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Deadline - Das Filmmagazin im Interview (Dezember 2006)

"...und bitte keine Nachbarn oder Schulkinder erschießen."
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Wir hatten bereits vor einiger Zeit in unserer “News“ - Sektion darüber berichtet: Das kultige Szene-Printmagazin “Gory News“ wird vorerst komplett seine Tore schliessen. An dessen Stelle wird man aber ab Januar 2007 mit dem völlig neuen “Deadline - Das Filmmagazin“ durchstarten. Wir nahmen diesen Grund zum Anlass, ein ausführliches email-Interview mit dem Herausgeber Yazid Benfeghoul zu führen. Neben Thematiken rund um “Deadline“ wird aber natürlich auch die musikalische Sparte hier nicht zu kurz kommen... Wir wünschen Euch von daher viel Spass beim Schmökern!

 

The-Pit.de: Hallo Yazid. Dankeschön, dass Du dir spontan die Zeit für dieses Interview genommen hast… Am besten ist es jetzt wohl - für alle, die dich nicht kennen - wenn Du erstmal ein wenig über dich selbst erzählst: Wer und Was steckt alles hinter dem Menschen Yazid Benfeghoul? 

 

Yazid Benfeghoul: Ich bin männlich, befreundet und geistiger Vater des “Gory News“ Fanzines, das es in den 10 Jahren seiner Existenz bis zur 23. Ausgabe geschafft hat. Des weiteren betreibe ich seit 1999 den “Gory News“ - Mailorder. Irgendwann Ende der 90er Jahre habe ich das “Splatterday Night Fever“ - Festival ins Leben gerufen, das nun 3x im Jahr in einem der Saarbrücker City Kinos stattfindet. Im Jahr 2000 habe ich mit zwei Kollegen eine Videothek gegründet. Ganz frisch haben wir eine zweite Filiale eröffnet.

Ich habe mein Abitur gemacht, wenn das jemand wissen will und habe ein Semester Sprachen studiert (danach kam es schon zur Videothekengründung und ich kündigte der Universität fristlos). In der Zeit habe ich auch angefangen, kleinere Independent Projekte zu realisieren und zu produzieren. Scheinbar fand der ein oder andere Gefallen an meinen nicht vorhandenen Schauspielkünsten, was wohl erklärt, dass ich seitdem in über einem Dutzend kleinerer (Dutzendware-) Filme mehr oder weniger oft zu sehen war. Kleinere Statistenrollen auch bei größeren Produktionen sind jedoch weniger erwähnenswert. Ich sehe gerne Filme, auch Action, Komödien und Thriller fernab vom Horror. Ich sollte öfter schwimmen gehen und regelmäßiger essen.

 

The-Pit.de: Seinerzeit erschien im November 1994 die allererste Ausgabe des “Gory News“ - Fanzines. Das ist jetzt 12 Jahre her und die ersten beiden Ausgaben waren jeweils nur auf 100 Exemplare begrenzt gewesen. Im Grunde genommen damals noch recht „simpel und billig“ in der Herstellung (s/w Fotokopien, verfasste Texte auf einer halblebigen Schreibmaschine usw.)… Hättest Du dir damals je träumen lassen, dass aus der “Gory News“ mal eines der beliebtesten Splattermagazine Deutschlands werden sollte? 

 

Y.B.: Ich muss immer überlegen, wann das Erscheinungsjahr war. Du hast natürlich recht. Ich sollte, bevor ich, wie oben geschehen, falsch antworte, solche Fragen abwarten. Aber ist “Gory News“ wirklich eines der beliebtesten Splatter-Magazine Deutschlands? Das können nur die Fans beantworten. Und zugegebenermassen habe ich schon eine Menge Lob von diesen treuen Seelen eingeheimst, wofür ich jedem einzelnen Leser auch ganz herzlich danken möchte. Es ist ein schönes Gefühl, zu wissen, dass sich noch jemand außer einem selbst unverstanden und unterdrückt fühlt und dem Underground frönt.

 

The-Pit.de: Auf wessen Initiative hin kam es eigentlich damals zur Gründung der GN? Und wie viele redaktionelle Mitglieder wart ihr im Schnitt in der Anfangszeit? 

 

Y.B.: Irgendwie war das “Fantasy Filmfest“, das ich damals in Frankfurt besuchte, eine Art Auslöser. Ich hatte auf der Zugfahrt nach Hause plötzlich das Bedürfnis, darüber zu schreiben. Dazu noch ein paar Themen, die mich damals beschäftigten und für die ich - für heutige Verhältnisse - eher dürftig und blauäugig recherchierte, und fertig war das Heft. Es gab als redaktionelles Mitglied bei der ersten Ausgabe nur mich. Danach kamen bereits die ersten freiwilligen Mitarbeiter. Es waren dann irgendwann mal mehr als 10, und heute hat es ganz andere Ausmaße angenommen; ich selbst schreibe nur noch wenig bis gar nichts mehr.

 

The-Pit.de: Was meiner Meinung nach die GN bis heute auszeichnet, ist einmal der sehr lockere und süffisante (aber immer fundierte) Schreibstil, sowie ein Hauptaugenmerk auf die Amateur- und Independentfilme aus nahezu aller Welt… Man könnte im Grunde wirklich sagen, dass ihr eine Art „Monopolstellung“ intus hattet, denn diese Symbiose aus modernem Splatterfilmmagazin und Underground-Sprachrohr war schon einmalig gewesen zu dieser Zeit (okay, zwar gab es damals auch schon die “Splatting Image“, aber diese hatte bekanntlich nie wirklich viele gute Worte für den Amateurfilm übrig). 

 

Y.B.: Ich erinnere mich, wie toll ich das immer fand, einen Film zum Reviewen in der Post zu haben. Ich hatte richtig Spass daran, die Verpackung aufzureissen und mir alles mögliche, was die Macher mir zuschickten, anzuschauen. Doch das Besondere daran war einfach nur das Feeling zu der Zeit, was mich mit dem Amateur-Film verbunden hat und immer noch verbindet. Zwar sehe ich mir weniger Indie-Filme als früher an, aber ich weiss noch, warum ich das damals tat. Underground-Sprachrohr ist ein netter Begriff, und vielleicht war es mir nie richtig bewusst, wie monopol ich eigentlich war. Ich habe mich nie an anderen Zeitschriften orientiert oder sie womöglich kopiert! Obwohl ich als (damals) enthusiastischer Zeitschriftensammler und Vielleser Tonnen gebundenes Papier im Schrank hatte, kam es mir nie in den Sinn, mir Gedanken über Ideenklau zu machen.

 

The-Pit.de: Ein eher düsteres Kapitel in der GN Geschichte war ja seinerzeit die fragwürdige Indizierung der Ausgabe Nr. 11 gewesen. Wie kam es damals dazu und in wie fern hatte diese Amtsentscheidung für Euch persönliche Konsequenzen? 

 

Y.B.: Um sauber anzufangen: Ich habe stets und von jeher einen Altersnachweis von meinem jeweiligen Besteller angefordert und archiviert, so dass es nicht mir zu verdanken ist, dass irgendein Minderjähriger, der das Heft wohl bei einem verantwortungslosen Händler erstanden hat, in die Hände bekam und daraufhin auch dessen Mutter oder Erziehungsberechtigte, die dann meinte, gefährliches Gedankengut erwischt zu haben, so dass es zu einer Anzeige kam. Die Ankündigung der Indizierung und auch die letztendliche Indizierung könnt ihr in der “Gory News“ 12 und 13 nachlesen.

Eine solche Gesetzesentscheidung sollte man mindestens einmal im Leben gelesen haben; dann weiß man nämlich garantiert, dass man noch gesund ist. Persönliche Konsequenzen hatte es keine: es wurde die damals best verkaufte Ausgabe. Und das, obwohl, und das betone ich, seitdem, nie wieder ein Heft auf dem Postweg an einen Endkunden geschickt habe, was ja nicht erlaubt ist. Dafür haben es mir Grosshändler (sprich: Gewerbetreibende) aus den Händen gerissen, was erlaubt ist! Ist die Welt nicht gerecht?

 

The-Pit.de: Mittlerweile besteht die GN - Reihe aus 23 Ausgaben. Hat es m.u. auch schon auf stattliche 180 Seiten Umfang gebracht (siehe GN Nr. 21) und hat zusätzlich als Bonus eine immer voll gepackte DVD mit exklusiven Interviews, Specials und Filmtrailern zu bieten. Doch nun wird die GN bekanntlich vorläufig komplett „auf Eis gelegt“. Wieso? 

 

Y.B.: Eines schönen Samstags saßen Andreas Peter, seines Zeichens langjähriger Chefredakteur der “Gory News“, Markus, einer unserer Mitarbeiter, und ich uns zusammen und sponnen ein wenig herum, wie man “Gory News“ besser an Mann und Frau bringen könnte, wie man andere Käuferschichten erreicht. Da dies nie mein Bestreben war und ich es „underground“ belassen wollte, kam die Idee, ein komplett neues Magazin auf die Beine zu stellen, doch erst einige Monate später - Andreas hatte sich dazu weitere Gedanken gemacht - kam Germaine, eine weitere Mitarbeiterin, ins Spiel, die ebenfalls konkrete Ideen beigab. Ein neues Magazin bringt frischen Wind in die Seelen, dachten wir uns; das neue Magazin sollte regelmäßig erscheinen, was wir mit “Gory News“ bis dato nicht zustande gebracht hatten und vollfarbig sein. Doch es konnte unmöglich “Gory News“ heißen; der Underground Flair, der ihm anhaftete, wäre weg. So zumindest meine Meinung. Also sollte es anderes heißen. Das war die Geburtsstunde des “Deadline“.

Wir werden weiterhin mit “Gory News“ - Themen fortfahren, doch wird unser Hauptaugenmerk auf den Texten und nicht auf den Bildern liegen. Das hat sich auch bei den letzten Ausgaben “Gory News“ immer mehr abgezeichnet: mehr Text, weniger krasses Bildmaterial, was irgendwie nach der Entwicklung des Heftes etwas fehl am Platz wirken würde, und nur um des Zeigens willen wäre kindisch.

Also an alle “Gory News“ - Leser: ihr werdet sicher großen Gefallen an “Deadline“ finden, weil es zum einen immer noch die gleiche Schiene fährt wie “Gory News“, aber auch weiterhin was fürs Auge bietet, weiterhin ehrliche Filmkritiken verfasst, auf die man sich verlassen kann und einen, mit 5,00 Euro für “Gory News“ - Verhältnisse regelrechten Dumpingpreis hat. Alle Abonnenten werden natürlich übernommen - ob sie wollen oder nicht! Am Layout hat sich ebenso drastisch etwas geändert wie am Preis: wir haben regelrechte Künstler aus Agenturen aufgetan, die für manch normale Sehgewohnheiten fast schon exzentrisch, aber überaus frisch und leicht Ideen-Kreationen der ganz besonderen Art aufs Papier zaubern. Ihr werdet überrascht sein.

 

The-Pit.de: Eure neue und aktuelle Spielwiese nennt sich “Deadline - Das Filmmagazin“ und soll in der ersten Januarwoche 2007 erscheinen. Wie viel GN steckt noch in “Deadline“ drin? Oder beschreitet “Deadline“ mehr neue und eigene Wege? 

 

Y.B.: Soviel zum Thema „Frage schon oben beantwortet!“ Hinzuzufügen wäre hier noch, dass “Deadline“, um an oben erwähnte „Erschliessung neuer Käuferschichten“ anzuknüpfen, an die Kioske kommt und in gutsortierte Kaufhäuser. Denn da sehen wir Potential, denn in jedem kleinen Kaff in Deutschland MUSS ganz einfach jemand sein (und wenn es nur einer ist!), der unsere Vorliebe für andersartige Filme und unseren Geschmack teilt. Und Du, genau Du: wenn Dein Kaufhaus “Deadline“ nicht führt, setz ihm eine Deadline, dass es zumindest für die kommende Ausgabe damit aufwarten kann! So muss es funktionieren. Weiterempfehlen und fragen, wo auch immer ihr es nicht seht, denn wir wollen eine weite Streuung. Nur so kann “Deadline“ auf Dauer weiter existieren; Filmfirmen, die bei uns Werbung schalten, wollen Ergebnisse sehen. Und bisher haben wir schon tolle Unterstützung. Danke auch and dieser Stelle an alle Firmen, die an uns glauben.

 

The-Pit.de: Habt ihr dann auch Angst, durch dieses neue Format evtl. einige alte Stammleser zu verlieren, die eher nur auf blutige Gore- und Splattereskapaden fixiert sind? Oder ist dieser neue, persönliche (Lebens-)Abschnitt für Euch jetzt einfach wichtiger?  

 

Y.B.: Die “Gory News“ - Leserschaft ist stetig gewachsen. Und zugleich ist der Anteil der blutigen Bilder pro Ausgabe unmerklich zurückgegangen. Ist mir eigentlich eher durch Zufall einmal klargeworden. Früher war es mehr ein Rebellentum („krasser, härter, roter, toter“) doch heute passt es einfach so, wie es ist. Die Leser sind wohl mit uns gewachsen. Und muss man wirklich noch was zu Splattereskapaden sagen, wenn jeder Mainstream-Kinofilm mit aufgespießten Köpfen, Folterungen, Vergewaltigungen und „Terroranteil 100“ aufwarten kann?

 

The-Pit.de: Neben dem bisher bekannten Redaktionsteam gesellt sich zu “Deadline“ nun auch eine Underground-Ikone wie Jörg Buttgereit (“Der Todesking“, “Nekromantik“). Wie konntet ihr diesen guten und viel beschäftigten Herren für euer redaktionelles Team gewinnen? :-) 

 

Y.B.: Ich habe Jörg, lang lang war’s her, auf dem “Nippon Festival“ getroffen. Dann hatten wir über Jahre hinweg keinen Kontakt mehr, bis wir auf dem “Weekend of Fear“ erneut ins Gespräch kamen, ich mich noch mal in Berlin mit ihm traf, ihn zum “Splatterday Night Fever“ einlud, wo wir dann Tacheles redeten, und schon war es beschlossene Sache.

 

The-Pit.de: Ebenfalls ein besonderer Clou für die Erstausgabe von “Deadline“ ist die Verpflichtung von Die Ärzte - Drummer Bela B. Felsenheimer, der einen Gastartikel namens “Horror, privat“ zum Besten geben wird… Resultiert diese Zusammenarbeit aus eurem guten Verhältnis zu Bela B. im Allgemeinen? Denn bekanntlich ist ja auch er ein großer Freund von Horrorfilmen jeglicher Couleur und ist auch als Schauspieler in diversen Szenefilmen zu sehen (wie u.a. in “Garden of Love“ von Olaf Ittenbach oder in “Kinder der Nacht - Am Ende der Ewigkeit“ von Heiko Bender und der Nightchild-Crew). 

 

Y.B.: Bela erweist uns damit einen Freundschaftsdienst, obwohl er, wie man weiss, tatsächlich ein Fan des Genres ist. Ich hatte ihm angeboten, eine regelmäßige Kolumne zu hosten, doch lehnte er aus Zeitgründen ab.

 

The-Pit.de: Wie gefällt Dir eigentlich Bela´s Soloalbum “Bingo“? Viele Fans hatten ja eigentlich eher ein „düsteres Werk“ von ihm erwartet. Heraus kam allerdings ein eher poppiges und verspieltes Album. 

 

Y.B.: Mir gefällt grundsätzlich alles, was abwechslungsreich ist. Und oft sind gerade Alben, die alles andere sind, als den Erwartungen entsprechend, die interessanteren. Es gibt Bands, die klingen und singen in jedem Song immer gleich. So was nennt man „hängengeblieben“.

 

The-Pit.de: Und welche Musikrichtungen (resp. Bands) werden u.a. noch von Dir gehört? 

 

Y.B.: Mein Musikgeschmack reicht von Death Metal, Grindcore, über Jazz, Blues, Deutsche Volksmusik bis hin zu 80s Songs.

No go: R&B und Dumme-Dance Floor-Deppen-Mukke!

 

The-Pit.de: Kann man jetzt schon sagen, ob auch in zukünftigen Ausgaben Musiker als Gastautoren tätig sein werden?  

 

Y.B.: Wer weiss?

 

The-Pit.de: Welche primären Ziele und Anforderungen habt ihr Euch für “Deadline“ gesetzt?  

 

Y.B.: Pünktliches Erscheinen. Stetige Auflagensteigerung! Irgendwann mal Geld damit verdienen, und dennoch Spass dabei haben (das ist eins meiner Grundprinzipien, wenn ich einer Arbeit nachgehe).

 

The-Pit.de: Aus aktuellem Anlass muss ich leider auch dieses tragische und aktuelle Ereignis mit einbringen: Im westfälischen Emsdetten hat der 18jährige Sebastian B. in seiner ehemaligen Realschule (Geschwister-Scholl-Schule) einen bewaffneten Rachefeldzug veranstaltet. Er hat 5 Menschen angeschossen und insgesamt wurden sogar 37 Menschen verletzt. Am Ende hat er sich dann selbst gerichtet… Nicht nur, dass so eine menschliche Tragödie im allgemeinen mal wieder schlimm genug ist, haben unsere vorschnellen Medien und Politiker bereits auch schon wieder einen „Hauptschuldigen“ gefunden: Nämlich diese ganzen „bösen Ballerspiele, Gewaltfilme und aggressive Musiktexte“ (zusätzlich zu der Tatsache natürlich, dass der junge Mann immer schwarze Kleidung trug und Einzelgänger war).

Verzweifelt man als normal denkender Mensch nicht wirklich langsam daran, dass die „exekutiven Kräfte“ in diesem Land lieber blinde Hetzjagden veranstalten anstelle besser nach den WAHREN Ursachen (privates und soziales Umfeld, Familienverhältnisse) zu forschen? 

 

Y.B.: Warum denn keine Hetzjagden veranstalten? Ich finde das gut! Sündenböcke gab`s schon zur Zeit der Hexenverfolgung. Geschadet hat es der Kirche augenscheinlich nicht. Es ist so schön bequem, einer greifbaren Bedrohung in Form von „Gewalt-Games“ und „Metzel-Movies“ den schwarzen Peter zuzuschieben. Wie kann man etwas nicht Greifbares ändern? Wie verzweifelt müssen jene Politiker sein, die die Schuld bei Spielen und Filmen suchen? Besser dran sind solche, die ihre eigenen Lügen glauben. Davon gibt’s auch reichlich.

Wie kann man in diesem Fall die wahren Ursachen ändern? Man müsste schliesslich ehrlich sein, wonach in der Politik meist der Fall auf dem Fuss folgt. Aufklärungsarbeit kommt hier zu spät. Wir haben es mit einer hoffnungslos degenerierten Gesellschaft zu tun. Die Eltern müssten Nachhilfeunterrichtsstunden nehmen, wie man ein Kind richtig grosszieht; dass es wichtig ist, mit ihm schon in der Wiege zu reden, mit ihm lachen, ihm zeigen, dass man es liebt, schätzt.

Gewisse Talkshows und aggressive, laute Werbung tragen ganz sicher mehr zum psychischen Kollaps bei als der schlimmste Horrorfilm. Wenn ein jemand schon schräg tickt, kann es auch bei Folge 7865 der “Lindenstrasse“ zum Ausraster kommen. Wo kommen wir denn hin, wenn ich schon Politik mache? Eher würde ich mir etwas antun, als mich in diese niederen Gefilde des geistigen Schmutzes zu begeben.

 

The-Pit.de: Aber kommen wir jetzt zum Abschluss dieses Interviews wieder zu deutlich erfreulicheren Dingen im Leben: Was waren für Dich persönlich die filmischen Highlights und Flops des Jahres 2006 (und warum)? 

 

Y.B.: Highlight: “Running Scared”. Seht euch den Film an; das bedarf keiner Erklärung!

Flop: “Happy Feet”. Kein Kommentar!

 

The-Pit.de: …und in Sachen Musik? Welche Silberlinge liefen in Dauerrotation im heimischen CD-Player heiss und welche hättest Du am liebsten vor lauter Frust aus dem Fenster geschmissen? ;-) 

 

Y.B.: Ich höre nicht besonders viel Musik. Wenn was im Hintergrund läuft, ist das ganz laut Death Metal (die neue Deicide ist sehr schön!) oder besinnliche Chillout- und Lounge Musik. Auch habe ich den Soundtrack von “Day of the Dead“ wieder entdeckt und alles, was 80er-jahre Synthesizer-Geplänkel in sich hat!

 

The-Pit.de: So… Dann bedanke ich mich mal ganz herzlich bei dir Yazid für die investierte Zeit an diesem ausführlichen Interview! Ebenso wünsche ich Euch natürlich für “Deadline“ alles Gute und viel Erfolg… Möchtest Du abschliessend noch ein paar letzte Worte an eure und unsere Leser von “The-Pit.de“ richten? 

 

Y.B.: Es war mir eine Freude. Hey, ihr da draussen: Bleibt dem Underground treu, klickt “The Pit“ und lest das “Deadline“! Und bitte keine Nachbarn oder Schulkinder erschiessen.

 

Weitere Infos über “Deadline - Das Filmmagazin“ und die bisherigen Tätigkeiten von Yazid und seinem Team erhaltet ihr unter www.deadline-magazin.de und www.gorynews.de... Nachmals ein Danke an alle Beteiligen und für eure Zukunft nur das Beste!

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