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Dipsomania im Interview (März 2018)

„Es gab in unserem Leben schon immer Thrash Metal und das wird auch immer so bleiben“

Die Dorstener Thrasher Dipsomania machen tatsächlich ernst... schon lange hieß es immer wieder im Bandlager „jetzt aber“, geblieben waren immer wieder Worthülsen und ein paar verstreute Shows in wechselnder Besetzung. Wie es dazu kam, was nun ansteht, dazu geben in vorderster Reihe Gitarrist Thomas, Frontmann Kawi und auch Neuzugang am Schlagzeug Pieter Infos preis.

The-Pit.de: Dipsomania sind ja quasi schon ein paar Jahrzehnte am Start mit den ganzen Hoch und Tiefs, die ein Bandleben so bietet. Ihr wagt jetzt einen Neustart. Wie habt ihr euch schlussendlich zusammengerauft? Passt da dann auch euer „Dänemark“-Urlaub ins Konzept und wie seid ihr endlich in den Songwriting-Modus eingestiegen?

Thomas: Wir mussten uns im Prinzip gar nicht zusammenraufen, weil wir ja nie den Kontakt verloren hatten. Wir haben eigentlich immer ja mal mehr oder weniger Musik gemacht. Ein kleines Loch war da gewesen, als August (Matthias Kassner, Drummer; Anm. d Verf.) ausgestiegen ist und nur noch für Exumer und Crossplane gespielt hat. Wir hatten dann einfach keinen Schlagzeuger gefunden, wir waren sogar kurz davor, aus dem Proberaum rauszugehen. Dann haben sich aber Pieter und Kawi (Dirk Karwinski, Frontmann; Anm. d. Verf.) auf einem Konzert getroffen und die Lücke geschlossen, was dann quasi wie eine Initialzündung war. Da haben wir dann ruckzuck alte Songs reingeschmettert und neue Songs geschrieben. Die Idee zum Dänemark-Urlaub kam auch von Pieter, die Klamotten einfach mal aus dem Proberaum rauspacken und eine Woche lang Musik machen, Party machen, Spaß haben. Das passte alles super. Wir hatten auch noch super Wetter, wir hatten auch eine super Location und das Ganze hat dann nochmals Arsch getreten. Der Spaß war auch im Vordergrund, wir hatten ja auch keinen Druck, dass wir jetzt eine neue CD machen müssen. Wir wollten das einfach machen, wir konnten jetzt auch endlich das machen, was wir ja jahrelang nicht so konzentriert machen konnten.

The-Pit.de: Ist die eine Woche Metallerfreundschaft auch wichtig für die Teamfindung gewesen? Gerade auch mit den Neueinsteigern...

Thomas: ... ja, klar. Eine Woche ist das zu neunzig Prozent Dipsomania-Urlaub gewesen. Keine Ablenkung, keine langen Telefonate, keine e-Mails, keine Handy-Daddelei, auch keine Frauen und Kinder. Wir haben ja alle Familie oder sind in ähnlichen Konstellation verbandelt, da galt es aber einfach nur Musik machen. Du stehst morgens auf, trinkst ein Bier und spielst Musik. So war das. Unglaublich, es war zu schön, um wahr zu sein. Nach sechs Tagen packen war zwar wieder scheiße, aber daraus haben wir diese Power mitgenommen. Und natürlich schweißt so etwas auch zusammen, danach war Pieter mehr in der Band drin als die beiden anderen Schlagzeuger zusammen, weil man sich nicht „mal“ getroffen hat. Das war sofort wie eine Familie, da war nichts mehr wie „das ist jetzt der neue Schlagzeuger“, es fühlte sich zu 100 Prozent richtig an.

The-Pit.de: Jetzt ist das Songwriting schon wieder ein Stück weg und ihr habt tatsächlich den Allerwertesten hochbekommen und die Songs auch aufgenommen. Wie fühlt sich das nun für euch an, nachdem ihr jahrelang eher nur Pläne geschmiedet hattet?

Kawi: Ja, das ist schön, endlich mal, dass man sogar Licht am Ende des Tunnels sieht, dass wir endlich mal den Arsch hochbekommen und die Dinge angepackt haben. Wichtig dazu war ja auch, dass wir diese Dänemark-Geschichte gemacht haben. Da hat man erst einmal gesehen, dass alles zusammen passt, dass man echt gut voran kommt. Man arbeitet die Songs einfach Stück für Stück ab und wir haben es wirklich und tatsächlich geschafft, sechs, sieben, acht neue Songs zu schreiben binnen fast einem Jahr. Das ist für uns als keine Profiband schon ordentlich. Man hat auch schon gesehen bei der Show im Dortmunder Blackend, dass die Lieder, die wir gespielt haben, gut Arsch treten und dass die Leute das annehmen und auch Bock darauf haben.

The-Pit.de: Thrash Metal boomt schon schon länger und ist einmal mehr wieder auf einem oberen Ast. Nun könnte man meinen, da wollt ihr als Dipsomania einfach wieder aufspringen. Nach „lange nichts gemacht“ liegt der Thrash euch doch sehr am Herzen, oder?

Thomas: Ja, natürlich. Wir empfinden überhaupt keinen Druck, da steckt kein „das müssen wir jetzt auch machen“ hinter. Wir haben jetzt endlich das, was wir lange Zeit eben zu hundert Prozent nicht hatten. Und wie der Kawi gerade schon sagte, wir machen das ja nur aus Spaß an der Freude. Wir werden damit nicht reich und auch nicht berühmt werden, wir machen eigentlich nur das, was wir am liebsten machen und was wir auch am besten können. Genau das ist es dann auch, was wir eingespielt haben. Darauf sind wir auch mächtig stolz. Wenn wir die Songs spielen, dann haben wir ein Leuchten in den Augen wie die Kinder zu Weihnachten und ich freue mich jedes Mal darauf, wenn ich auf die Play-Taste drücken und unsere Songs hören kann. Da haben wir richtig was Geiles geschaffen. Wir machen ja auch weiter, es ist ja nicht so, dass wir jetzt fertig sind. Zwei, drei neue Ideen sind schon in der Pipeline, wir machen dann mal weiter, bis wir wahrscheinlich umfallen.

Kawi: Fakt ist ja auch, dass wir nie mit der Musik aufgehört haben. Wir waren zwar vielleicht nicht immer für jeden greifbar, aber wir als Band feiern in 2018 unser 30-Jähriges und das werden wir auch schön mit Big Party verbinden. Mit der CD „Uncompromising“ im Rücken, wo man jetzt auch mal sehen kann, dass man neue T-Shirts macht, da hat man jetzt wieder ein Ziel. Das hat aber nichts damit zu tun, dass Thrash Metal im Aufwind ist. Für uns war Thrash Metal immer greifbar, immer da, ganz gleich, ob es die Neunziger mit irgend einer anderen Musik waren, was man teilweise nicht verstehen konnte, warum, da war für uns schon immer Thrash die Nummer eins. Es gab in unserem Leben schon immer Thrash Metal und das wird auch immer so bleiben.

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