Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Die Apokalyptischen Reiter im Interview (Januar 2011)

Die Reiter plaudern über das neue Album und Schlagersänger

Im Februar erscheint das neue Album der Reiter

Zum Thema

Im Zuge des Christmas Metal Festivals ergab sich für The-Pit.de die Chance, mit Volk-Man und Fuchs von den Apokalyptischen Reitern ein Interview zu führen. Zur Sprache kommt das neue Album „Moral und Wahnsinn“, die allgemeine Weltanschauung und einige andere Kuriositäten.

The-Pit.de: Ihr habt ein neues Album mit dem Titel „Moral und Wahnsinn" in den Startlöchern. Ihr selbst schreibt auf eurer Homepage, dass dieses Album etwas ganz Besonderes wird. Könnt ihr uns und unseren Lesern erläutern, warum das so ist?

Volk-Man: Mit „Moral und Wahnsinn“ wollten wir uns noch ein Stück weiter freischwimmen. Für die ersten Platten hatten wir ja durch die Bank Prügel bezogen, weil wir anders waren. Die einen liebten uns dafür und die anderen konnten nicht verstehen, was wir denn vermitteln wollten.

The-Pit.de: Gut, klar, die Reiter haben durchaus immer polarisiert. Doch viele Fans fanden eben genau eure Andersartigkeit attraktiv, daran wird sich auch bis heute nichts geändert haben.

Volk-Man: Wir haben eigentlich nicht direkt die Intention, mit Gewalt anders klingen zu wollen als all die anderen Bands, wir schreiben ja unsere Songs nicht mit der Absicht, genau eben nicht wie die oder die Band zu klingen. Das passiert einfach. Die Absicht hinter unseren Stücken war schon immer, einfach unsere Stimmung zu verkörpern. Deshalb können wir auch kein Album schreiben, das immer nur die gleiche Stimmung hat. Vielleicht kommt das bei anderen Bands öfter vor, weil diese sich an ihrem Stil orientieren. Bei uns kommen immer sehr viele Einflüsse zusammen, da alle fünf in der Band ihre Ideen einbringen und auch alle Lust haben, sich in alle Richtungen weiterzuentwickeln.

Fuchs: Die Songs entstehen ja auch nicht alle gleichzeitig und jeder der Beteiligten befindet sich in seiner ganz eigenen Lebenssituation, das spielt auch eine große Rolle.

The-Pit.de: Ist das Album ein Konzeptalbum?

Fuchs: Das Album ist nicht wirklich ein Konzeptalbum, allerdings gibt es schon eine Art roten Faden. Der Titelsong und das Textkonstrukt geben schon eine gewisse Richtung vor. Das Album ist sehr aufwühlend und sehr stark hinterfragend.

The-Pit.de: "Moral und Wahnsinn". Wie kommt man auf diesen Albumtitel und was möchtet ihr dadurch vermitteln?

Fuchs: " Moral und Wahnsinn" bezieht sich im Prinzip auf das ständige Hinterfragen, was wir machen. Die klassische Geschichte mit Gut und Böse.

Volk-Man: Viele Sachen stellen sich für viele Menschen unterschiedlich dar. Zum Beispiel sind einige Sachen in einigen Ländern ganz normal und in anderen verachtet. Man fragt sich dann, warum das so ist. Da wir sehr viel reisen und auch andere Kulturen kennenlernen, ergeben sich immer wieder Situationen, die eben solche Fragen aufwerfen. Beispielsweise könnte mal jemand hinterfragen, warum wir alle arbeiten gehen, warum ist dieses System so? Ist es nicht schon eine Form von moralischem Wahnsinn, verdammt zu sein zu arbeiten?  Was ging in den Köpfen unserer Großeltern vor, als diese in den Krieg zogen. Wie kann es zu so etwas kommen?

The-Pit.de: Wie gefällt euch persönlich denn das neue Album im Ganzen?

Fuchs: Es gefällt uns sehr. Wir haben versucht, das „Moral und Wahnsinn“ –Konzept so konsequent wie möglich durchzuziehen, egal ob es sich um das Artwork, die Bilder, die Musik oder die Texte gehandelt hat. Ich glaube schon, dass uns das recht gut gelungen ist.

Volk-Man: Der Sound ist recht natürlich geworden. Wir haben den Schwerpunkt so gesetzt, dass man fühlt, dass Menschen die Musik gemacht haben, wenn man das Album anhört. Ein organischer Sound war uns schon sehr wichtig. Man sollte praktisch hören können wie der Musiker sich beim Spielen der Lieder fühlt. Ein großes Anliegen ist es uns auch, den Sound aus dem Studio auch direkt auf die Bühne zu bringen. Es macht keinen Sinn, sich im Studio alles schön hinzudrehen und auf der Bühne ist das dann alles gar nicht realisierbar. Die Technik ist heutzutage sehr verlockend, man kann beinahe alles akkurat machen und irgendwie hinbiegen lassen. Darauf verzichten wir aber, denn uns ist wichtig, dass die Leute uns identifizieren können. Und das geht eben auch über einen eindeutigen Sound. Ich stelle mir es echt grausam vor, wenn wir nach Playback spielen müssten, da fehlt doch jede Herausforderung und alles klingt jeden Tag immer vollkommen gleich. Da ist man doch nur noch eine Marionette. Das wäre dann wie bei den Schlagersängern.

The-Pit.de: Da wären wir dann ja wieder bei Moral und Wahnsinn. Wer will denn schon, dass so mit einem umgegangen wird?

Fuchs: Die Schlagersänger hatten das ja selbst in der Hand. Die hätten sich ja auch eine Nietenjacke kaufen können. (lacht)

Volk-Man: Jürgen Drews mietete das Studio, in dem wir aufnahmen, um dort Pressefotos zu machen. Seine eigentlichen Aufnahmen macht er in seinem kleinen Studio auf Mallorca. Da Bilder von einem kleinen Studio nicht zu seinem Image passen oder aus sonst welchen Gründen auch immer, wurden dann die Fotos für die Presse in einem größeren Studio gemacht.

The-Pit.de: Ihr habt auf eurer Homepage Fotos von eurem Studioaufenthalt veröffentlicht. Wo wurde die CD denn aufgenommen?

Volk-Man: Wir waren im gleichen Studio wie bei den letzten beiden Aufnahmen auch, und zwar in den Prinzipal Studios in Münster. Produziert wurde die Platte von uns und dem Produzenten Vincent Sorg, der mit uns auch schon „Riders On The Storm“ und „Licht“ aufnahm.

The-Pit.de: Wie betreibt ihr das Songwriting?

Fuchs: Die Ideen kommen grundlegend von einzelnen, arrangiert werden die Songs dann aber gemeinsam. Einer der wichtigsten Abläufe ist das intensive Proben und das zusammen jammen.

The-Pit.de: Euer letztes Album „Licht“ erreichte in den Charts Platz 29, was für eine Metal CD schon sehr beachtlich ist. Was denkt ihr, wird „Moral und Wahnsinn“ an diesen Erfolg anknüpfen können?

Fuchs: Das wird sich zeigen. Das liegt jetzt nicht mehr in unserer Hand. Das Ding ist fertig und nun muss der Hörer entscheiden. Eigentlich ist uns eh wichtiger, dass wir Abends eine fette Show spielen. Die Charts sind ein zweischneidiges Schwert. Natürlich sind sie eine Richtschnur, aber heutzutage stehen hinter den Platzierungen nicht mehr die riesigen Mengen an verkauften CDs. Wenn man mit 500 verkauften Einheiten pro Woche in die Charts kommen kann, dann ist das eher traurig. Was ist dann, wenn man nicht mehr chartet? Dann kauft ja praktisch niemand mehr deine Alben.

Volk-Man: Die Charts sind ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten, das heute immer noch zelebriert wird. Die Top Five sind bestimmt auch immer noch interessant, aber auf den Rest sollte man nicht zu viel Wert legen. Wir haben aber auch kein Problem wenn „Moral und Wahnsinn“ nicht so hoch kommt wie „Licht“.

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging