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Eure Erben / Darkness im Interview (Juli 2011)

Wir haben sechs Saiten und dreizehn Töne…

Arnd beim Metalshock Festival 2010

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The-Pit.de: Ich weiß gar nicht mehr, wo ich das gelesen habe, aber sinngemäß stand dort, dass ihr gar nicht wollt, das eure CD bei Media Markt und Co. stehen soll. Wie das?

Arnd: Erst einmal tut sie das eh nicht, weil die nur Populärmusik dort reinstellen, und dafür musst du mehr verkaufen. Die Leute schneiden sich aber auch daran. Wir müssen da nicht zwingend stehen, denn du kannst auch sehr viel über den Underground machen, denn der ist genau wie in den achtziger Jahren noch richtig strukturiert. Das merke ich daran, dass wir CDs nach Japan verkaufen, aber auch nach Russland oder in die USA. Gerade der ehemalige Ostblock geifert richtig. Die haben natürlich nicht soviel Kohle, aber da sind schon viele Sachen hingegangen. Da kannst du auch ohne große Vertriebe und ohne Saturn oder Media Markt weiterkommen. Sag mal ganz ehrlich: Welcher Metaller verirrt sich nach Media Markt, um sich eine CD zu kaufen? Da gehst du hin, um dir einen Plasma-TV zu kaufen, aber keine CD.

The-Pit.de: Unabhängig von der Preispolitik in solchen Läden, denn wenn die neue Eure Erben dort für 18 Euro steht, kauft diesen Newcomer eh keiner. Rein kaufmännisch betrachtet ist doch der Release einer Doppel-CD auch riskant. Wollt ihr den Kreis Eure Erben/ Darkness mit der doppelsprachigen Ausgabe schließen? Live stehen ja immer wieder Fans in den ersten Reihen, die lautstark nach Darkness-Songs schreien.

Arnd: Ich finde das traurig. Lieber doch auch mal ein Ohr für neue Sachen haben. Ob es dann einem gefällt oder nicht, ist eine andere Sache, aber die Zeit hat sich doch auch gewandelt, politisch und persönlich, wir sind älter geworden, musikalisch hat sich viel getan. Die Neunziger waren verloren, da wüsste ich nichts, was wirklich erwähnenswert wäre, denn erst ab 2000 ging es wieder richtig los, dass man sagen konnte, dass Bands wieder aus der Versenkung kommen oder auch gute neue Bands, aber in den Neunzigern war das ein einziger Brei. Das ist meine persönliche Meinung. Ich finde es einfach schade, dass die Leute noch immer auf dem Darkness-Dingen herumhacken anstatt zu sagen: Lass mal hören, was die jetzt machen.

The-Pit.de: Du hast vorhin schon mal kritisch die ganzen Comebacks angemerkt. Was sagst du z. B. zu Assassin, die ja quasi um die Ecke herkommen?

Arnd: Da sind ja noch immer drei Leute von der Originalbesetzung bei, da sehe ich das anders. Eine Band wandelt sich und da muss man sagen, dass sie noch Leute aus der Originalbesetzung haben, dann kann ich das schon eher verstehen. Aber es gibt andere Bands, wo nur noch der Sänger oder Gitarrist da sind, und die reiten auf dem alten Namen herum. Das finde ich mutlos, weil es ja jetzt nicht schlechtere Musiker sind. Das ist der einfachere Weg, ganz ehrlich. Ich habe mich schon oft mit dem Lacky darüber unterhalten, ob es nicht schlauer gewesen wäre, unter dem alten Namen Darkness weiterzumachen, unter dem kaufmännischen oder betriebswirtschaftlichen Aspekt. Dann wäre das mit Sicherheit einfacher gewesen, dann hätten wir auch schon weltweit gespielt. Es lagen ja Angebote für Darkness vor. Ich habe da auch selber mit mir gehadert, ob es nicht schlauer gewesen wäre. Gerade nach dem Keep It True, da kamen mir die ersten Zweifel. Das ist fünf Jahre her. Ich bin da rauf gegangen, habe den Amp eingestellt, die Gitarre verdrahtet, und da riefen die ersten Leute, ohne dass etwas passierte, schon Darkness. Und als wir spielten, hat mich das richtig weggeblasen. Das war ja als Abgesang gedacht, danach sollten nur noch die Erben kommen. Ich weiß es nicht.

The-Pit.de: Fans können nun ja auch extrem nervig sein. Wie wollt ihr damit in Zukunft umgehen, denn die Darkness-Rufe werden so schnell nicht verebben?

Arnd: Es gibt natürlich nervende Leute, aber da kann ich mich schnell von absetzen. Eigentlich unterhalte ich mich gerne mit den Leuten, wir sind nach dem Konzert auch immer im Publikum zu finden oder am Merchstand. Wir gehen aber auch mit den Fans mal ein Bier trinken. Ich finde, dass das den Heavy Metal auch ein bisschen ausmacht. Große Stars können das nicht mehr, weil einem da alle auf die Nerven gehen. Wir gehen aber immer raus und sprechen mit den Leuten. Stimmungen aufnehmen, ein bisschen quatschen, das finde ich einfach gut. Das Wort Fan ist ja ein bisschen negativ behaftet, denn da denke ich immer an den Bravo-Starschnitt, das Lady Gaga-Tattoo. Aber wir sind ja auch noch Fans, wir gehen ja auch zu Konzerten.

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