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Destruction im Interview (Mai 2011)

„Ehrlich gesagt: Wenn Nuclear Blast Destruction nicht mehr haben wollen, dann kann ich auch aufhören.“

Artwork von "Day Of Reckoning"

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The-Pit.de: Mit „Day Of Reckoning“ habt ihr wieder eine ordentliche Thrashwalze mit reichlich Flair der Achtziger in die Neuzeit transportiert, ohne zu sehr an damals anzubiedern. Man hört aber auch immer wieder alte Zitate heraus. Was wollt ihr z.B. mit dem Seelenverkäufer „Devil’s Advocate“ ausdrücken?

Schmier: (muss erst einmal lachen) Weißt du, das ist immer schwierig. Die Leute wollen immer von dir die Achtziger hören, weil wir eine Achtziger-Band sind. Wenn wir aber die Achtziger immer wiederholen, dann heißt es: Destruction machen immer wieder das gleiche. Dann machst du etwas, was ein bisschen anders ist, ein bisschen innovativer und nicht nach den Achtzigern klingt, dann heißt es sofort: „Ah, Destruction haben sich total verändert und sind gar nicht mehr Destruction.“ - Du kannst also eigentlich nie allen alles recht machen und das heißt, dass du deinen eigenen Mittelweg wählen musst. Ich denke, der gelingt mal besser, aber auch mal schlechter. Ich glaube, dass es uns dieses Mal super gelungen ist. Die Zitate sind ein wichtiger Bestandteil der Band. Diese Riffs, oder wie Mike Gitarre spielt, dass muss erkennbar sein. Das heißt: Wenn Destruction einen Song starten, dann muss sofort Destruction erkennbar sein. Dann muss man auch die Zitate hören, ohne dass sie kopiert sind. Und ich denke, dass genau das auf der neuen Platte ganz cool ist, dass wenn man die Zitate hört, dass man sich an die alten Tage erinnert fühlt, aber das es nicht total kopiert ist oder übertrieben affektiert klingt. Das ist uns wirklich gut gelungen, und das kann man auch nicht wirklich vorhersehen. Wir haben dieses Mal gesagt, dass wir mit Stolz geprellter Brust die Zitate setzen, und wir schämen uns auch nicht dafür. Das haben wir ein bisschen auf der letzten Platte gemacht, da haben wir gedacht, dass wir was Neues erfinden müssen, und dadurch haben wir uns von den eigenen Sachen ein bisschen entfernt, die für uns wichtig sind. Das ist ja nicht schlimm, denn die Platte war ja auch gut, aber es kommt darauf an, dass wir aus den Achtzigern kommen und die Zitate von den Fans auch verlangt werden. Wir dürfen uns aber nicht total selbst kopieren und lächerlich machen. Ich bin auch sehr stolz auf einige Riffs, die mich auch an einige andere Songs erinnern. Ich habe für einen Test die ganzen Ex-Mitglieder von Destruction in den Proberaum eingeladen und ihnen die neue Platte vorgespielt, und denen ist gar nicht so aufgefallen, dass die Sachen ein bisschen Achtziger-Flair haben, dass das eine oder andere Riff daran erinnern könnte. Ich finde Zitate gut, aber eine totale Kopie scheiße. Die Mischung auf dieser Scheibe ist gut.

The-Pit.de: Ich habe da auch zwei Beispiele…

Schmier: (haut dazwischen) Beispiele? Dann mal her damit, Beispiele sind immer gut.

The-Pit.de: ”Sorcerer Of Black Magic” hätte für mich auch ganz gut auf dem Debut stehen können…

Schmier: Auf dem Debut? Geil. „Sorcerer..“ ist auch so ein Song, der mir sehr am Herzen liegt, der auch eher ein klassisches Songwriting hat. Das war so der letzte Song, den ich für die Platte beigetragen habe und wo Mike eher ein bisschen skeptisch war. Ich finde, dies ist einer der besten Songs auf der Platte; auf jeden Fall einer, der heraussticht.

The-Pit.de: Und „Misfit“ hätte für mich auch auf die „Mad Butcher“-EP gepasst.

Schmier: Mich erinnert das „Misfit“-Riff eher an den Song „Cracked Brain“; diese abgezogenen Halbtöne, die man gerne mal spielt - dadurch habe ich diese „Cracked Brain“-Phase im Kopf. Viele Leute sagen, dass ein paar Riffs in die „Release From Agony“-Phase passen, und ich finde auch „Eternal Devastation“-Zitate, hier und da ein paar Riffs. Natürlich sind das immer einzelne Meinungen, aber für mich als Musiker ist das toll, wenn man einen Spiegel hat. Es macht das Album aus, dass man Zitate nutzt, die aber trotzdem nicht übertrieben sind und dass noch immer viele neue Ideen sprudeln. Man fühlt sich ein bisschen an den Spirit der Destruction-Scheiben eins bis drei erinnert. Mike hat eine tolle Arbeit abgeliefert. Für mich mit Abstand Mikes beste Gitarrenarbeit aller Reunion-Alben.

The-Pit.de: Du hast es schon erwähnt: Ihr seid wieder bei Nuclear Blast untergekommen, und du hast das mit „Fühlt sich an wie nach Hause kommen“ kommentiert.

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