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Eure Erben / Darkness im Interview (Juli 2011)

Wir haben sechs Saiten und dreizehn Töne…

Lacky im Essener Club Sounds (R.I.P.)

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The-Pit.de: 2004 waren dann die ersten Gehversuche, die ersten Proben, die Band hatte sich ein bisschen zusammengefunden und dann standen auch schon die ersten Ideen an, dass man eigentlich auch eine Demo-CD aufnehmen könnte.

Arnd: Im Prinzip ist die „Eure Fäuste“ mit der Debut-CD „Eure Erben“ zusammen entstanden. Bei der Debut-CD haben wir halt vier alte Stücke mit deutschen Texten genommen und zwei komplett neue, wovon „Schatten“ sehr aus dem Rahmen fällt. Viele Leute haben uns da ein Rammstein-Plagiat vorgeworfen, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, weil Rammstein völlig anders sind. Dann haben wir die CD aufgenommen und versucht, irgendwelche Gigs zu spielen. Dann kam im Prinzip schon das Keep It True Festival (im Jahre 2006; Anmerkung der Redaktion).Der Olli Weinsheimer hatte lange mit mir telefoniert, weil ich gesagt habe, dass wir Darkness nicht machen wollen. Er hat echt bekehrend auf mich eingesprochen. Wir haben zwei- oder dreimal lange miteinander telefoniert, und irgendwann habe ich dann gesagt: Ja komm, dann machen wir das. Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir die Erfahrung nicht gemacht. Hätte ich gewusst, welche Erfahrung ich hätte machen können, dann wäre ich Darkness geworden, weil das KIT mich echt weggeblasen hat. Ich bin aber immer wieder ein bisschen verärgert, dass wir immer wieder auf Darkness reduziert werden, dieser Konservativismus, der da in der Szene herrscht zu sagen: Darkness, alles andere kenne ich nicht, das nervt. Anstatt zu sagen: Ich höre einfach mal rein. Wenn es einem dann nicht gefällt, dann ist das okay, aber von vornherein zu sagen, ich will Darkness und nicht Eure Erben, finde ich eben schade.

The-Pit.de: Es gibt ja nichts Spießigeres als den Metaller…

Arnd: Ja, diese Metal-Polizei, die da erst einmal die Schubladen aufmacht und da Bands reinsteckt, du bist Thrash, du bist Power Metal, das geht mir total auf den Sack. Heavy Metal ist halt eine Musik, die aus dem Bauch kommt, die hat Eier, die passt nicht in Schubladen. Wir haben sechs Saiten und dreizehn Töne auf der chromatischen Tonleiter, die können wir eine Oktave höher oder tiefer spielen, aber letzen Endes das Blatt total neu erfinden geht mit keiner Musik der Welt. Das ist einfach so. Da musst du etwas ganz Schräges machen. Heavy Metal hat halt bestimmte Elemente, die sich wiederholen, die halt da sind und die die Musik ausmachen. Aber dann zu sagen, das packen wir in diese Schublade oder in diese, oder... aah, das kann ich nicht hören und darauf kann ich gar nicht, das ist spießig. Das stimmt schon.

The-Pit.de: Der Gitarrist Gary von Jingo de Lunch sagte, das es nur zwei Arten von Musik gibt; gute und schlechte. Was meinst du dazu?

Arnd: Da hat er Recht. Ich habe ja keine Vorbehalte gegen andere Musik, im Auto wirst du dich wundern, welche CDs ich da liegen habe, ganz bunt gemischt. Ich scheu mich auch nicht mal zu hören, was mein Sohn hört. Rap ist aber gar nicht meine Baustelle und da kann ich gar nicht drauf, weil der Aspekt der Musik da völlig fehlt. Das ist eine andere Kultur, aber ich bin mir nicht zu schade, andere Musiken anzuhören und habe auch viele verschiedene Sachen im CD-Schrank. Was mir da nicht reinkommt, ist Schlager.

The-Pit.de: Der nächste Schritt war dann die CD „Terror 2.0“. Die CD war eigentlich schnell fertig, aber die Veröffentlichung zog sich hin. Was war passiert?

Arnd: 2008 hatten wir mit neuen Songs angefangen und da hab ich schon immer Gas gegeben und gesagt: Wir müssen, wir müssen, wir müssen. Natürlich ist so etwas auch teuer, weil keine Plattenfirma sich hinter dich stellt oder in Vorkasse tritt, es sei denn, du bist schon wer. Den Anfang muss man selber machen. Dann haben wir 2009 die Aufnahmen gemacht, September bis Dezember, wobei die Aufnahme als solche superfix vorbei war. Nach vier Wochen waren die Sachen im Kasten. In der Woche mal zwei, drei Stündchen, am Wochenende komplett durchgezogen. Der Mix hat sich dann ein bisschen hingezogen, weil der Mischer und der Produzent eine etwas andere Vorstellung vom Klang als wir hatten, da hatten wir dann ein bisschen diskutiert und Schweiß vergossen, aber Ende 2009 war die Scheibe dann fertig. Dann kam Martin und meinte, dass es cool sei, die Songs auch einmal auf Englisch zu machen. Dann haben wir im Dezember den englischen Gesang aufgenommen. Die Texte wurden mühselig umgeschrieben, denn die Sinnhaftigkeit geht flöten und die große Problematik war einfach, wenn du den Sinn eins zu eins übernimmst, dann ist dein Metrum einfach im Eimer, dann hast du da Sätze, die du einfach nicht mehr singen kannst. Es gibt da eine Stelle auf „Monomensch“, die der Emma mir da quasi vortaktiert hat, was ich zuerst gar nicht geschnallt hatte. Da haben wir den Sinn hereingequetscht, aber das kannst du nur punktuell und nicht überall machen.

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