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Disbelief im Interview (März 2010)

Wild und hungrig auch nach 20 Jahren

Nutzen gerade bei Konzerten die Musik als Ventil

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Disbelief ließen sich in Essen blicken, und während draußen ein nasskalter Wind der Ungemütlichkeit neue Nahrung verschaffte, saßen Jagger und Joe im warmen Tourbus und warteten auf die Fragen, die seitens The-Pit.de auf sie einprasseln sollten. Natürlich wurde da gleich auch die Gelegenheit genutzt, ein paar alte Demo-Tapes der seligen frühen Neunziger zur Signierung über den kleinen Bustisch zu schieben. 20 Jahre Disbelief sind wahrlich ein Grund, den beiden Protagonisten ein Mikrofon unter das Riechorgan zu halten.

 

 

The-Pit.de: 20 Jahre Disbelief mit zahlreichen Veränderungen – wie fühlt sich das an?

Jagger: Ja, im Endeffekt sind 20 Jahre als Resumee für mich auch persönlich etwas, das mich mit Stolz erfüllt, mit diesen Musikern zusammenzuarbeiten, wie es gerade ist, und so, wie sich alles geformt hat. Es ist erst einmal vorrangig für mich, dass wir gute Musik zusammen kreieren, und das ist auch erstmal das I-Tüpfelchen. Was wir schon alles als persönliche Ziele mit der Band erreicht haben – da war schon einiges dabei. Ich hätte das damals gar nicht geglaubt.

 

The-Pit.de: Dann kann man ja sagen, dass nach den Releases der ersten Demo-Tapes die Erwartungen mehr als übertroffen wurden, oder?

Jagger: Die Erwartungshaltung war eigentlich, dass man eigentlich nie etwas Großes erwartet hat. Alles, was im Endeffekt passierte, konnte man sich eh nur überraschen lassen, ist alles nur ein Zeitgeist, oder besser: nur ein bestimmter Zeitgeist.

 

The-Pit.de: Jetzt besteht Disbelief schon so einen langen Zeitraum – dann ist das etwas Besonderes. Mittlerweile bist du als einziges Gründungsmitglied dabei. Du hast die Band geformt, bist immer noch präsent. Das müsste deine Rolle doch noch ein bisschen mehr hervorheben.

Jagger: Ja, die Liebe zur Musik eben. Ich denke, dass ist beim Joe und beim Kai genauso. Die Musik hält uns zusammen, die Musik ist etwas, das wir für uns auch als Ventil sehen, wo wir unsere ganzen Energien, auch schlechte, loswerden. Das passiert beim Proben und noch umso mehr bei Live-Konzerten. Dort kann man alles rauslassen, und man fühlt sich nachher sehr befreit.

 

The-Pit.de: Ihr habt euch 1990 gegründet und 1992 das erste Demo-Tape veröffentlicht. Damals wurde die Metal-Szene als tot beschrieben. Was sind für euch die wichtigsten Veränderungen, die sich bis in die Neuzeit ergeben haben?

Joe: Ich denke mal, dass heutzutage sehr viele Bands unterwegs sind, die per Internet sehr viel vorarbeiten können, und sie können auch ihre Musik optimal verbreiten. Es ist aber auch sehr viel schwieriger geworden, sich als Band dort durchzusetzen, weil das Angebot so groß ist. Durch die Beständigkeit von Disbelief, und weil wir schon seit Jahren am Ball bleiben, setzten wir uns deswegen am Ende doch durch.

Jagger: Im Vergleich zur Vergangenheit hat man früher, wenn es um Veröffentlichungen ging, von den 30 oder 40 Platten alles gekannt. Und was man nicht kannte, hat man durch das Rock Hard kennen gelernt. Heute kann man den Überblick gar nicht behalten, das geht einfach nicht mehr. Und wenn man neue Bands entdecken will, ist das vergleichbar mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, um die zu entdecken, die einen beeindrucken, oder auch wieder beeindrucken, wie die neue Alice In Chains. Und wir genießen auch, dass man das erleben darf, das so etwas heute auch wieder passiert. Bei einem Jahresrückblick Marke „Gib deine besten zehn Scheiben vom letzten Jahr an“ habe ich lange gegrübelt, und bin gar nicht auf zehn Platten gekommen.

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