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Deserted Fear im Interview (März 2017)

„...ich finde es ja auch nicht verkehrt, seine politische Meinung zu äußern...“

Gitarrist und Sänger Manuel, live beim Rock Hard Festival 2015

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The-Pit.de: Bei der Show in Essen wart ihr immer wieder überrascht, ihr wirktet so bodenständig, als ob euch kein Wässerchen trüben könnte und das euch gerade ein Erfolg wie etwa 400 schreiende Menschen überrollt. Kann es dann auch zu einem Einschnitt werden, dass man dabei schnell überfordert ist?

Simon: Da bin ich, glaube ich, der falsche Ansprechpartner, weil ich immer frage, was ich noch so tun kann, um meine zwei Kollegen zu unterstützen, weil die zusammen in einem Haus wohnen und dort quasi die Zentrale ist. Die haben natürlich die volle Breitseite, gerade bei unserem Gitarristen Fabian läuft der Kontakt zum Label und er hat da schon massig zu tun. Er macht das gerne, aber es ist schon wirklich viel und nebenher muss er noch Vollzeit arbeiten gehen, da ist das schon ein ordentlicher Hammer. Jetzt gerade vor den Release-Shows haben wir jeden freien Tag, den wir hatten, geprobt, und auch die restlichen Tage sind komplett verplant. Ich mach nebenher Kampfkunst, zweimal die Woche habe ich dort Training. Ich mach jetzt auch mein Abitur, bin dann eigentlich den ganzen Tag beschäftigt. Die Tage, die man frei hat oder sich für die Liebste frei hält, die gehen halt für die Probe drauf. Das ist schon eine Herausforderung. Man macht es gerne, weil man weiß, was man rausbekommt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Leute gibt, die sagen, dass nun Familie wichtiger ist.

The-Pit.de: Das Thema Belastung ist da auch ein gutes Stichwort. Ihr seid in den nächsten Wochen bis Anfang Mai fast jedes Wochenende auf Ausflugsmodus. Passt das immer mit Job und Familie zusammen?

Simon: Eigentlich ganz entspannt. Wir sind jetzt seit zehn Jahren zusammen und machen Musik und mittlerweile weiß jeder im Umfeld, worum es da geht und was man von uns erwarten und vor allem was man von uns nicht erwarten darf, z.B. dass man für alle immer Zeit hat. Deswegen funktioniert das eigentlich recht gut.

The-Pit.de: „Dead Shores Rising“ überzeugt als Ganzes, da kommt es nicht immer auf den einzelnen Song an. Fragst zu zehn Leute, haben sie gleich elf unterschiedliche Favoriten. Beeinflusst das eure Herangehensweise beim Songwriting?

Simon: Wir nehmen das eigentlich so, wie es kommt. Uns muss die Idee gefallen, uns müssen die Riffs gefallen, dann wird das ein bisschen zusammengewürfelt, auch wenn das nicht so klingt. Es gibt ein paar Riffs und wenn irgendwo eine Lücke ist, dann wird daran gefeilt. Wir stecken in jeden Song so viel Energie, bis er uns gefällt. Wir haben nicht im Kopf, dass es jetzt unbedingt etwas ganz hymnisches werden muss oder auch nicht, eigentlich passiert das mehr, einfach so.

The-Pit.de: Alle Alben haben es auch auf Vinyl geschafft – ein Tribut an die Zeichen der Zeit oder erfüllt ihr euch da auch einen Herzenswunsch?

Simon: Das ist einfach der Zeitgeist, wir wurden danach total oft gefragt und wenn die Leute, die unsere Musik mögen, gerne eine Platte haben möchten oder auch der Meinung sind, dass es oft besser klingt, warum soll man dann nicht den Wunsch erfüllen? Wir selber sind jetzt keine Vinylsammler, aber wir können das sehr gut nachvollziehen.

The-Pit.de: Viel überraschter bin ich beim Comeback der Tapes. „Dead Shores Rising“ gibt es auch als 100er Auflage von euch selbst. Wie kam es dazu?

Simon: Wir haben beim „Kingdom Of Worms“-Album schon gemerkt, dass es dafür Liebhaber gibt und wir wurden auch danach gefragt, ob wir denn nicht Kassetten haben oder ob wir nicht welche machen wollen. Das ist eigentlich vergleichbar wie beim Vinyl. Ich kann das nicht so gut verstehen, das hat was mit Flair und auch Nostalgie zu tun, weil so eine Kassette vom Sound her eher speziell ist, aber so richtig toll ist der nicht. Ich habe tatsächlich noch auf Kassette aufgenommen, dabei bin ich Baujahr 1991.

The-Pit.de: Ihr seid mit „Dead Shores Rising“ wie schon beim Debüt „My Empire“ auf schwarzweiß umgeschwenkt. Zufall oder doch die bessere Umsetzung eigener Ideen und Wünsche?

Simon: Ehrlich gesagt waren wir im Nachhinein mit dem Cover zur „Kingdom Of Wroms“ nicht so zufrieden, weil es ein bisschen überhastet war. Wir hatten dann nicht mehr viel Zeit, wir hatten eine Deadline und wir hatten kaum noch Zeit. Es war schwierig, da noch auf einen Nenner zu kommen. Der Artworkkünstler ist auch eine Freund von uns und ein super Typ, das ist jetzt nicht das Problem, leider kam dann die Deadline halt so schnell. Deswegen haben wir uns auch wieder für schwarzweiß entschieden, weil es auch einfach zu diesem Artwork, was der Künstler Lambang Megantoro aus Indonesien uns gezeichnet hat, passt. Der nennt sich auch „Yellow Mushi“, das ist sein Künstlername. Wir haben uns das Artwork angesehen und auch ein paar Farbvarianten gemacht, das schwarzweiße hat uns aber am besten gefallen. Deswegen haben wir auch dafür entschieden.

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