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Der Weg Einer Freiheit im Interview (September 2010)

"Der deutsche Black Metal braucht keine neue Hoffnung"

Der Weg Einer Freiheit fühlen sich keiner Szene verpflichtet

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Der Weg Einer Freiheit – ein Name, der bei dem jungen Black-Metal-Trio wie die Faust aufs Auge passt, denn so fest man auch in der eigentlichen Musik verwurzelt ist, so wenig will man sich mit den Normen der Szene identifizieren. Nachdem die Band sich entschied, ihr vorher mit einem Drumcomputer versehenes Debüt neu einzuspielen, konnten einige Erfolge verbucht werden und nicht zuletzt auch einiges an Aufmerksamkeit auf die drei Musiker gezogen werden. In einem Genre, in dem Klischees zum Auftreten vieler Musiker dazugehören, sind Szene-Polizisten natürlich schnell zur Stelle, wenn eine Band auf die Bildfläche tritt, deren Mitglieder auch in einer Deathcore-Band spielen und sich auch optisch nicht so recht in den Black Metal einfügen wollen. Wir sprachen mit Gitarrist, Bassist und Bandkopf Nikita Kamprad und plauderten mit ihm über Corpsepaint, Szenen und die Rettung des Black Metals.

 

The-Pit.de: Hallo! Mit eurem Debüt habt ihr in der Presse durchgängig positive Kritiken erhalten und werdet für die Zukunft des deutschen Black Metals als großer Hoffnungsträger gehandelt, während sich abseits der Fachpresse auch einige Stimmen erheben, die euch aufgrund eures Erscheinungsbilds und musikalischen Hintergrunds kritisch gegenüberstehen und euch nicht als Black Metal akzeptieren können. Obwohl ihr musikalisch weit von eurer anderen Band Fuck Your Shadow From Behind entfernt seid, werdet ihr immer wieder mit der Deathcore-Szene assoziiert – inwieweit haben solche Szene-Klischees für euch und die Musik, die ihr mit Der Weg Einer Freiheit spielt, eine Bedeutung?

Nikita: Hallo! Klischees und Szenen aller Art haben für uns und Der Weg Einer Freiheit keine Bedeutung. Der deutsche Black Metal braucht keine neue Hoffnung und warum gerade wir dazu dienen sollen, verstehe ich nicht. Es gibt meiner Meinung nach genug alte und neue Bands, die die Szene aufrecht erhalten können.

 

The-Pit.de: Anstatt üblichen Black-Metal-Klischees wie Corpsepaint, Satanismus und einem möglichst rohen Sound zu huldigen, sehe ich euch mehr in der Tradition von Bands wie Nagelfar und Nocta Obducta. Eure Musik stützt sich eher auf melancholische Melodiebögen und eine erhabene Atmosphäre als auf schwarzmetallische Raserei, auch mit euren poetisch angehauchten Texten habt ihr Ähnlichkeit zu den genannten Bands. Diese Kennzeichen, vereint mit eurem Erscheinungsbild, erwecken den Anschein, dass ihr mit dem Gros der Black-Metal-Szene eher wenig zu tun habt und eigene Wege gehen wollt – findet diese Abgrenzung bis zu einem gewissen Grad bewusst statt oder ist euer Image eher die Summe seiner Einzelteile?

Nikita: Dem ersten Teil deines Fragenblocks stimme ich ohne Ausnahme zu! Wir setzen vor allem auf Harmonien und Melodien, die - auch ohne Text - etwas aussagen und die Atmosphäre schaffen oder Bilder im Kopf des Hörers hervorrufen. Ich schreibe meine Songs aber trotzdem nicht bewusst unter diesen Aspekten, es ist einfach meine Art und Weise, so zu komponieren. Klar kommt jede Einzelheit zusammen und bildet am Ende das Erscheinungsbild der Band. Aber wir haben nichts mit Corpsepaint und Satanstexten am Hut und wenn sich Black Metal vornehmlich auf solche Charakteristika beschränkt, haben wir ebenso wenig mit diesem Genre bzw. dieser Szene zu tun und haben auch kein Interesse daran.

 

The-Pit.de: Wie bereits erwähnt, seid ihr nebenbei auch noch bei der Deathcore-Truppe Fuck Your Shadow From Behind aktiv, mit der ihr euch in einer völlig anderen Szene bewegt und so auch ein ganz anderes Publikum habt. Lassen euch diese Kontraste auch offen für andere musikalische Strömungen sein und nehmen Einfluss auf eure Projekte?

Nikita: Fuck Your Shadow From Behind sind mittlerweile Geschichte. Wir sind und waren schon immer offen für neue Musik, wobei ich mich persönlich mit der Death- und Hardcore Szene genauso wenig anfreunden kann wie momentan mit der Black Metal Szene. Es geht mir aber auch eher um Musik und nicht um Szenezugehörigkeit.

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