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Debauchery im Interview (April 2011)

„Entweder es rockt oder es rockt nicht und da ist es egal, ob es Death Metal oder welcher Stil auch immer ist.“

Debauchery live beim Dong Open Air 2010

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The-Pit.de: Das letzte Mal habe ich euch beim Dong Open Air 2010 gesehen. Besonders dort fiel mir auf, dass Debauchery auch Fans ziehen, die nicht unbedingt mit Death Metal etwas am Hut haben. Kannst du die Einschätzung teilen?

Thomas: Ich denke, dass wir ein ganz breites Publikum haben, weil wir keine typische Death-Metal-Band sind. Wir sind keine Old-School-Death-Metal-Band (im Hintergrund bölkte wieder jemand dermaßen laut, dass der Vergleich mit Dismember im Soundbrei verloren ging). Wir erarbeiten uns ein eigenes Publikum. Bei Debauchery besteht das aus 16-jährigen Mädels, typischen Death-Metal-Fans, aber auch Pagan-Metal-Fans mit Equilibrium-T-Shirt. Vor Kurzem hat einer Schallplatten bei uns gekauft, der war 45. Alles ist halt vertreten.

The-Pit.de: Denkst du, dass die Debauchery-Fans auch immer deine feine Ironie bemerken?

Thomas: Ja, das denke ich schon, deswegen stehen die Leute auch drauf. Ich glaube auch, dass diejenigen, die das nicht verstehen, keinen Bock auf die Band haben. Der Humor usw., das haben die Leute schon verstanden. Deswegen mögen sie Debauchery auch.

The-Pit.de: Du hast bei der Doku „Wild Germany“ mitgewirkt, die dann nur noch über Death Metal berichtete, wobei diese Musikrichtung nicht wirklich gut davon kam, denn es wurden eher die Klischees als negativ herausgearbeitet. Würdest du heute deine Teilnahme revidieren?

Thomas: Ich habe mir die Sendung gar nicht ganz angeschaut, aber ich glaube, die war gut - zumindest das, was ich gesehen habe. Debauchery passte dann doch gut dazu, denn wir erfüllen auch jedes Klischee (schmunzelt).

The-Pit.de: Wie kam der Kontakt zustande?

Thomas: Die haben mich irgendwann einfach angeschrieben, wahrscheinlich wegen der Lehrer-Geschichten, das ging alles durch die Medien.

The-Pit.de: Durch die Medien geisterten zahlreiche Berichte, die nicht immer der Wahrheit entsprachen, und nun bist du kein Lehrer mehr.

Thomas: Das hatte aber nichts mit der Presse zu tun. Die Presse hat nur nachträglich darüber geschrieben und manche schreiben halt phantasievoller, auch bei Metal-Fachpressen. Wenn wir zusammen ein neues Album schreiben, dann steht ja auch jede Menge Schrott darüber drin. Richtiger Schrott, bei dem du denkst: 'Warum ist dieser Mensch Musikredakteur?'

The-Pit.de: Gerade wir Online-Magazine haben häufig mit solchen Vorurteilen zu kämpfen.

Thomas: Ich habe auch schon bei Printmagazinen Reviews gelesen, bei denen du denkst: 'Egal von welcher Band - der Typ hat keine Ahnung.'

The-Pit.de: Siehst du das Internet eher als Fluch oder als Segen für deine Band an?

Thomas: Im Großen und Ganzen empfinde ich das Internet als ganz großen Scheiß, das stresst irgendwie. Es hat aber auch einige gute Seiten wie zum Beispiel jetzt gerade. Wir sind vor sieben Tagen auf die Tour aufgesprungen und gerade über Facebook kannst du so etwas posten. Das sind Kommunikationsmöglichkeiten, die man sonst nicht hat. Sonst hätten wir überhaupt keine Chance. Da kommt man vorbei und keiner würde es merken. Unterm Strich profitieren wir aber vom Internet nicht, unterm Strich macht es alles ein bisschen schwieriger. Stichwort Download: Alles ist umsonst zu kriegen, auch fast alle anderen Sachen, egal für welche Band - oder auch Filmemacher: Ich kenne so viele Leute, die gucken Filme und zahlen einen Scheiß dafür. Die zahlen gar nichts dafür. Die hören Musik umsonst, die schauen Filme umsonst. Da es mittlerweile auch so gängig ist, glaube ich, dass es dadurch für die Bands immer schwieriger wird.

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