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Dead Lord im Interview (Oktober 2016)

„Ich denke nicht, dass es ein Retro-Dingen ist, sondern eher etwas zeitloses“

The-Pit.de: Was denkst du denn so grundsätzlich über das Vinyl-Comeback?

Hakim: Es macht einfach mehr Spaß. Es sieht auch gut aus, wenn man mit solch einem großen Dingen herumläuft. Beim Vinyl spürst du noch den Groove, und wenn sich die Gesellschaft selbst zerstört und die digitale Technologie verloren ist, dann brauchen die Leute nur eine einfache Nadel, um sich die Musik anhören zu können. Im philosophischen Sinn ist das richtig cool, für mich selbst aber reicht es, wenn alle die Musik streamen und in welcher Form auch immer kaufen. Und wenn dir die Musik gefällt, dann kommt zu den Shows, das macht mich dann wirklich glücklich. Ich denke aber auch, dass es einfach viel geiler ist, ein Album im Großformat vor sich zu haben, es ist doch eine Form von Kunst. Du kannst da mehr Inhalt verpacken, du hast beim Layout mehr Möglichkeiten, du hast mehr in der Hand und eben auch das Gefühl, dass du für dein Geld auch etwas bekommst. Heutzutage können sich die Leute ihre Musik via iTunes oder Spotify besorgen. Sich Musik zu kaufen ist dann aber auch das Gefühl, etwas zu besitzen, die Band zu unterstützen, und je mehr du dir kaufst, umso besser kannst du es psychologisch gesehen rechtfertigen, wenn es eben etwas Greifbares ist. Mir selbst reicht es aber, wenn man unsere Musik mag, das macht mich glücklich.

The-Pit.de: Vor drei Jahren habt ihr mit „Goodbye Repentance“ euer Debütalbum veröffentlicht. Jetzt so im Rückblick, würdest du einige Sachen anders machen oder ist es eben ein Zeitzeugnis und gut so, wie es ist?

Hakim: Ich hab mir das Album schon lange nicht mehr angehört, was ich aber nicht bereue. Ich hab mich mal mit Nicke (Andersson; Anm. d. Verf.) über die alten Platten von The Hellacopters unterhalten und da gibt es ein Album, welches er so überhaupt nicht mag. Und als ich ihn nach dem Grund gefragt habe, meinte er nur, dass er es nicht bereue, er es aber eben einfach nicht mag. Du kannst nicht ein Album bereuen, du solltest dann einfach ein besseres machen. Und das finde ich eine richtig gute Philosophie. Natürlich könntest du etwas verbessern, aber ich denke, dass unser aktuelles Album „Heads Held High“ eine Menge besser macht als noch unser Debüt. Sicher, man hätte sich sagen können, hättest du mal mehr schnellere oder aggressivere Songs geschrieben, aber dann denke ich auch, dass man sich nicht für ein neues Album unter Stress setzen sollte, denn ich weiß vorher nicht, was am Ende dabei rauskommt. Für mich ist das nicht schlimm, es ist doch nur Musik, es ist auch Geschäft, aber eben auch unser Leben, aber es macht Spaß, und so lange es Spaß macht, kannst du gar nicht wirklich falsch liegen. Als wir das Debütalbum aufgenommen haben, ging das so schnell. Wir sind für eine Woche nach Irland geflogen (Ola Ersfjord in Dublin war die Anlaufstelle; Anm. d. Verf.), vier Kerle in einem Raum, und in dieser einen Woche haben wir alles aufgenommen, ganz nach dem Motto: Bam, was ist passiert? Wann immer ich mir die Songs auf den Alben anhöre, erinnere ich mich daran, was da im Studio passiert ist, und dann denke ich daran, dass es genau der Weg ist, wie ich ihn mir vorgestellt habe.

The-Pit.de: „Heads Held High“ ist der aktuellste Output... wofür steht der Albumtitel für dich, der ja als Metapher eine Menge an Interpretationen zulässt?

Hakim: Ja, das stimmt, man kann es auf viele verschiedene Arten und Weisen interpretieren. So gehe ich ja auch immer meine Texte an. Wenn ich zum Beispiel über eine bestimmte Gruppe an Menschen schreibe, bei der ich denke, dass sie etwas falsch machen, oder ein Land, welches in einen Krieg verwickelt ist, dann möchte ich nichts beweisen, ich schreibe es einfach nur auf, sodass die Leute, die den Song hören, nicht wirklich ganz genau wissen, was ich sagen will. Man ist frei für Interpretationen und ich denke, dass es eigentlich schlauer ist, solche Texte zu schreiben denn eine Story aufzubauen und zu sagen, was man zu machen hat. Ich mag es, wenn Leute sich die Texte durchlesen und sich fragen, ob ich das so oder anders meine, was auf keinen Fall schlecht ist. „Heads Held High“ bedeutet einfach, dass man aufrecht rocken sollte, mehr nicht. Der Song selbst aber beschreibt, wie man Stolz erlangt und sich nicht einer Gehirnwäsche unterziehen lässt. Weißt du... ich meine... ich denke, ich hab dazu alles gesagt.

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