Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Emil Bulls im Interview (Dezember 2017)

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“

Ende September veröffentlichten Emil Bulls mit „Kill Your Demos“ wieder mal ein Hammer-Album, mit welchem sie begeistern konnten und welches nun auch live vorgestellt wird. Während ihrer Tour bekam The-Pit.de die Chance, ein paar Fragen hierzu zu stellen.

The-Pit.de: Ihr seid im Moment auf Tour, wie läuft es bisher und wie kommt die neue Platte an?

Stephan: Die läuft eigentlich super, wir haben heute quasi Bergfest und bisher macht es richtig viel Spaß. Es kommen auch reichlich Leute, die uns noch sehen wollen. Die neuen Songs, dies sind sechs, kommen echt gut an und sind auch schon bekannt, also kann man davon ausgehen, dass sie sich das schon reingezogen haben.

The-Pit.de: Kurz zuvor wart ihr noch mit Papa Roach auf Tour. Da besteht schon die Frage, wieviel Disziplin gehört bei so einem Programm dazu?

Stephan: Sagen wir mal so, wir sind grundsätzlich schon diszipliniert. Aber die Tour hat ja jetzt auch nicht direkt angeschlossen. Im Vorfeld ist es schlimmer, da müssen wir schon sehr diszipliniert proben. Aber im Endeffekt auf Tour, muss sich mehr der Sänger zurückhalten. Also ich darf auch mal ein Bierchen trinken und etwas später ins Bett gehen, so wie gestern geschehen, aber nichtsdestotrotz bin ich heute natürlich topfit. Wie gesagt der Christoph muss da etwas mehr aufpassen wegen seiner Stimme und ist damit der Erste, der in der Koje liegt. Ich mein, wir machen das ja schon so lange und haben jeden Exzess miterlebt, dass wir wissen, dass es manchmal besser ist etwas zurückzuschalten.

The-Pit.de: Ihr seid ja für Frank Carter eingesprungen, der abgesagt hat, weil er seine Dämonen pflegen wollte. Was direkt zu eurer Scheibe „Kill Your Demons“ bringt und die Frage aufwirft, mit welchen Dämonen ihr zu kämpfen habt?

Stephan: Mit allen.

Christoph: Ich will dies jetzt nicht alles nach außen kehren, was mich bewogen hat, die Texte zu schreiben. Dies halte ich schon bewusste recht offen, aber ich denke jeder Mensch hat mit seinen Dämonen zu kämpfen, scheißegal ob die einen physisch begegnen oder es im Kopf stattfindet. Die ganze Platte steht ja unter dem Motto „Kill Your Demons“, dieser Albumtitel stand schon sehr früh fest und war dann Leitfaden für das gesamte lyrische Konzept. Wir behandeln ja nicht nur die eigenen Dinge, die einen Menschen aus der Bahn werfen können, sondern es geht auch um die äußeren Dämonen, die einen zerschmettern können oder die Erde zu einem Scheißhaus machen. Wie gesagt, das Konzept geht um Dämonen in allen Formen und Facetten. Ich denke, da kann sich jeder mit vielen Sachen identifizieren und vielleicht findet mancher auch Lösungsansätze, um diese von sich fernzuhalten. Ich habe zum Beispiel gestern einen krassen Brief von einem Fan bekommen, der über vier Seiten beschrieben hat, wie ihm die Platte dabei geholfen hat sich den Problemen zu stellen. Was natürlich schon beeindruckt. Und natürlich ist nicht alles autobiografisch, auch wenn ich vieles damit aufgearbeitet habe, was allerdings mehr als Inspiration anzusehen ist.

The-Pit.de: „Black Flags“ geht genau in die Richtung der äußeren Einflüsse.

Christoph: Das ist einer der Songs, der auf das heutige Zeitgeschehen eingeht. Der Titel sagt eigentlich schon alles. Früher wurde ja die schwarze Fahne gehisst, wenn die Pest ausgebrochen war. Ich hab dies auf die Welt umgemünzt und die schwarzen Fahnen wehen über den gesamten Planeten, wenn wir nicht aufpassen war es das vielleicht. Also eher ein Text über die physischen Dämonen, denen man gegenübersteht.

The-Pit.de: Um kurz auf die Entstehung der Scheibe zu kommen: Ich hatte gelesen, ihr habt euch alle zusammen zurückgezogen. Wie kann man sich das vorstellen, sitzt ihr mit der Klampfe in der Hand da und es entsteht was Neues oder liegen die Songs schon vor?

Stephan: Prinzipiell ist das genauso, bloß die Klampfe ist eine E-Gitarre und wir haben schon fortschrittliches Equipment dabei. (lacht) Aber tatsächlich waren wir das letzte Mal in Oberstdorf im Allgäu, so an die drei Wochen und in zwei Blöcken. Und weil es uns so gut gefallen hat, nun wieder. Da wird völlig diszipliniert gearbeitet, man steht um zehn Uhr auf und fängt an Musik zu machen. Dann kocht mal jemand was… Ich genieß das eigentlich sehr, weil man dort das Gerüst für das Album macht. Da kristallisiert sich heraus, in welche Richtung es gehen kann. Mir macht das extrem viel Spaß.

The-Pit.de: Bekommt ihr dort Hinweise von anderen?

Stephan: Wir haben das letzte Mal nach den drei Wochen unseren Produzenten hinzugezogen. Der hat über die Demos drüber gehört und schon etwas daran gearbeitet, aber wir laden ansonsten niemand anders ein. Da sind wir zu selbstbewusst und können allein einschätzen, was man verantworten kann.

Seite
comments powered by Disqus

Die High- und Lowlights der Redaktion im vergangenen Jahr

Von ausgelassener Stimmung, Perfektion und einer fetten Panne

"Ich mache im Grunde all das, worauf meine Kollegen bei Ctulu keinen Bock haben und was immer schon mal aus mir raus musste."

Überraschungen zum 30-jährigen Geburtstagsrausch

Wer hat Angst vorm Saxophon?

Von Gänsehautmomenten bis hin zum Circle-Pit

Starkes Debüt, welches nach einer baldigen Wiederholung schreit

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“