ein Bier zu trinken hat beim Heavy Metal einen hohen Stellenwert, man sollte aber nicht über die Stränge schlagen. Man kann ruhig ein paar Bier trinken und seinen Spaß haben, das ist vollkommen legitim. Ich bin da wirklich schmerzfrei. Wenn da einer kommt und sagt, dass er Darkness besser findet und die Erben scheiße, dann nehme ich das hin. Das ist eine Meinung und die akzeptierst du. Da muss ich nicht diskutieren, dann ist das so. Ich fühle mich da auch nicht angepisst. Mit zunehmendem Alter steht man vielleicht ein bisschen über der Kritik. Ich versuche, da keinen zu bekehren.

The-Pit.de: Es sind ja ungemein viele junge Thrash-Fans unterwegs. Macht ihr diese Beobachtung auf euren Konzerten auch, und wie siehst du da die Entwicklung?

Arnd: Die alten Thrash-Fans sind gediegener geworden, die machen sicherlich keinen Stagedive mehr und sind auch selten im Moshpit zu finden, aber sie sind noch da. Sie gehen zu Konzerten, sie gehen natürlich auch zu ihren alten Heroen. Weniger konservativ wäre da allerdings auch mal angesagt, weil es auch viele gute neue Thrashbands gibt. Es gibt wirklich sehr gute neue Metalbands, da kann man durchaus mal hinhören. Ich kenne einige Leute, für die die Musik Ende der Achtziger aufhört, und alles, was danach gekommen ist, ist Käse. Das stimmt natürlich nicht. Die Jüngeren sind teilweise old-schooliger als die alten, weil bei denen häufiger nur die alten Sachen zählen. Da hat sich ein Trend eingestellt: nur Old School, nur 80er Stuff.

The-Pit.de: Arnd, laß uns mal wieder den Blick auf eure CD werfen – die Welt im Fadenkreuz. Erkläre doch einmal, was ihr mit dem Coverartwork aussagen wolltet.

Arnd: Das ist gar nicht mal so leicht. Da ist der Stern mit der Gitarre, das torpediert natürlich eine Organisation, die es mal in Deutschland gab. Das machen aber auch viele andere Leute aus populären Kreisen. Das kann man so oder so sehen. Das Fadenkreuz ist auf die Welt gerichtet; die Welt, damit meine ich Leute wie dich und mich, ganz normale Leute, die im Fadenkreuz von Macht, Geld und Korruption, von Politik stehen.

The-Pit.de: Der Albumtitel mit „Terror“ ist recht plakativ, und das „2.0“ stellt eine Reminiszenz an die Moderne dar, der Verbindung zum World Wide Web. Liege ich da richtig?

Arnd: Ja, definitiv. Deshalb haben wir auch „Terror 2.0“ daraus gemacht. Wir wollten das nur „Terror“ nennen, aber da habe ich gesagt, dass mir das zu platt sei, dass wir das so nicht machen können. „2.0“ ist der Bogen ins neue Jahrtausend, der damit geschlagen ist.

The-Pit.de: Und das nächste Album heißt dann „Terror 2.1.5“?

Arnd: (muss erst auslachen) Wenn man sieht, was gerade so abgeht, vor allem in den arabischen Ländern, die Menschen, die sich da mit Recht holen, was ihnen gehört…über die Methoden kann man sicherlich zweigeteilter Meinung sein, aber auch sie sind alle im Fadenkreuz vom Macht und den Mächtigen. Und in diesem Fadenkreuz befinden wir uns quasi alle, wie in George Orwells Buch „1984“, wo Big Brother auf dich herunterschaut. Gewissen Leuten ist das alles scheißegal. Wenn man die Augen aufmacht und nicht vollkommen verblödet ist, dann muss man eigentlich sehen, dass die Welt immer schlechter für die normalen Menschen wird, es sei denn, du spielst in einer gewissen Liga, wenn Geld für dich keine Rolle mehr spielt, weil du genug auf dem Konto hast. Wenn du zu den Mächtigen oder Wirtschaftsbossen gehörst, dann ist das egal. Die große Mehrheit auf der Welt ist aber in diesem Fadenkreuz, die sind einfach nur Spielbälle.

The-Pit.de: Inwieweit habt ihr als Band den Willen, etwas zu ändern?

Arnd: Den Anspruch haben wir, das möchte ich auch. Wenn Leute ihre Meinung ändern und vielleicht ihre Augen öffnen und sagen, dass es doch ziemlich scheiße ist, was da alles abläuft…hier kann man beispielsweise „Terror für Terror“ nehmen, dass man erkennt, dass man immer bespitzelt, ausspioniert und in den Bürgerrechten immer weiter beschnitten wird…wenn ich da nur einen einzigen bekehren könnte, da die Augen zu öffnen, der ja nicht eine Terrororganisation gründen oder Demos organisieren muss, dann habe ich erreicht, was ich erreichen will. Das ist schon unser Anspruch.

The-Pit.de: Wenn wir den Entstehungsprozess von „Terror 2.0“ anschauen, dann ist die Scheibe ja schon alt. Wie sieht es mit neuen Stücken aus?

Arnd: Ganz ehrlich, wir versuchen, jetzt erst einmal die Promotion auf die Beine zu stellen. Wir haben viel mit der Promo zu tun, wir spielen die eine oder andere Coverversion ein, bereiten uns auf die Shows vor, dafür geben wir den ganzen Urlaub her. Was soll man auch sonst mit dem Urlaub machen?

The-Pit.de: Was sagen dann die Familien dazu?

Arnd: Meine Kinder sind groß genug, denen ist das relativ egal, sie können ja bei ihrer Mutter unterkommen. Wir haben irgendwann mal eine Entscheidung getroffen, und die Entscheidung für die Musik sagt auch, dass du mal auf die Straße musst, um viele Kilometer von zu Hause entfernt ein Konzert zu spielen.

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