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Erik Cohen im Interview (Januar 2018)

„Ich habe mich bemüht, dass das Album als solches der eigentliche "Star" ist“

Sowohl Fußball wie auch Motörhead sind Themen des neuen Albums (Copyright by Frank Peter)

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The-Pit.de: In „Hart am Overkill“ gibt es eine Reminiszenz an Lemmy, wie sehr wurdest du durch die Musik von Motörhead beeinflusst?

Erik Cohen: Die gibt es in der Tat und Motörhead gehören auch definitiv mit zu den Bands, mit denen ich aufgewachsen und immer wieder in Berührung gekommen bin. Songs wie "Killed By Death" zum Beispiel, die könnte ich immer hören. Allgemein ist es so, dass ich als Musikfan so ca. 50 Bands, Alben und Songs komplett und auf eine ganz natürliche, intensive Weise verinnerlicht habe. Solche Künstler prägen dann natürlich auch den eigenen Output, das kann ja auch nicht anders sein. Aber ich unterstreiche stets, dass ich – bei aller Liebe – immer zusehe, dass ich niemanden blöd kopiere. Ich lege lediglich gerne meine Einflüsse offen und erweise hierüber auch meinen Respekt als Musiker und Fan gleichermaßen. Wenn hierüber jemand auf die Idee kommt, mal wieder das Album X oder Y einer von mir verehrten Band auf den Teller zu werfen, finde ich das toll.

The-Pit.de: Ich durfte bereits in die Platte reinhören und der erste Begriff, der mir dazu einfiel, war: spannend. Du nennst deine Musikrichtung „New Wave Of German Rock Music“, was so ziemlich alles beinhalten kann. Auf der Scheibe gibt es verschiedene Einflüsse zu hören; wie weitgesteckt sind deine musikalischen Grenzen oder gibt es diese überhaupt?

Erik Cohen: Ich habe seinerzeit beschlossen, etwas für mich ganz Neues zu beginnen und dabei einfach mal sämtliche Genre-Grenzen außer Acht zu lassen. Das führt dazu, dass man nicht so leicht einsortiert werden kann und das ist beileibe kein Vorteil. Daher liefere ich mit jedem Album vorauseilend gleich eine mir passende Schublade mit, haha. Zurück zum Thema: Ich erlaube mir musikalisch schlicht alles, was sich organisch dem jeweiligen Song fügt und versuche, mich möglichst nicht durch Genre-Grenzen einengen zu lassen. Ich möchte alles zulassen können, was ich als Musikfan geil finde. Natürlich darf das Ganze niemals ausgefranst, aufgesetzt-bemüht oder hölzern klingen. Und ich achte natürlich bei jedem Album darauf, dass es – bei aller Weitläufigkeit – in sich geschlossen bleibt. Es muss Elemente geben, die die unterschiedlichen Songs einer jeden Platte am Ende fest zusammenhalten. Ein angenehmes Gesamthörgefühl ist mir sehr wichtig. Und am Ende bleibt es Rockmusik.

The-Pit.de: Mit „Englische Wochen“ steht eine Hymne auf den Fußball, bzw. für die Leidenschaft zu ihm bereit. Bist du selber Fußball-Fan und wenn ja von wem?

Erik Cohen: Das bin ich. Mein Herz schlägt fußballerisch schon lange für die KSV Holstein von 1900. Ich habe entsprechend vornehmlich Bekanntschaft mit den Niederungen der Ballsportebene gemacht und werde gerade schönerweise etwas verwöhnt. Mit der Herbstmeisterschaft in der 2. Bundesliga hätten wohl auch die kühnsten aller Träumer nie gerechnet. Aber viel besser ist der durchaus schöne Fußball, den wir momentan zu sehen bekommen.

The-Pit.de: „Sonne“ beschreibt unter anderem die Spaltung der Gesellschaft, für mich ist er zugleich mit viel Sehnsucht nach friedlichen Momenten behaftet. Was bewegte dich zu dem Titel?

Erik Cohen: Ich finde es toll, dass du das so interpretierst und dich scheinbar in die Nummer hast fallen lassen können, um deinen ganz eigenen Film zu entwickeln. Das ist wie schon angedeutet genau mein Ansatz und treibt mich ein Stück weit an. Songs wie "Sonne" haben daher auch bewusst mehrere Ebenen, über die man sich ihnen gedanklich annähern kann. Sie bieten dir trotz ihrer verhältnismäßigen Direktheit auch individuelle Fläche an, wenn man so will. Das ist wie eine offene Tür hinter einer offenen Tür, durch die man allerdings auch noch hindurchgehen muss. Ansonsten findet der Hörgenuss etwas oberflächlicher statt, was aber natürlich auch was für sich haben kann. Ich möchte als Musiker schon auch ein klein wenig zum Denken anregen, dabei aber keinerlei Anleitungen geben oder Parolen schwingen. Auf eine klare Grundhaltung verzichten meine Alben dennoch nicht, das bringt allein mein Background mit sich. Diese findet sich bei mir allerdings eher wie beiläufig in die Songs eingewoben, ich stelle sie nicht großflächig und plakativ zur Schau. Das können andere viel besser als ich.

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