Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Ektomorf im Interview (April 2012)

Erfahrener, reifer, aber keinen Deut leiser!

Basser Szabi ist inzwischen schon sehr lange bei Ektomorf

Zum Thema

The-Pit.de: Wie lief denn der Videodreh zu „To Smolder“ ab? Das war ja bestimmt sehr aufregend.

Zoli: Ja, der Dreh war echt cool! Aber mir fällt gerade auf, dass ich gerade über echte harte Musik predige und unser letztes Album war eine Akustikplatte (lacht herzhaft)! Das ist aber etwas ganz anderes. Hier geht es nur um ein Album. Es wird höchstwahrscheinlich kein zweites Projekt in dieser Richtung geben. Der Videodreh war echt cool. Wir durften ein Haus niederbrennen. Das Feuer, das man im Video sieht, ist echt. Das ist keine Computeranimation. Ich stand da direkt vor den Flammen und dachte, dass mein Kopf gleich vor Hitze platzen würde. Der Regisseur meinte immer, ich soll noch näher ans Feuer gehen und ich sagte ihm immer: „Ich kann nicht, ich brenne doch schon fast!“ Darauf meinte er nur, dass es bei „To Smolder“ doch genau darum ginge. Der erste Teil des Videos, als ich im Schnee lag, wurde während eines sehr kalten Tages aufgenommen und ich musste mich bestimmt 20 Mal in den Dreck legen. Das war scheißkalt kann ich dir sagen. Als wir beim Drehort ankamen, ging es darum, wie wir das Video am besten angehen und ich meinte nur, dass ich unbedingt Feuer haben möchte. Der Regisseur meinte, dass das kein Problem wäre. Die Hütte durfte abbrennen. Zuerst wollte das Feuer aber nicht richtig losgehen, als es dann aber Fahrt aufnahm, hatten wir Angst, dass wir die Kontrolle verlieren könnten. Es ging dann aber doch gut und heraus kam ein richtig gutes Video.

The-Pit.de: Wer hat das Video denn gemacht?

Zoli: Das Video haben dieselben Jungs gemacht, die auch all die anderen Videos zurück bis zum „Outcast“-Album gemacht haben. Ich arbeite sehr gerne mit dem Team zusammen. Das sind Jungs aus Ungarn, die ich sehr zu schätzen weiß.

The-Pit.de: In dem Video seid ihr nur zu dritt zu sehen. Wieso denn eigentlich?

Zoli: Wir haben das Album zu dritt aufgenommen. Jetzt braucht aber niemand gleich wieder voreilige Schlüsse ziehen. Zwischen Michael und uns ist alles okay, aber wir haben das Album zu dritt aufgenommen und auch die Songs zu dritt gemacht, also wollten wir auch das Video zu dritt drehen. Bei der Liveshow im April und bei der Radioshow bei MR2 wird er natürlich dabei sein. Michael ist eine coole Socke, ich mag ihn sehr gerne.

The-Pit.de: Du hast dir in Ungarn mit deinem Dad ein eigenes Studio eingerichtet. Möchtest Du darüber etwas erzählen?

Zoli: Ja, also grundlegend ist es mal sehr groß (lacht). Mein Dad hat es gebaut, nicht ich. Ich habe ein bisschen gemalert, das war es dann aber auch schon. Wir hatten zu Hause eine große Garage. Ich muss hier aber anders anfangen. Ich bin endgültig wieder nach Hause gezogen. Ich wohne jetzt wieder in Ungarn und dort werde ich auch bleiben. Ich habe ja in Hamburg gelebt, bis meine frühere Beziehung kaputt ging und nun habe ich mich entschieden wieder nach Hause zu gehen. Das ist auch gut so. Und so kam es, dass ich meinen Vater fragte, ob er uns nicht einen Proberaum einrichten könnte, weil wir ständig von einem Raum zum anderen in Miete tingelten. Mein Dad meinte, dass wäre okay, und da er handwerklich sehr begabt ist, hat er sich daran gemacht, die Garage auszubauen. Als ich den Raum das erste Mal gesehen habe, meinte ich nur, dass der Raum zu klein ist und ich ihn zwei Meter größer möchte, wofür er mich natürlich schief ansah. Nun sieht es aber so aus, dass der Proberaum acht Meter lang und fünf Meter breit ist. Als das verwirklicht war, sah ich ein YouTube-Video von den Foo Fighters. In dem Video ging es darum, dass die Band ihr letztes Album zu Hause aufgenommen hat. Das brachte mich auf die Idee, bei uns noch mal zu erweitern. Nun sieht es so aus, dass wir achtzig Quadratmeter zur Verfügung haben. Vierzig als Proberaum und vierzig als Studio. Dazwischen gibt es ein richtig großes Fenster, durch das man ins Studio, beziehungsweise in den Proberaum schauen kann.

The-Pit.de: Wirst Du auch für andere Bands aufnehmen oder produzieren?

Zoli: Nein, das Studio ist nur für Ektomorf gedacht. Ich kenne mich zwar mit der Technik und mit Pro Tools ganz gut aus, weil mir Tue einiges beigebracht hat, aber ich selber werde keine Aufnahmen machen. Das Studio ist nur für uns. Ich ziehe mich gerne dahin zurück. Ich werde sicherlich noch Videos davon posten. Mit den Nachbarn hatte ich schon die ersten Konflikte. Der Mann aus dem Nachbarhaus kam herüber und beschwerte sich, dass die Bassgitarre so dröhnt. Ich antwortete, dass wir an diesem Abend nur noch akustisch spielen würden. Am nächsten Tag ging es aber wieder voll mit Bassaufnahmen weiter. Der Nachbar kam seither nie wieder herüber. (grinst)

The-Pit.de: Aus Ungarn kommt allmählich immer mehr Musik nach Deutschland. Bands wie die Folk Metaller Dalriada oder die Black Metaller Nefarious und Sear Bliss haben auch hier Fans. Gibt es in Ungarn eine lebendige Metalszene?

Zoli: Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Ektomorf sind in Ungarn noch immer nicht gerne gesehen. Da hat sich fast nichts verändert seit früher. Als das Akustikalbum herauskam, gab es in Ungarn fast keine Reviews. Nur die ganz großen Magazine haben die Scheibe überhaupt erwähnt. Alle anderen haben sie keines Blickes gewürdigt. Und das, obwohl wir heuer ein richtig großes Festival in Ungarn spielen werden. Wir werden als Co-Headliner vor Danko Jones spielen, was bedeutet, dass wir „The One“ zusammen zocken werden. Darauf freue ich mich schon sehr. Die ungarische Szene interessiert sich nicht für uns, ich mich aber auch nicht für sie. Unsere Fanbase ist nach wie vor hier in Deutschland. Hier hat alles begonnen und hier haben wir auch nach wie vor die meisten Fans. Im Normalfall werden wir in meinem Heimatland nicht einmal erwähnt. Wenn doch, dann meist mit rassistischem Hintergrund. Dort bin ich immer noch der Scheiß-Zigeuner. Ich bin nicht an deren Quatsch interessiert. Ich spiele hier in Deutschland und weiß, dass ich hier sehr treue Fans habe, die sich freuen, wenn sie Ektomorf live sehen können.

The-Pit.de: Werdet ihr heuer Festivalshows spielen? Auf euerer Homepage konnte ich keine Daten finden.

Zoli: Ja, einige Sachen sind schon geplant. Das wichtigste Festival in Deutschland wird bis jetzt das With Full Force Festival werden. Das Line-Up dort ist extrem brutal und wir freuen uns sehr auf die Show unter so vielen anderen brachialen Bands.

The-Pit.de: Ihr wart auf der Musikmesse in Frankfurt. Wie hat es euch dort gefallen?

Zoli: Oh Mann, die Musikmesse war so cool. Wir waren von ESP eingeladen und ich kann dir sagen, wir hatten eine sehr schöne Zeit in Frankfurt. Wir hatten keine Autogrammstunde, aber wir waren eingeladen. Wir durften beim Künstlerabendessen teilnehmen, was ziemlich geil war. Wir waren da zusammen mit den Jungs von Anthrax, Nergal von Behemoth, übrigens ein ganz, wirklich ganz cooler Kerl und wir konnten uns recht gut unterhalten, weil er aus Polen kommt und wir aus Ungarn. Die Sprachen sind sich sehr ähnlich. Frank von Anthrax ist auch ein sehr cooler Kerl. Ich habe dort so viel gelacht, dass mir der Kiefer wehgetan hat vor lauter Lachen. Allen Steelgrave von ESP ist auch so ein lustiger Vogel mit dem wir uns fast totgelacht hätten. Er hat uns zu diesem italienischen Restaurant gebracht und auf einmal kam Nicko McBrain herein und begrüßte uns. Das war so surreal. Ich meine, der Drummer von Iron Maiden, das war echt krass. Nicko ist so lustig. Er ist ein gutes Stück älter als wir, aber wir hatten echt Spaß zusammen. Als wir das Restaurant verließen, ging der Spaß in der Hotelbar weiter. So lief das zwei Tage lang. Ich habe dort auch den Mann von ESP Japan kennengelernt und wir haben uns über einige wichtige Themen unterhalten. Mal sehen, was da noch herauskommt.

The-Pit.de: Vielen Dank für Deine Zeit, Zoli! Vielen Dank für die nette Unterhaltung und wir wünschen euch eine geile Show heute Abend

Zoli: Kein Problem, Mann. Gerne doch. Genießt die Show!

Das muss man den Redakteuren natürlich nicht zweimal sagen. Eines soll hier aber noch erwähnt werden: Die Umstände für das Interview waren am Anfang gar nicht so glücklich. Das Flugzeug der Band hatte Verspätung und dann steckten die Musiker auch noch in einem Stau fest. Trotzdem, dass es bis zum Auftritt nur noch weniger als sechzig Minuten sind, nahm sich Zoli mehr als eine halbe Stunde Zeit für das Interview mit The-Pit.de. Dafür ein ernst gemeintes herzliches Dankeschön!

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus