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Der Weg Einer Freiheit im Interview (September 2011)

Ein Gespräch über Blastbeats und Klassik

Die neue EP "Agonie" markiert den Beginn einer neuen kreativen Phase

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Bereits mit ihrem Debüt sorgten Der Weg Einer Freiheit für Aufsehen und wurden ob ihres Black-Metal-untypischen Auftretens mit geteilten Meinungen konfrontiert, dürfen sich aber trotz dieser Kontroversen weiterhin steigender Beliebtheit erfreuen. Mit der neuen EP „Agonie“ zieht die junge Truppe die Blicke wieder auf sich und entfacht nicht nur neue Diskussionen im Internet, sondern liefert auch fünf starke neue Songs ab, die ein weiteres Mal untermauern, dass hinter der Band mehr als nur Schall und Rauch steckt. Wir haben erneut mit Bandkopf Nikita gesprochen und dabei einiges über die Hintergründe der EP, die Einstellung der Band zu neuen Trends und dem Dasein zwischen zwei Musikszenen erfahren.

 

The-Pit.de: Hallo Nikita, wie geht es dir? Unser letztes Interview ist ja nun schon eine Weile her und doch scheint Der Weg Einer Freiheit zumindest online noch immer zu polarisieren. Ich schätze aber, abseits dieser Internetkrieger seid ihr mit dem fast durchgehend positivem Feedback zu „Agonie“ recht zufrieden?

Nikita: Hallo! Mir geht es gut, danke! Bisher können wir wirklich sehr zufrieden mit den Resonanzen von Fans und Presse sein. Vor allem freut uns auch, dass davon ein großer Teil von außerhalb Deutschlands kommt. Sogar auch etwas überraschend das Ganze, wenn man bedenkt, dass es sich ja nur um eine EP mit verhältnismäßig kurzer Spielzeit handelt.

The-Pit.de: Obwohl seit dem Release der Urversion eures Debüts ja schon einige Zeit vergangen ist, ist bei eurer zweiten Veröffentlichung nur eine EP mit fünf Songs herausgekommen. In Japan beispielsweise stehen EPs gleichberechtigt neben vollen Alben und dienen dazu, ein bestimmtes Konzept umzusetzen, das eben genau dieser Länge bedarf – hatte das bei euch ähnliche Gründe oder ist einfach nur so viel Material beim Songwriting herausgekommen, dass es nicht für ein Full-Length reichte?

Nikita: Nicht ganz. Ich hatte im letzten Jahr eine anstrengende Phase über mehrere Monate hinweg, in der es musikalisch einfach nicht vorwärts ging. Das Songwriting fiel mir zunehmend schwer und es ist in dieser Zeit kein einziger brauchbarer Song entstanden. Nach einer gewissen Zeit ging es jedoch nach und nach wieder voran und nachdem ich das Gefühl hatte, diese Inspirationsebbe überwunden zu haben, beschloss ich, diese Zeit mit den vorhandenen Songs abzuschließen und sie auf diese EP zu bannen. Seitdem läuft es mit dem Songwriting auch stetig besser, was ein kommendes Album immer greifbarer macht. Einem gewissen Gesamtkonzept unterliegt die EP nicht.

The-Pit.de: Vor der Musik an sich fällt erst einmal sofort die deutlich verbesserte Produktion auf, erst danach bemerkt man auch, dass die Songs dieses Mal noch ein Stück ausgereifter als zuvor klingen. Wie lief das Songwriting dieses Mal ab und was hat den Produktionsprozess mit Eike Freese ausgemacht?

Nikita: Das Ganze lief sehr ähnlich wie zu Debüt-Zeiten ab. Ich habe mich wieder um das komplette musikalische Material gekümmert, nur bei den Texten haben uns Tobias und ich dieses Mal abgewechselt. Ich versuchte, bei den neuen Songs außerdem Christians Anforderungen an Rhythmik und Tempo gerecht zu werden und das Material mehr auf sein Drumming auszurichten. Von daher nahmen auch Christian und Tobias, wenn auch nur indirekt und in recht kleinem Maße, Einfluss auf das Songwriting. Die Zeit mit Eike Freese im Studio war genial und wir konnten sehr viel mitnehmen, da es ja mehr oder weniger unser erster Studioaufenthalt überhaupt war. Eike konnte sich schnell in unsere Songs einfinden, was wichtig war, um unsere Vorstellungen genau umsetzen zu können. Wir haben durchweg versucht, die Produktion so klar und natürlich wie möglich zu belassen und wie wir finden, hat das dem Sound auch sehr gut getan.

The-Pit.de: Euer Markenzeichen sind ja bereits nach recht kurzer Zeit deine melodischen Riffs geworden, die oftmals mitreißende emotionale Höhepunkte erreichen, zum Beispiel am Ende von „Der Stille Fluss“ und „Posthum“. Entstehen diese Melodien aus eben jenen Gefühlen heraus spontan oder suchst du bewusst nach ihnen?

Nikita: Wenn es beispielsweise Zeit für einen solchen Höhepunkt im Song ist, dann spüre ich das und versuche zu ihm hin aufzubauen. Das läuft – wie eigentlich auch das komplette Songwriting – rein intuitiv ab und ich folge da keinem bestimmten Schema. Ich versuche einfach das, was ich momentan fühle, in Melodien zu verpacken, mit denen ich mich auch im Nachhinein identifizieren kann, die für mich eine Aussage haben.

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