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Destruction im Interview (Mai 2011)

„Ehrlich gesagt: Wenn Nuclear Blast Destruction nicht mehr haben wollen, dann kann ich auch aufhören.“

Interviewpartner Schmier

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Dass Destruction mit „Day Of Reckoning“ ein dermaßen starkes Album auf die Beine stellen würden, damit konnte im Vorfeld nun wirklich keiner ernsthaft rechnen. So war die Überraschung dann natürlich um einiges größer, und als Schmier dann sogar am anderen der Leitung in die Muschel krächzte, war die Überraschung auch noch perfekt.

 

The-Pit.de: Hallo Schmier, du ahnst gar nicht, wie geil das ist, dass das Interview zustande gekommen ist. Vielen Dank für deinen Anruf. Wir hatten ursprünglich für ein Face-To-Face- Interview angefragt, aber euer Label wollte alles schnell über die Bühne bringen und nicht erst bis zur nächsten Gelegenheit warten.

Schmier: Ist doch cool, wenn man die Interviews zur neuen Scheibe alle kompakt schon fertig hat.

The-Pit.de: Wie groß war denn eure Vorfreude auf die Reaktionen eurer Fans auf das neue Material?

Schmier: Das ist ja das gute an der Facebook- und Internet-Generation, denn Nuclear Blast hatten sich ja bereit erklärt, die Scheibe schon mal als Stream zur Verfügung zu stellen, sodass man auch mal reinhören kann, dass man alle Songs hören kann, und natürlich ist es für uns als Band interessant, die ersten Reaktionen zu hören, und ich glaube, die sind auch sehr gut. Auf unserer Homepage gab es erst auch einige Kritiker, die nach den ersten Myspace-Listenings gemäkelt haben, aber auf der anderen Seite ist der Myspace-Player so schlecht, dass es alles so komprimiert und den Sound so verfälscht, dass, wenn man den Song auf Facebook hört, der Sound schon wesentlich besser ist, wobei ich allerdings sagen muss, dass die eigene CD kein Vergleich ist mit den Sounds im Internet. Es wird dort trotzdem immer alles komprimiert und verfälscht. Aber die Reaktionen sind gut. Die Platte haben wir ja vor langer Zeit aufgenommen und eigentlich sollte sie dewegen auch erst ein bisschen früher herauskommen, aber wir haben uns da auch an der Veröffentlichungs- und Prioritätenkatalog von Nuclear Blast angepasst. Wir haben selbst lange auf den Release gewartet und kaum einer hat etwas gehört, und deswegen sind wir natürlich heiß auf die ganzen Reaktionen.

The-Pit.de: In den ersten Pressereaktionen wurdet ihr in den höchsten Tönen gelobt. Steigert das auch eure eigenen Erwartungen?

Schmier: Nee, nicht gesteigert, aber man weiß ja schon, ob man eine gute Platte gemacht hat oder ob man eine Platte abgeliefert hat die halt okay ist. Ich denke, dass die neue Platte schon ein bisschen mehr als okay ist, und wir haben unsere Messlatte sehr hoch gelegt; wir haben verdammt lange letzten Sommer dran gearbeitet, und wir wollten auch nicht mit den ersten Resultaten zufrieden sein. Dann haben wir uns auch gesteigert und mit Leuten gearbeitet, auf die wir auch Bock hatten. Das war schon eine gute Geschichte, wo wir uns auch selbst gesagt haben: „Wir kommen zurück zu Blast, da muss die Scheibe auch ein Knaller sein“. Da waren die Ansprüche wirklich sehr hoch, aber auf der anderen Seite weißt du dann auch erst, wenn die Platte einmal aufgenommen ist, wie gut sie wirklich ist. Meine Messlatte ist: Wie lange schafft es eine Thrash-Scheibe bei mir im Auto? Wenn sie richtig gut ist, schafft sie es lange, wenn sie halt nicht so gut ist, schmeiße ich sie halt nach ein paar Wochen raus, dann geht sie mir auf den Sack. Das ist für mich immer eine gute Messlatte, und die neue Scheibe ist seit mehr als einem halben Jahr im Auto, und ich steige immer noch gerne rein und schmeiß die CD in den Player. Wenn ich dann auf der Autobahn fahre und da ist ein schneller Song, brachial fett, dann bin ich auch stolz drauf, auch noch nach all der Zeit.

The-Pit.de: Im März 2010 hattet ihr ja schon durchblicken lassen, dass ihr wieder ein bisschen mehr „back to the roots“ gehen wolltet. Seid ihr das Songwriting anders angegangen?

Schmier: Na ja, back to the roots ist immer so eine Sache wo die Leute denken: „Oh Gott, was machen die jetzt für einen Scheiß!“ Oder „Kommt jetzt die neue „Infernal Overkill“ Teil zwei?“ - Back to the roots heißt für mich, einfach ein bisschen an das angenähert, was das früher ausgemacht hat, dass man den Schnickschnack weglässt und auch im Studio ein bisschen echter arbeitet. Und wir haben dieses Mal auch gesagt, dass wir ein bisschen mehr Thrash brauchen, ein bisschen mehr rechte Hand vom Mike, ein bisschen mehr Aggression und schnelleres Schlagzeug. Das waren die grundsätzlichen Änderungen für die neue Scheibe, und dass sind auch Grundänderungen, die mir das Singen in meinem Bereich als Thrash-Sänger leichter machen. Wir wollten bei den Gitarren nur Amps haben und keine Simulation und sonstigen Schnickschnack dazu, und das hat eigentlich alles in der Beziehung gut funktioniert. Man lernt immer aus jeder Scheibe davor, und ich denke, dass wir aus der „D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.“ gelernt haben, die keine schlechte Scheibe war, aber die vielleicht im Nachhinein nicht Thrash genug war. Wir haben dann das gemacht, was wir auch selber gerne von uns hören wollen. Das ist ja immer das größte Kompliment für einen selbst, wenn du als Musiker immer wieder gerne deine eigenen Songs reinwirfst, weil du sie geil findest. Meistens hängen sie einem schon zum Hals raus, wenn du sie eingesungen hast. Wenn ich mir nach 30 Jahren und zigtausend Mal hören eine Platte immer noch anhören kann, weil sie einfach zeitlos und gut sind, ist das für mich natürlich ein Beweis, dass sie echt gut ist, und genau das ist auf der neuen Platte so. Fünf, sechs Songs haben richtig Potential, dass ich sie lange hören kann und sie mir nicht auf den Zeiger gehen. Ich denke, da haben wir schon ein paar Sachen richtig gemacht.

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