Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Eisbrecher im Interview (Oktober 2010)

Von Sterbe-Trainern und zwei geplanten neuen Alben

Eisbrecher im FZW

Zum Thema

The-Pit.de: Genau, „Eiszeit“ kam auf Platz 5 der Media Control Charts, Unheilig war 15 Wochen in Folge mit seinem Album „Große Freiheit“ auf Nummer 1. Kommen für euch Marketingtricks wie Einzug ins Big Brother Haus oder ein Gastauftritt bei GZSZ in Frage? Und was haltet ihr davon?

Alexx: Muss man immer zu der Zeit entscheiden, wenn es auf den Tisch kommt. Etwas kategorisch abzulehnen, bloß weil es einem keiner anbietet, ist relativ schwach. Wenn das unmoralische Angebot mal auf den Tisch kommt, muss man dies neu bewerten, dann muss man sehen, ob man das tut.

Es gibt aber definitive „no Go’s“, keiner von Eisbrecher wird sich jemals für eine politische Sache vor den Karren spannen lassen. Big Brother, denke ich mal aus dem Bauch heraus, können wir auch ausschließen. Bei Schlagerfestivals oder GZSZ sehe ich uns jetzt auch nicht, oder bei trashigen „Star Verwurstungsshows“. Wir haben immer mal gesagt, dass es uns auch bei Bundesvision Song Contest nicht geben wird, aber da hat sich eine Menge geändert. Man muss einfach schauen, wo es hingeht. Notfalls muss man dann auch mal den Adenauer machen: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“. Gewisse Dinge werden wir sicher nicht tun, aber guckt uns doch einfach zu, entscheidet selbst, dann seht ihr was wir alles machen.

 

The-Pit.de: Der Song „Amok“ ist in die Kritik geraten, gerade in Erinnerung an Winnenden. Was aber steckt hinter dem Song, welcher ja auch dein, Alexx, Favorit ist?

Alexx: Es ist doch immer wieder komisch, dass dann Songs wie „Amok“ in die Kritik geraten, statt die Gründe oder der Amoklauf selbst. Es ist doch komisch in diesem Land; man darf nicht mehr rauchen und zum Lachen muss man in den Keller. Die sollen doch alle ihr Maul halten und nachdenken und für eine Welt sorgen, in der so was nicht mehr möglich ist. Und so lange es Amokläufe gibt, sei es uns zugestanden, die Frage zu stellen, ob nicht in uns allen ein kleiner Amokläufer steckt.

Hier war es eine Rechtsanwältin und es sind oft Kids aus den besten Verhältnissen. Ja die Gesellschaft hat ein Problem und darüber muss man reden. Die Fundamentalisten übernehmen immer mehr die Macht in Europa, und so was kann nicht unter den Teppich gekehrt werden. Sowas hatten wir schon, dann sind wir wieder im Mittelalter. Schönen Gruß an der Stelle: „Die sollen ihr Maul halten.“

 

The-Pit.de: Welcher Song ist euer Liebling auf dem Album „Eiszeit“?

Alexx, Noel, Rene, Dominik, Jürgen: (großes Gelächter) „Amok“

 

The-Pit.de: Ihr seid nach einer langen Festival Tour nach nur 14 Tagen Pause wieder unterwegs. Was war das beste Festival/Konzert und warum ist euch dieses so in Erinnerung geblieben?

Noel: (ironisches Gelächter) Amphi, wegen der zehn Stunden Vorbereitungszeit.

Dominik: Wiesn (neuer Bassist), weil es das Einzige war.

René: Amphi, wobei Zita war auch ein Kracher.

Alexx: Eher das Zita, denn da hatten wir die Fans am Arsch. Castle Rock war auch super von der Stimmung.

 

The-Pit.de: Nach sieben Jahren bist du, Alexx, das erste Mal live, beim Castle Rock in Mülheim, wieder auf Megaherz getroffen. Wie war das für dich?

Alexx: Ne, ne, ne. Das gab es 2005 schon mal in Paderborn. Wir haben da (Anm.: auf dem Castle Rock) vor Megaherz gespielt? Na das wird das letzte Mal gewesen, dass es so war. Wie? Das so war? Ja mei, da guckt man sich die Band an, die man mal gegründet hat. Wie oft kommt man in den Genuss, seine eigene Mucke von unten anzugucken? Es war interessant, aber Geschmacksache.

Gehen wir aber mal vom Status Quo heute aus. Die Zeit der Frotzeleien, der Sticheleien ist vorbei. Gewisse Wunden heilen mit Sicherheit nie (Alexx fasst sich an die Brust), aber ich sage jetzt mal, diesen Aufreger gibt es jetzt nicht mehr. Es ist jetzt gut. Beim Zita haben der Megaherz-Lex und ich sogar zusammen „Miststück“ auf die Bühne gebracht. Also in sofern alles easy. Sie sollen ihr Ding machen und wir unser Ding. Es gibt jetzt zwei Bands, einmal Megaherz und einmal Eisbrecher und die trennen Welten. Was gestern war, ist vorbei, ist alter Kaffee und was gewesen ist, interessiert niemanden - nur etwas tief in mir und das muss man nicht mehr öffentlich breit latschen.

Seite
comments powered by Disqus