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Emil Bulls im Interview (Dezember 2017)

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“

The-Pit.de: Die Platte ist sehr vielseitig geworden, da stellt sich unweigerlich die Frage, was ihr selber hört?

Stephan: Genauso wie die Platte vielseitig ist, ist auch unser Musikgeschmack. Da hat jeder einen eigenen, das ist kunterbunt.

Christoph: Oft gibt es bei uns so ein Spiel, dies heißt iPad-Runde, da darf jeder einen Song auflegen und der muss bis zum Ende gespielt werden. Man kann sich vorstellen, wie gemischt es bei fünfzehn Leuten im Bus ist, die eigentlich alle einen breitgefächerten Musikgeschmack haben. Da lernt man aber viele Einflüsse kennen. Wir waren aber schon immer ein Band, die über den Tellerrand hinausgeschaut hat und solche Einflüsse mitnimmt. Ich glaub, dass es auch eins der Geheimnisse ist, warum wir schon so lange gemeinsam musizieren. Bei uns ist es eigentlich nie passiert, dass jemand wegen musikalischer Differenzen die Band verlassen hat oder man ein Solo-Projekt gründen musste, um sich selbst wiederzufinden. Unsere Hauptband war immer so vielseitig, dass sich jeder ausleben konnte. Ich konnte zum Beispiel meine Liebe zur Popmusik und zu schönen Melodien genauso einbringen, wie die zur aggressiven Musik, bei der man harte Riffs hat und auch mal plärren kann. Oder die Liebe zum Sphärischen, worauf man große Melodien schreiben kann. Deswegen hat sich wohl niemand die Frage gestellt, ob er sich musikalisch nicht wohlfühlt oder gar eingeengt fühlt. Klar haben wir bei Alben schon gesagt, lass uns diesmal etwas härter machen, aber es war nie ein Muss.

Stephan: Dies hat sich auch über die Zeit so entwickelt.

Christoph: Genau, wir schreiben ja auch Unmengen von Songs für so ein Album, es gibt meist so an die hundert Ideen. Da könnten wir sicher Alben in alle Richtungen daraus machen. Es könnten reine Pop-Alben oder reine Balladen-Album werden, oder eben auch ein reines Baller-Album. Bei uns ist es am Ende allerdings immer so, dass wir die Songs, die uns am besten gefallen auf das Album kommen. Und dann ist es egal, in welche Richtung sie gehen.

The-Pit.de: Seid ihr euch bei der Vielzahl immer einig?

Stephan: Nein, da gibt es schon größere Diskussionsrunden und es wird schon mal gestritten, aber positiv natürlich.

Christoph: Bei so vielen Songs und Ideen muss natürlich was auf der Strecke bleiben. Bei manchen ist dies sofort klar, aber am Ende stehen meist noch zwanzig Titel, die die Berechtigung hätten, auf dem Album zu erscheinen. Wenn da also noch sieben wegmüssen, hat schon jeder seine eigene Meinung, aber irgendwie ist man sich doch beim Grundkonsens einig. Irgendwann verschwimmt das und man vergisst, wie gut eigentlich die anderen Titel waren. Wir haben zum Beispiel bei diesem Album zwei Songs dabei, die vom letzten Album noch übrig waren und die nochmals überarbeitet wurden. Und einer dieser beiden Songs ist mittlerweile mein Lieblingstitel. Manchmal muss so etwas eben reifen, es kann genauso gut sein, dass beim nächsten Album etwas erscheint, was wir jetzt schon geschrieben haben, aber halt rausgeflogen ist.

Stephan: Das hoffe ich doch. Wenn man so viele Songs schreibt, arbeitet man eben sehr viel und manche Sachen sind noch nicht so ausgereift, deswegen greift man vielleicht später nochmals darauf zurück, wenn man sie noch genauer angeschaut hat.

The-Pit.de: Die letzte Frage widmet sich einem Song der auf dem Album heraussticht und dies ist „Miss Magnetic“, wie kam es hierzu?

Christoph: Das ist ne gute Frage. Es ist ein Song, der in der Entwicklung saulange gedauert hat. Der hat ganz viele Stufen durchlaufen und ursprünglich gab es nur den Refrain, den ich richtig cool fand. Das war eigentlich erst eine ziemliche Hau-Drauf-Nummer.

Stephan: Eigentlich sind hier ja aus zwei Songs einer geworden.

Christoph: Ja. Irgendwann habe ich aber gesagt, wenn man schon so einen poppigen Refrain hat, dann ist es nichts Halbes und nichts Ganzes, also wollten wir dann lieber eine Up-Tempo-Pop-Nummer daraus machen. Vielleicht war genau dieses Rausstechende unser Ziel. Solche Songs haben wir eigentlich immer auf den Alben, dementsprechend scheiden sich auch die Geister. Ganz viele lieben dies, anderen brauchen es nicht. Den Song haben wir allerdings noch nicht live gespielt, obwohl es viele gibt, die ihn sich wünschen. Die Nummer ist halt sehr poppig, manche mögen ihn und wer nicht, kann ja weiterschalten.

An dieser Stelle nochmals ein Dank für das Interview. Und wer es dieses Jahr nicht geschafft hat, bei einer Show von Emil Bulls dabei zu sein, sollte dies 2018 beim zweiten Part nachholen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

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