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Enslaved im Interview (Dezember 2017)

Wer hat Angst vorm Saxophon?

Frontmann Grutle Kjellson hier beim Tuska Open Air 2011.

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The-Pit.de: Besonders bei „Feathers Of Eolh“ singt er wunderschön. Apropos: Wer oder was ist „Eolh“?

Ivar: Das ist eine Kreatur aus der Nordischen Mythologie, ein Adler, um genau zu sein. Einer, der aber auch die Gestalt verändern kann – es gibt eine Menge Gestaltwandler in der Nordischen Mythologie. Viele Götter und viele Riesen haben diese Fähigkeit, und „Eolh“ ist die Gestalt, die der Adler annimmt.

The-Pit.de: Überhaupt ist dies ein interessanter Song: Er fängt mit diesem Riff an, das an „Storm Of Memories“ erinnert, es passiert einiges schräges Zeug und dann kommt diese herrliche Passage, die ich eben erwähnte mit dem Cleangesang, bevor es am Ende wieder härter und verrückter wird. So gesehen steht der Titel in gewisser Weise repräsentativ für das Album, denn auch wenn „In Times“ nach wie vor ein gutes Album ist, hat „E“ mehr Tiefe und ist progressiver, zumindest nach meiner Meinung. Wie siehst du das?

Ivar: Ich stimme da überein. Auch wenn die Songs in etwa dieselbe Länge haben, denke ich, dass wir diesmal besser auf den Punkt kommen. Und ja, „Feathers Of Eolh“ ist sicher ein gutes Beispiel; die Idee war, etwas zu kreieren, das viel Reibung besitzt und das sich dann zu etwas sehr Schönem, Offenem entfaltet, um dann wieder zurück zu dem reibenden Part zurückzukehren. Und der Song ist sehr konkret, obwohl er doch auch relativ lang ist. Dieser Track ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir uns dazu entschlossen haben, anstatt etwas nur ein bisschen zu tun, noch einen Schritt weiter darin zu gehen, die Dinge mit voller Kraft voraus anzugehen. Also wenn man es gleichzeitig sanft, schön und dramatisch haben will, hat man es hier noch deutlicher; sicherlich ist „progressiv“ dafür eine Möglichkeit, das zu beschreiben… (überlegt) außerdem ist es vielleicht bedeutsamer oder prägnanter, das Wort fiel ja vorhin schon mal.

The-Pit.de: Natürlich dürfen wir das Saxophon am Ende von „Hiindsiight“, dem letzten Stück, nicht unerwähnt lassen, was eine brillante Idee war. So oder so ist auch das wieder ein sehr interessanter Song, der sich streckenweise fast nach Porcupine Tree anhört, doch dann kommt plötzlich eine doomige Passage – und trotzdem passt das alles gut zusammen. Wer kam auf den Einfall mit dem Saxophon?

Ivar: Dies ist eine Idee, die Grutle und ich schon seit einigen Jahren diskutierten. Gerade Grutle wollte schon immer einen Song mit Saxophon auf einem Enslaved-Album haben, auch da er einen Onkel hat, der Saxophon spielt. Der ist auch ein wirklich guter Spieler, allerdings stilistisch sehr viel anders unterwegs, deswegen hat er den Part nicht eingespielt. Aber auf jeden Fall kann das sehr schön sein, wenn es richtig eingesetzt ist, wie beispielsweise in den Siebzigern bei King Crimson. Natürlich kriegen vor allem Metalheads ein wenig Angst, wenn sie das Wort Saxophon hören (lacht), da denken viele an die Achtziger und Leute mit Schulterpolstern oder Songs wie „Careless Whisper“ von George Michael (lacht), und deswegen warteten wir sozusagen einfach, bis der richtige Song vorhanden war, bei dem wir sagen konnten: „Okay, da können wir das Saxophon einsetzen“. Und ursprünglich hatten wir nur den Part in der Mitte des Songs, wo das Saxophon zum ersten Mal einsetzt. Es war nämlich so, dass Kjetil Møster, der Saxophonspieler, nur an einem Tag Zeit hatte, als wir gerade nicht konnten. Er war also alleine im Studio, aber der Kerl ist so gut, da mussten wir uns keine Gedanken machen. Im Prinzip war es so sogar besser, denn so war er völlig unabhängig und konnte einfach machen, was er wollte. Nachdem er dann alles aufgenommen hatte und wir zurückkamen, hörten wir uns das an und meinten nur: „Das einzige Problem ist, dass das noch nicht genug ist. Du musst also noch mal kommen und mehr aufnehmen!“ (lacht) Und da entgegnete er nur: „Okay“.

The-Pit.de: Wo du sie gerade erwähnst: Das Riff von „Axis Of The Worlds“ erinnert mich an King Crimson…

Ivar: Ja, durchaus. Auch die Art, wie dann die Leadgitarre reinkommt, das ist schon Crimson-inspiriert. Vor allem neuere Crimson, also aus den Neunzigern, die ich auch sehr mag. Aber wir hören diese Band so viel, da ist es unmöglich, nicht auch davon beeinflusst zu werden.

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