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Elmsfire im Interview (Februar 2017)

„Viel Frustration, viel Enttäuschung und viel Aufarbeitungsgeschichte an persönlichen Erfahrungen“

Neues Album, neues und altes Personal, da hat sich im Elmsfire-Lager einiges getan. Und da die sympathischen DüsseldorferInnen auch noch mit „Hour Of The Wolf“ ein neues Album am Start haben und die Terminabprache sozusagen auf Zuruf im Düsseldorfer Pitcher festgezurrt wurde, so kann man schnell den aktuellen Stand im Bandgeschehen ausklamüsern.

The-Pit.de: Es hat sich in den letzten Jahren viel bei euch getan, lass uns das mal der Reihe nach aufdröseln. Ihr hatte nach dem Debüt-Release mit Ross von Van Canto dann mit Erdmann endlich einen festen Mann am Mikrofon gefunden, den musstet ihr dann zum neuen Album „Hour Of The Wolf“ durch Lukas ersetzen, der aber ist zwar noch auf dem Album zu hören, aber eben auch nicht mehr dabei und live hilft euch wieder Erdmann aus. Wohin geht da die Zukunftsplanung und ist es nicht ärgerlich, da nicht auf was Festes setzen zu können?

Doro: Das ist sicherlich richtig, wir sind momentan auch noch ein bisschen in der Auswahl. Bis das durch ist, wird der Erdmann allerdings aushelfen. Das kann ich soweit schon mal sagen. Bevor uns der Ross damals das Album „Thieves Of The Sun“ eingesungen hat, war der Lukas ja schon mal bei uns. Ross ist dann eingesprungen, als die Aufnahmen bis auf den Gesang komplett durch waren und Lukas sich damals überlegt hatte, dann einfach mal auszusteigen. Das war damals eigentlich noch ein bisschen Kinderkram, ich glaube, dem war das alles plötzlich zu viel und er hatte sich nicht wirklich der Aufgabe gewachsen gefühlt. Es war ja sowieso klar, dass Ross nur für das Album einspringt, Ross hätte ja sonst eine Doppelverpflichtung gehabt, er konnte nicht bei uns bleiben, auch wenn es ihm richtig gut gefallen hat. Wir mussten dann halt jemand anderen finden, was dann der Erdmann war. Den haben wir mehr oder weniger irgendwo ausgegraben und zwangsrekrutiert, was er gerne mit sich machen lassen hat. Erdmann steckte aber noch ziemlich im Studium, hatte auch noch ganz viele andere private Verpflichtungen und eben nicht alles unter einen Hut gekriegt. Als er dann ausgestiegen war, hatte sich Lukas praktisch als Wiedergutmachung angeboten, wieder zu übernehmen. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen konnte war, dass er dann jetzt in den permanenten Vaterschaftsurlaub geht, er ist im Dezember wieder Papa geworden. Für uns ärgerlich, keine Frage, aber so ist es halt, das ist die Geschichte dahinter.

The-Pit.de: Auch hinter den Kesseln gab es 2013 einen Wechsel, Patrick Klose raus, Paul rein. Was ist da passiert, zumal ihr vorher auf diesem Posten immer sehr konstant besetzt ward?

Doro: Bis der Patrick zu uns gestoßen war, hatten wir konstant einen Drummer. Frank war fast elf Jahre mit uns unterwegs, ist dann aber in eine andere Stadt gezogen, auch Vater geworden, da hat das dann nicht mehr hingehauen. Der Patrick war dann zwei, drei Jahre bis 2013 bei uns, aber da hat am Ende die Chemie einfach nicht mehr gestimmt, wenn es dann darum ging, neue Songs zu schreiben. Man muss ja beim Songwriting schon sehr kompatibel sein mit den Leuten, die halt das Zepter in der Hand halten. Das hat irgendwie nicht hingehauen, das hat einfach nicht mehr gepasst.

The-Pit.de: Ich hatte mich vor kurzem mit Birx von Motorjesus kurz unterhalten können und er meinte, dass 70 Prozent eines Bandlebens die Chemie untereinander ausmacht. Würdest du das auch so unterschreiben?

Doro: Doch, das würde ich unbedingt so unterschreiben. Wenn man sich in einer Band auch persönlich nicht versteht und viele starke Persönlichkeiten, die keine Teamspieler sein wollen, aufeinander treffen, dann kannst du das Ding eigentlich schon begraben. Einmal muss es ganz klar im Proberaum funktionieren, dann auch beim Bierchen, man muss auch den Humor der anderen verstehen und zu einem gewissen Grad auch teilen, damit du in irgendeiner Form kreativ tätig werden kannst. Wenn du dann Menschen dabei hast, die darauf bedacht sind, ihr eigenes kreatives Potenzial durchzubringen, ohne Rücksicht auf die anderen zu nehmen, dann wird es schwierig.

The-Pit.de: Und zuletzt habt ihr nach sechs Jahren das neue Album über dem noch recht jungen Label Record Jet veröffentlicht, wart vorher aber auch bei Massacre Records. Von welcher Seite war da keine Interesse mehr für eine Zusammenarbeit?

Doro: Hmm, wie soll ich das jetzt sagen. Massacre Records, das hat damals ganz gut für uns gepasst, aber das war für uns ja auch nicht ganz billig. Bei den neueren Verträgen hattest du einen ganz hohen Eigenanteil, da hat man das Geld oder nicht. Eine Platte hatten wir ja schon dort, nur bei der nächsten haben sie sich das genauso vorgestellt, aber nochmals 5000 Euro hatten wir schlussendlich nicht übrig. Wir haben uns dann eine andere Lösung gesucht. Ich kann jetzt nicht sagen, dass wir zu hundert Prozent unzufrieden waren, es war jetzt aber auch nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Record Jet ist ja jetzt nicht so ein richtiges Label. Sie verlegen uns zwar auf den ganzen Online-Plattformen, haben auch ein Presswerk an der Hand, das die ganzen Sachen macht, aber im Prinzip ist das alles unsere Mache. Die haben jetzt ihr Logo mit drauf, aber die machen weiter nichts. Wir behalten alles unter eigener Kontrolle. Es ist überschaubarer, wir wissen, was alles läuft, weil wir alles selber verbrechen müssen. Wenn dann mal etwas nicht läuft, dann sind wir auch die einzigen, denen wir dafür in den Arsch treten können.

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