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Enslaved im Interview (Dezember 2017)

Wer hat Angst vorm Saxophon?

The-Pit.de: Dann ist er ja auch da noch in der Musikbranche tätig. Übrigens arbeitet er ja wohl mit Audrey Horne an einem neuen Album, munkelt man.

Ivar: Genau. Es wird „Blackout“ heißen und im Januar erscheinen. Sie gehen damit anschließend auf Tour, dann wirst du auch sie bald live sehen können.

The-Pit.de: Cool. Aber noch mal kurz zurück zu eurem Album: In der Limited Edition gibt zwei Bonustracks, einer davon ein Cover von einer Band namens Röyksopp. Von denen habe ich ehrlich gesagt noch nie etwas gehört, was kannst du über diese Formation sagen?

Ivar: Die sind eigentlich ziemlich groß. Du kennst ja bestimmt a-ha, „Take On Me“ usw.

The-Pit.de: Klar.

Ivar: Röyksopp sind nach denen wohl die zweiterfolgreichste Band aus Norwegen, würde ich sagen. Aber trotzdem etwas, von dem man als Metalfan nicht zwangsweise gehört haben muss; wenn ich nicht in Bergen wohnen würde, würde ich sie vielleicht auch nicht kennen. Es liegt einfach daran, dass Bergen doch relativ klein ist und man sich über Ecken kennt – der eine kennt die Frau von dem und dem usw. Jedenfalls spielen die so eine Art EDM (Electronic Dance Music), aber mit einem etwas dunkleren Anstrich, besonders bei dem Album, von dem der Song „What Else Is There?“, den wir gecovert haben, stammt. Es heißt „Melody A.M.“ (laut Wikipedia stammt der Song vom Nachfolger „The Understanding“ – Anm.d.Verf.) und hat diese kleinen Parts… ich vergleiche das irgendwie gerne mit „Twin Peaks“: Oberflächlich betrachtet handelt es sich um normales, kommerzielles Entertainment, aber tatsächlich geht darunter etwas sehr Seltsames vor.

Zu dem Cover kam es durch eine Challenge. Es gibt in Bergen eine Organisation für Musiker und da gab es mal eine Veranstaltung, wo sie Musiker herausforderten, nach dem Motto: „Hey Enslaved, was ist das genaue Gegenteil von euch?“ Wir meinten: „EDM“ und dann fragte man uns, ob wir ein EDM-Cover machen können. Zunächst zierten wir uns noch, doch nach zwei Wochen stieß ich auf diesen Song und meinte: „Okay, wir machen das.“ Und beim Konzert waren wir selbst überrascht, dass es in den Enslaved-Stil passte und so kam es dann auch aufs Album.

The-Pit.de: Ich finde es auch immer viel origineller, wenn eine Metalband Songs aus einem anderen Genre covert, denn wer braucht schon die millionste Iron Maiden-Coverversion irgendeiner Metalband.

Ivar: Exakt.

The-Pit.de: Hast du einen Favoriten unter den Enslaved-Songs, den du am liebsten live spielst?

Ivar: Puh, gute Frage. Momentan ist es „Sacred Horse“ und das könnte sogar einige Jahre so bleiben, weil das Stück so energiegeladen ist, aber von allen Songs, die wir bisher live gespielt haben über die Jahre, ist es wohl immer noch „As Fire Swept Clean The Earth“. Ich weiß nicht genau warum – auf dieser Tour ist es allerdings nicht dabei.

The-Pit.de: Und gab es von anderen Bands in diesem Jahr eine Veröffentlichung, die dir besonders gefallen hat?

Ivar: Ich mochte das neue Album der Schweizer Band Bölzer, „Hero“ – zumindest glaube ich, dass es aus diesem Jahr ist (die Recherche ergab: es ist von 2016; Anm.d.Verf.)… es ist so verwirrend, was aus diesem und was aus dem letzten Jahr ist… (lacht)

The-Pit.de: Eure Landsleute von Satyricon haben in diesem Jahr beispielsweise eine neue Scheibe herausgebracht.

Ivar: Das ist ein bisschen außerhalb meines Geschmacks, etwas zu straight-forward. Wenn ich Straight-forward-Zeug höre, dann tendiere ich eher zu so was wie Turbonegro – womit ich jetzt aber natürlich nichts gegen Satyricon sagen will, nichts für ungut. Die neue Alcest mochte ich ebenfalls (auch von 2016; Anm.d.Verf.). Da haben alle gesagt, die wären jetzt so soft geworden, aber ich hab mir das angehört und fand es jetzt gar nicht sooo soft.

Da hat Ivar doch ein paar Schwierigkeiten, Alben zu finden, die tatsächlich 2017 herausgekommen sind, aber wenn man selbst eine so überragende Platte wie „E“ veröffentlicht, sei das großzügig verziehen. Nach diesem entspannten Gespräch geht es wenige Stunden später beim Auftritt der Norweger ungleich mehr zur Sache, nachzulesen im zugehörigen Konzertbericht.

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