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Destruction im Interview (Mai 2011)

„Ehrlich gesagt: Wenn Nuclear Blast Destruction nicht mehr haben wollen, dann kann ich auch aufhören.“

Schmier in Aktion

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The-Pit.de: Die alten Recken Sodom und Tankard haben ja mit richtig fetten Alben vorgelegt. Kennst du deren neuen Werke schon, und hattest du Gelegenheit dich mit ihnen auszutauschen?

Schmier: Wir haben noch kein Armdrücken gemacht, aber sie haben ebenfalls gute Platten vorgelegt, und das ist ja auch immer etwas Motivation für andere Bands, wenn sie Scheiben veröffentlichen, die geil klingen und gut von der Presse angenommen werden. Ich bin aber auch stolz drauf, denn wir verkaufen uns ja nicht nur als Destruction, sondern auch als Teil der deutschen Szene, und da gehören Tankard, Sodom, Kreator und noch einige weitere Bands dazu. Und dann bin ich immer froh, wenn die anderen Bands etwas abliefern, was richtig geil ist. Viel schlimmer wäre es, wenn die Leute fragen, was denn in Deutschland los ist, warum es denn keine guten Platten mehr gibt. Es ist ja eher umgekehrt, wenn die Leute sagen: „Was ist denn los in Deutschland, alle Bands machen noch mal ihre Platten des Lebens, da geht was.“ - Das ist doch ein tolles Kompliment.

The-Pit.de: Wir haben uns einen Abend vor dem Witchhunter-Konzert in der Hotellobby getroffen, und du hast gerade über deine handwerklichen Fähigkeiten referiert. Beschränkt sich das auf einen Nagel in die Wand kloppen, oder hast du auch andere Talente?

Schmier: (muss erst einmal kräftig lachen) Hab ich das? Einen Nagel in die Wand hauen schaffe ich gerade noch, aber ich kann dir lieber eine gute Torte backen oder ein geiles Essen kochen. Ich habe ja Bäcker und Konditor gelernt, und ich komme aus einer Gastro-Familie. Um einen Schrank zusammen zu schrauben, bin ich nicht der richtige Mann für, ich koche dann eher ein Chateaubriand mit Kartoffelgratin und einem Mousse de Chocolate. Da hast du viel mehr davon, wenn ich das mache. Ich bin im Gastrobereich top und handwerklich bin ich zwar nicht so mies wie mein Ruf, aber ich bin jetzt auch nicht der Top-Handwerker.

The-Pit.de: Was ist denn mit deinem Steckenpferd Headhunter? Seit zwei Jahren wurde die Homepage nun nicht mehr aktualisiert. Was kannst du da berichten?

Schmier: Wenn wir mal wieder Zeit haben, dann schauen wir mal. Es hat viel Spaß gemacht, die Scheibe einzuspielen, aber ich kann nicht zwei Pferde voll laufen lassen. Bei Headhunter ist es wie bei Destruction. Ich muss mich um alles kümmern, um die Homepage, um sämtliche Updates, um allen Scheiß, ich habe alle Songs geschrieben usw... Das ist einfach nicht machbar. Die beiden anderen hatten keine Zeit und waren anderweitig auf Tour, und das ist schade. Auf der anderen Seite kann ich mich nicht zerreißen, aber ich denke, nach der Destruction-Tour 2012 wird sich zeigen, ob ich noch Zeit habe. Ich habe noch ein paar geile Riffs und ein paar geile Ideen und würde gerne weitere Headhunter-Songs schreiben. Schauen wir mal, das ist ja keine Pflicht, nur „we will see what happens“. Ich habe Bock drauf, ich bin ja auch ein alter Metalfan und mir fallen ständig irgendwelche geilen Sachen ein, die ich gerne machen würde, aber bei Destruction liegt im Moment die Priorität, und da bin ich auch Purist, konzentriere mich auf meinen Kram, aber ich denke, dass ich 2012 ein paar Songs zusammenkriegen könnte, und dann schauen wir mal was passiert. Jörg (Michael - Drums - Anm. d. Verf.) hat ja auch ein paar gesundheitliche Probleme gehabt, und deswegen nicht mehr so super aktiv. Ich denke, dass die Leute, die von mir noch ein paar Heavy-Metal-Songs hören wollen, sie auch bekommen werden. Es darf nicht erzwungen sein, da hab ich keinen Nerv dafür. Destruction ist sehr aufwendig und Headhunter ist eher ein kleines Hobby. Ich muss mich auch darauf freuen können, denn dann kann ich innerhalb von zwei Monaten eine Platte schreiben und die noch aufnehmen und dann ist sie auch geil. Aber da muss auch der Bock da sein, das darf nicht so gezwungen sein. Es darf nicht um Geld gehen, es muss einfach spontan sein. Da freue ich mich auch drauf. 2012 ist das richtige Jahr dafür, und dann schauen wir mal, wie es weitergeht.

The-Pit.de: Schmier, wir sind jetzt schon fast am Ende. Ihr nullt ja jetzt bald, 30 Jahre Destruction. Was kann da der Fan erwarten?

Schmier: Da gibt es ja einige, die nullen. Die Sodoms nullen, die tormentorealen Kraetoren nullen auch demnächst, und ich habe schon angefragt, ob wir Nullen eine Null-Tour machen. 2013 30 Jahre Thrash Metal, Sodom, Kreator und Destruction weltweit - wenn es dann nicht Zeit dafür ist, wann dann? Zuerst müssen wir nächstes Jahr eine neue Scheibe machen, dann müssen wir sie ja erst betouren, dann ist ein bisschen Platz, und dann wäre 2013 praktisch perfekt. Solch eine Tour kann man eigentlich nur weltweit machen, da darf es keine Konsequenzen geben, doch da gibt es Mitglieder in anderen Bands, die nicht zusammen touren wollen, und das ist ein bisschen das Problem. Ich denke, wir müssen das einfach machen, das sind wir unseren Fans schuldig, und das Package weltweit wäre halt der Knaller. Und ich denke, das wäre für uns alle kurz vor dem Rentenalter ein netter Antrieb zu sagen: „Wow, zusammen noch mal getourt, zusammen noch mal diese Erlebnisse erlebt.“ - Wir waren vor einiger Zeit in Bulgarien zusammen auf einem Festival, waren vor ein paar tausend Fans Headliner und das war einfach der Megaknaller. Und alle haben wir gesagt:  „Ach Gott, wir müssen doch unbedingt mal.“ - Klar müssen wir, wir müssen aber auch in die Pötte kommen. 2013, 30 Jahre Thrash Metal, das muss die Tour sein, und ich denke, da können sich die Fans drauf freuen. Ich sag schon mal: Das wird passieren!

Nun denn, besser kann ja ein Abschluss gar nicht sein, es folgten nur noch einige Verabschiedungsworte, und dann musste sicherlich Schmier noch für ein oder zwei weitere Interviews zur Verfügung stehen. Und weil er schon den ganzen Tag mit Interviews beschäftigt war, gilt ein besonderes Dankeschön uns Schmier, dass er die Fragen sehr ausführlich beantwortet hat. Mmhhh, seine Stimme hörte sich schon sehr kratzig an. Mmhhh.

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