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Deadlock im Interview (April 2011)

Backstage im Backstage

Sebastian ist der künstlerische Kopf der Band

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The-Pit.de: Ihr habt ja ein neues Video gedreht. Wie gefällt es euch selber und wie war die Reaktion der Fans?

Gert: Ich hab da noch nicht so viele Resonanzen bekommen. Ich hab auch nicht auf z. B. YouTube geschaut, wie viele Kommentare da drauf sind. Aber ich bin da glaub ich eine Person, die überhaupt nie auf solche Sachen schaut.

John: Es ist eben unterschiedlich. Jeder in der Band hat da seine eigene Wahrnehmung oder seine eigene Interessenlage. Gert sagt, ihn interessiert es nicht. Mich interessiert es brennend auf der anderen Seite. Das Feedback vom Video war bis dato durchaus positiv. Es ist nur natürlich, dass eine Band wie Deadlock, die ziemlich polarisiert, auch ein bisschen extremere Reaktionen hervorruft. Aber auch die Leute, die es nicht mögen, haben es sich angeschaut und haben sich damit auseinandergesetzt. Die Filmcrew, die dieses und auch die letzten Videos gemacht hat, hat bereits mit Heaven Shall Burn und Triptykon zusammengearbeitet. Das sind Künstlertypen, die ihr Handwerk verstehen. Qualitativ von den Bildern bin ich sehr zufrieden, oder sind wir alle sehr zufrieden. Es gab in letzter Minute eine kleine Planänderung, was ein bisschen zu Abstrichen geführt hat. Ich glaube, es wäre noch besser geworden, wenn wir diese Planänderung nicht hätten durchziehen müssen, aber es ist schon cool als kleine Band wie wir zu sagen, wir drehen jetzt so ein High-Race-Video. Mit dem Output sind alle sehr zufrieden, somit gibt es nichts auszusetzen.

The-Pit.de: Manche Bands haben bestimmte Rituale, bevor sie die Bühne betreten. Gibt es bei euch auch eins?

Gert: Eigentlich nicht. Ich übe halt immer noch ein bisschen, bevor ich auf die Bühne gehe, aber manchmal komme ich auch überhaupt nicht dazu, weil ich meine Gitarre unten vergessen habe oder so. Ansonsten setzen wir uns meistens noch mal kurz hin und sprechen noch mal alles durch. Es gibt aber nichts, das jedes mal passiert, bevor wir zu spielen beginnen.

John: Wie Gert schon sagt: Wir fokussieren eine oder eine dreiviertel Stunde vor der Show, setzen uns alle noch mal zusammen, gehen es noch mal durch, motivieren uns noch gegenseitig, nehmen uns noch mal in den Arm.

Gert: Mich hat noch keiner in den Arm genommen.

John: Nicht? Vielleicht war es auch nur der Wunsch hier so als Vater des Gedankens. Vielleicht möchte ich öfters in den Arm genommen werden!

The-Pit.de: Ihr wohnt in Berlin, Jena und Regensburg. Das ist ja ziemlich weit auseinander. Wie macht ihr das mit dem Songwriting, den Aufnahmen und den Proben?

John: Generell ist es so, dass das alles in der Hand von Sebastian liegt. Das komplette Songwriting, die kompletten Arrangements. Sebastian hat ein eigenes Tonstudio, wo die Songs vorproduziert werden. Die beiden Sänger kommen dann einfach dazu, es wird gebastelt und gedoktort. Wenn man so weit auseinander wohnt, gibt es natürlich logistische Einschränkungen und insofern würden Deadlock auch nicht funktionieren, wenn es nicht so wäre, dass Sebastian als künstlerischer Leiter mit einer Vision die Fäden in der Hand hält. Für eine Metalband ist diese Vorgehensweise vielleicht etwas unkonventionell, doch für uns hat sie sich als äußert praktisch und funktionell erwiesen.

The-Pit.de: Eure Musik ist ziemlich abwechslungsreich. Auf Wikipedia steht Melodic Death Metal. Teilt ihr diese Eingruppierung?

Gert: Wir sind eine melodische Death-Pop-Metal Band.

John: Warum auch nicht? Crematory haben sich auch bis kurz vor ihrer Auflösung immer noch Death Metal genannt.

Gert: Ich finde schon, dass wir eine melodische Death-Metal-Band sind.

John: Insofern ist bei uns das Prädikat durchaus angebracht. Denk ich schon.

The-Pit.de: Auf Tour erlebt man manchmal seltsame und lustige Dinge. Könnt ihr auch einige Momente davon berichten?

John: Da muss man genau nachdenken, was man sagt, damit keiner einem böse sein kann.

Gert: Teilweise so ein paar. Wir mussten beispielsweise schon hier und da in recht ekligen Unterkünften übernachten. Das war schon hart. In Polen hatten wir echt mal eine Unterkunft, wo richtig viel Dreck und Staub an den Wänden war. Im Bett war dann auch noch ein riesiger Blutfleck. In Tschechien waren wir auch mal in einem Hostel, das so „sauber“ war, dass sich die Hälfte der Band freiwillig auf eigene Kosten ein Hotelzimmer nahm. Ich gehörte zu denen, die im Hostel blieben. Ich glaube, ich habe dann irgendwie auf zwei Schlafsäcken geschlafen und drei Iso-Matten auf das Bett gelegt. Das war schon sehr eklig. Man versucht sich halt nicht zu bewegen. Lustige Geschichten... ja...

John: Bei lustigen Geschichten ist immer soviel Situationskomik mit dabei. Das kann man kaum wiedergeben. Das spielt sich eben so hoch. Heute die Herfahrt z. B., wenn man das jetzt beschreibt, würde es nicht so komisch klingen. Es überholt ein Bus den anderen, man sieht einen nackten Hintern im Fenster, beim nächsten Überholvorgang sind es schon vier, beim dritten mal hängt dann der Fahrer seinen Hintern raus. Das ist halt situativ. Es gibt viele Sachen, die man jetzt nicht erwähnen sollte an der Stelle. Ansonsten sind wir auch nicht so die lustige Band. Wir sind nervöse, introvertierte Typen, die die ganze Zeit an ihren Handys spielen.

Gert: Ja, Handys halt.

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