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Eure Erben / Darkness im Interview (Juli 2011)

Wir haben sechs Saiten und dreizehn Töne…

Hobie im Essener Club Sounds (R.I.P.)

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The-Pit.de: Dann kam die große Ebbe. Hattet ihr euch musikalisch weiterorientiert, oder wart ihr komplett von der Bildfläche verschwunden?

Arnd: Wir haben noch einen Gehversuch gestartet, weil so einfach kann man ja doch nicht loslassen. Der Lacky, der Timo und ich, dazu noch den Boni (eher bekannt durch die Japanischen Kampfhörspiele; Anmerkung der Redaktion) im Gepäck als Leadgitarrist. Boni war so um die 15, aber er ist halt ein begnadetes Talent was Musik betrifft, der hat dann damals bei uns die Gitarre gezupft, aber das war alles nichts Halbes und nichts Ganzes. Da war dann teilweise mehr Party im Spiel als Musik machen. Dann war halt die Luft völlig raus und jeder hat sich in seine Richtung anders orientiert. Lacky und Timo haben eine Zeit lang bei Vera Cruz weitergemacht und viele Coverversionen gespielt, ich habe versucht, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, was aber am Geld gescheitert ist. Ich wollte auch eine Produktion machen, hatte auch einen Sänger von Scandium (fünf Demo-Tapes von 1985 -1991; Anmerkung der Redaktion) am Start, den ich abgeworben hatte, ich hatte auch schon Songs und wir wollten etwas aufziehen. Übrigens, Songs hört man auch, „Das dunkle Ich“ stammt aus dieser Epoche, ein Song, der da entstanden ist; die Musik ist gut 20 Jahre alt. Aber dann war die Luft ganz raus und ich habe mich mehr auf Produktionen und solche Sachen gestürzt.

The-Pit.de: Dann kam auch schon die Jahrtausendwende, es hat euch immer mehr in den Fingern gejuckt und ihr habt euch mal zusammengesetzt. Wie kam das zustande?

Arnd: Der Lacky und ich haben Ende der 90er, Anfang 2000 einen privaten Lebenswandel erfahren. Wir waren nie außer Kontakt, ab und zu mal telefoniert und so. Dann haben wir uns irgendwann im Proberaum, in dem wir auch jetzt noch sind, getroffen und unterhalten, ein Bier getrunken. Da haben wir gemerkt, dass der alte Kick noch da ist, wir mussten das nur neu anstoßen. Wir waren in der Musik, die wir bis dahin gemacht haben, völlig unzufrieden. Man ist nur auf der Stelle getrampelt. Nicht, dass wir Millionen verdienen wollten, aber da lief gar nichts und ich hatte eigentlich überhaupt keinen Bock auf den Scheiß, den ich damals gemacht habe. Dann haben wir uns zusammengeworfen. Ich war eigentlich die treibende Kraft, die gegen Darkness gewesen ist, weil mir die ganzen Reunion-Geschichten auf den Piss gegangen sind. Wenn nur noch ein Sänger oder ein Gitarrist von einer Band da ist und die Band mit neuen Leuten drum herum aufgebaut wird, dann ist das für mich nicht mehr das Gleiche. Das ist auch ein bisschen dem Olli und dem Ray geschuldet, ganz besonders Olli, der einen wichtigen Teil in der Anfangszeit beigetragen hat…das wäre nicht mehr gegangen.

The-Pit.de: Was Sänger bei Darkness betraf, habt ihr ja auch schon zwei verschlissen, zumal auch alle nicht mehr leben.

Arnd: Ich hoffe, das ist nicht der böse Fluch, der mich bald dahin rafft. Es wäre aber nicht mehr das Gleiche gewesen. Wir können zwar ein paar alte Darkness-Sachen spielen, aber ich musste was anderes machen. Dann haben wir ein Zwitter-Dingen gestartet. Lacky meinte, dass deutsche Sachen angesagt seien, das sei etwas anderes, und er hatte insofern Recht, als dass wir uns dadurch von der Masse auch abheben. Wir haben den Thrash nicht neu erfunden, wir kochen mit dem gleichen Wasser, mit dem wir vorher gekocht haben, aber ein bisschen was Eigenes zu machen und sich von vielen guten Thrash-Bands abzuheben, da muss man schon etwas Eigenes machen wollen. So haben wir uns für deutsche Texte entschieden.

The-Pit.de: Und den Namen habt ihr dann auch gleich gewechselt. Mit Eure Erben beerbt ihr euch quasi selbst.

Arnd: Das haben wir, das war auch die Idee dahinter. „Erben“ schwebte uns da vor, dann gab es aber schon Goethes Erben und man steckt uns, wenn man uns nicht kennt, schnell in die Gothic-Ecke. Der Name ist insofern etwas unglücklich gewählt, weil das „Eure“ international auf Probleme stößt, z. B. bei einem Video, das wir mit einem Amerikaner gedreht haben, sagte der immer „Öre“, mit dem „Eure“ können die nichts anfangen - in „Europe“ vielleicht. Auch im Spanischen ist das relativ schwierig. Deswegen haben wir auch einen Link gepostet, wie man das ausspricht. Aber ansonsten haben wir unser Erbe angetreten.

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