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Deserted Fear im Interview (März 2017)

„...ich finde es ja auch nicht verkehrt, seine politische Meinung zu äußern...“

Interview-Partner Simon, live beim Rock Hard Festival 2015

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„Hey, können wir das Interview vielleicht eine halbe Stunde später führen?“, so der erste Anruf von Simon. Dem Deserted Fear-Drummer knurrt der Magen, muss sich schnell noch eine Pizza genehmigen, ist dann aber eine halbe Stunde frisch gestärkt parat...höflich, bodenständig und unkompliziert.

The-Pit.de: Hi Simon, ihr scheint aktuell auf einer famosen Erfolgswelle zu schwimmen. Mal eines nach dem anderen: Zuerst der Wechsel von FDA zum Primus Century Media...wie viel Feierbier ist da im Proberaum geflossen?

Simon: Na ja, wir trinken im Allgemein gar nicht so viel Bier. Wir haben uns natürlich schon gefreut, als das funktioniert hat. Wir hatten nach dem zweiten Album bei FDA Rekotz ein paar Angebote, wir haben natürlich auch nachgefragt, und dann kam es aber auch schon bald zu Verhandlungen. Century Media war eigentlich auch so ein Traum von uns, weil die auch total viele Bands veröffentlicht haben, die wir total gerne hören, von denen wir die Alben feiern wie z.B. At The Gates. Bei mir war es so vom Schlagzeug her Arch Enemy, das fand ich immer recht interessant. Unsere Bekannten von Heaven Shall Burn, die wir immer mal treffen, sind ja auch da, da war es schon eine coole Sache, da rein zu kommen.

The-Pit.de: Ihr seid dann einfach die stilleren Typen...

Simon: ...ja, wir sind da nicht die Partymäuse.

The-Pit.de: Mit dem neuen Album seid ihr gleich mal in den offiziellen Album-Charts auf Platz 41 gelandet. Was bedeutet euch das und sind für euch Charts überhaupt ein Maßstab für Erfolg?

Simon: Heutzutage eigentlich nicht mehr wirklich viel, weil man eine gute Woche erwischen muss, dann kann man halt irgendwo oben mit landen. Bei uns war es allerdings gar nicht so eine gute Woche, aber es hat ja trotzdem irgendwie funktioniert. Es wurde zwar immer davon gesprochen, als wir zum ersten Mal mit den Leuten vom Label zusammen saßen, die übrigens auch richtig bodenständige Typen sind, wahnsinnig freundlich, nicht nur so gespielt. Das ist echt eine schöne Beziehung mit den Leuten von Century Media. Die konnten sich schon einen Einstieg bei den Charts vorstellen und wir dachten, dass das doch nicht sein könne und dass sie uns jetzt die Taschen vollhauen. Wahnsinn, damit hatten wir auch nicht gerechnet, da haben wir überhaupt nicht mehr dran gedacht, dass es irgendwie passieren könnte. Am Ende sieht es zwar gut aus, aber so wichtig ist das jetzt auch nicht.

The-Pit.de: Dann die drei äußerst erfolgreichen Release-Shows...in Essen war ich dabei und hatte vorher nicht geglaubt, trotz lokaler Erfolge hier beim Rock Hard Festival oder auch dem Turock Open Air, dass ihr dermaßen abräumt. Wie bewertet ihr die drei Tage und mit Fokus auf Essen?

Simon: Ich persönlich hatte damit nicht gerechnet, dass es so voll, dass es solch eine heiße Show wird. Umso schöner ist es dann natürlich, dass von da hinten zu beobachten. Ich lass das immer so gar nicht an mich ran, ich nehme das auf, aber bilde mir nichts drauf ein. Ich lasse auch diese Nachfrage nicht so an mich ran, ich bleibe da lieber nüchtern.

The-Pit.de: Wo viel Lob, da kommen natürlich auch kritische Stimmen. Nicht wenige Fans finden euren Sound schon immer ein bisschen zu poliert, auf „Dead Shores Rising“ sogar noch ein bisschen mehr. Was entgegnet ihr da?

Simon: Für uns ist es entscheidend, dass wir das umsetzen können, was wir uns vorstellen oder auch schon früher machen wollten. Jetzt haben wir die Möglichkeit dazu, allein von den technischen Fähigkeiten her, die wir an den Instrumenten erlernt haben, so über die Jahre Erfahrung gesammelt haben. Man fängt ja nicht mit dem ersten Album an und entwickelt sich dann nicht weiter. Was den Sound angeht, da ist uns wichtig, dass man diese Details, an denen wir halt Stunden und Tage arbeiten, dass man die eben auch heraushört. Man muss sich dann entscheiden, ob man nun einen räudigen Sound haben will, der eben in den meisten Fällen viel verschluckt, oder achtet man eben darauf, dass man eine gewisse Sauberkeit in den Sound hereinbekommt, was ja viele stört. Dafür hat man halt viele Details. Das ist so ein Spagat, den man irgendwie schaffen muss. Wir wollen ja auch, dass es brutal bleibt, sodass es auch fett klingt, aber eben auch dieses fett und räudig klingen ist ein Kompromiss, den man dann finden muss. Wenn man es räudig klingen lässt, wenn man die Definition verliert, dann geht eben schnell auch etwas an Brutalität verloren. Es geht ja auch darum, was man rüberbringen möchte. Wir sind nicht die Melancholie-Truppe, die irgendwie eine düstere Stimmung erschaffen will. Jetzt, wo ich so drüber nachdenke, haben Death damals auch am technischen Limit, was eben möglich war, gearbeitet, auch was die Produktion angeht. Die hatten schon einen sehr natürlichen Sound, aber zu der Zeit war das vielleicht auch Standard, so denke ich.

The-Pit.de: Gleich der erste Post auf Facebook: Wahnsinn, wir durften Interviews von Honduras bis Polen führen. Ist der „Arbeitsaufwand“ durch den Labelwechsel so enorm gestiegen oder denkt ihr, dass ihr in der Vergangenheit auch schon einen ordentlichen Grundstein für den Erfolg legen konntet?

Simon: Da spielt sicher beides mit rein. Natürlich haben wir uns mit den beiden ersten Alben einen Namen machen können, das Label Century Media hat jetzt dazu noch eine komplett andere Reichweite, was allein die Promotion angeht. Das war eigentlich auch der Hauptgrund, warum wir das gemacht haben, weil wir dachten, da wir Spaß an der Musik haben und ein bisschen was erleben wollen, dass wir mit CM mehr Leute erreichen können als über FDA Records. Das war dann eigentlich auch mit ein Grund für diese Entscheidung zum Wechsel.

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