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Eure Erben / Darkness im Interview (Juli 2011)

Wir haben sechs Saiten und dreizehn Töne…

Hobie beim Metal City Festival XII

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The-Pit.de: Im Review habe ich kurz vor Schluss habe ich den Begriff Polit-Thrash benuzt, weil ihr immer wieder den Finger in bestimmte Wunden legt. Könntest du das unterschreiben?

Arnd: Ich halte uns nicht für eine politische Band. Ich sag immer, dass wir den Soundtrack zum Untergang machen, weil die Möglichkeiten, etwas zu ändern - friedlich oder nicht friedlich - sehr sehr gering sind. Der friedliche Weg ist natürlich immer der bessere, keine Frage, aber der ist extrem steinig und extrem schwierig, weil die Macht- und Wirtschaftsstrukturen so verfilzt sind, dass man schwer die Sachen aufbrechen kann. Ich halte uns deswegen nicht für eine politische Band, weil wir Sachen einfach nur beschreiben. Der einzige Text, der von dem Weg der Beschreibung etwas abweicht, ist „Die Ultrabrutale“, das ist auch einer der ersten Texte, den ich geschrieben habe, wo der Finger mal ein klein wenig gehoben wird. Ansonsten wirst du nirgendwo den erhobenen Finger sehen, da steht nirgendwo „Wählt links“ oder „Wählt rechts“ oder sonst irgendein Quatsch.

The-Pit.de: Wenn ich den ersten Song „Terror für Terror“ nehme, da spielt ihr aber schon ganz deutlich mit der apokalyptischen Vision des Überall-beobachtet-werden, und das transportiert ihr ja auch in die heutige Zeit. Wir leben ja in einem Staat, wo wir besser denn je überwacht werden können – da konnte die Stasi ja nur von träumen. Und weil ihr immer wieder den Sicherheitsaspekt ansprecht, wollte ich euch schon in diese Polit-Richtung stecken.

Arnd: Ich denke, dass die Musik auch das richtige Medium ist, solche Texte zu transportieren. Du kannst jetzt nicht im Thrash von der großen Liebe sprechen, das gibt die Musik einfach nicht her. Die Musik und die ganze Metalszene sind einfach dafür wie gemacht, die Subkultur als solches dafür geschaffen ist und nicht so strukturiert, dass wir einfach abnicken und einfach darin leben. Da reißen die Leute die Fresse auf. Das macht Mille genauso, um den Bogen hier nach Essen zu spannen. Der macht es nur auf Englisch. Bei uns tut es halt weh, weil es jeder versteht. Wenn der Mille „Destroy What Destroys You“ singt, dann hat er das sicherlich bei Rio Reiser geklaut und das einfach nur übersetzt, aber das ist auch politisch, es hat einfach einen politischen Inhalt. Da kräht kein Hahn nach, aber bei uns tut es weh, weil du hinhören musst, und wenn du hinhörst, dann wirst du auch verstehen, was da gesungen wird. Bei der deutschen Produktion steht der Gesang auch etwas weiter vorne.

The-Pit.de: Das habe ich ja auch im Review erwähnt. Wenn du dir die deutsche CD anhörst, dann tritt die Musik automatisch ein bisschen in den Hintergrund, während du bei der englischen CD die Sprache in den Hintergrund schiebst und mehr die Musik sprechen lässt. Die deutsche Sprache ist ja eine sehr harte Sprache, aber ich denke, dass ihr sehr geschickt damit spielt. Inwiefern fällt es euch leicht, damit zu spielen?

Arnd: Das fällt mir schwer. Sülztexte, Liebe und Schmerz mit Sinn zu füllen, sind überhaupt kein Problem, aber nicht nach dem Motto: Hasch mich, ich bin der Reim. Wenn man geistvolle Reime haben will, an denen man sich lang hangelt, dann ist das schon schwierig. Ich sitze mitunter schon ein paar Tage an einem Text. Dem Emma geht das ein bisschen leichter von der Hand, und wir unterstützen uns da auch, „Deus Lo Volt“ ist ein gutes Beispiel. Die Bridge ist vom Emma, ist quasi auf meinen Text noch draufgesetzt. Ich hab zum Emma gesagt: Ich kriege für die Bridge nichts hin, mach du. Emma hat dann zack etwas geschrieben und das hat dann auch glatt funktioniert. Es ist schwierig, solche Texte zu schreiben, gerade weil die Leute das verstehen. Wenn du im Englischen mal irgendeinen Scheiß drin hast, da kräht kein Hahn nach. Es sei denn, sie lesen sich die Texte durch oder sie sind Muttersprachler. Aber im Deutschen weißt du genau, dass sie dich hier verstehen, da kannst du dir keinen Schlenzer erlauben.

The-Pit.de: Kommt bei euch manchmal das Gefühl auf, dass es nicht so die glückliche Entscheidung war, auf Deutsch zu singen?

Arnd: Ja klar, die Leute sind ja wie vorher schon mal angemerkt sehr konservativ. Es gibt Leute, die sagen, dass Metal nur auf Englisch geht, da lassen sie auch nicht dran rütteln. Das ist einfach so. Das ist schwer und natürlich ein steiniger Weg, ein Vabanque-Spiel, auch mit der CD kann der nach hinten los gehen.

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