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Dead Lord im Interview (Oktober 2016)

„Ich denke nicht, dass es ein Retro-Dingen ist, sondern eher etwas zeitloses“

The-Pit.de: Nach einem ganzen Haufen an Shows in Skandinavien verließ aber dein Wunschbassist Tobias die Band. Wie seid ihr dann auf Martin Nordin gestoßen?

Hakim: Tobias ging, weil er nicht mehr genug Zeit hatte, denn Enforcer tourten wie verrückt. Er spielte ein gutes Jahr bei uns und es war dann seine Entscheidung zu gehen, er wollte sich mehr auf Enforcer konzentrieren. Nur eine Woche, nachdem sich Tobias zum Ausstieg entscheiden hatte, kam mein alter Freund Martin noch aus Sandkastenzeiten – wir kennen uns, seit wir drei Jahre jung waren – nach seinem Studium in Nordschweden nach Stockholm. Er spielt eine ganze Menge an Instrumenten, er ist dazu noch ein guter Sänger und eigentlich ist er ein Gitarrist, ich fragte ihn aber, ob er nicht als Bassist einsteigen und hundert Prozent als Bassist geben wolle. Ich erinnerte ihn auch daran, dass er schon einmal eine Phase als Bassist hatte und er ein verdammt geiler Bassist sei, was ja nur wenige Gitarristen wirklich können. Es ist einfach etwas grundsätzlich verschiedenes, Bass spielen ist mehr wie Drums spielen. Er sagte zu, es passte auch ganz gut, dass er zu dieser Zeit lieber live Bass denn Gitarre spielte, da hatte er mehr Möglichkeiten auszuflippen. Er stieg dann ein, übernahm auch die Backingvocals und alles hörte sich dadurch einfach viel besser an. Es ist schön, dass er Teil der Band ist.

The-Pit.de: Du hast ja jetzt schon eure erste Single selbst ins Spiel gebracht, die ja prima einen ersten Hinweis auf den Dead Lord-Sound lieferte. Ich habe irgendwann mal gelesen, dass du eine neue Band gründen wolltest, um mehr Gitarrensoli zu spielen. Warum ist dir der sogenannte „Retrosound“ mit einer Mischung aus Garagenrock und viel Thin Lizzy-Style selbst so wichtig?

Hakim: Im Grunde mag ich einfach den Gitarrensound, nicht immer diese schnellen Soli, aber eben dieses ehrliche, altgediente Gitarrenspiel. Ich möchte den Leuten zeigen, dass wenn sie Dead Lord hören, sie auch echte Musik hören, wohingegen viele moderne Produktionen so aufgenommen werden, das sie sich nicht mehr wie Musik anhören. Für mich muss sich eine Band auf der Platte so anhören wie im Proberaum oder auf der Bühne. Das war schon immer unsere Philosophie, wenn wir die Aufnahmen angegangen sind. Wir haben immer alles live aufgenommen, wir haben immer versucht, das so hinzubekommen. Ich denke nicht, dass es ein Retro-Dingen ist, sondern eher etwas zeitloses. Ich denke, dass der Sound, den wir jetzt spielen, der Sound der Achtziger nur heute ist. Der Sound der Sechziger und Siebziger Jahre ist eben nicht so glatt gebügelt, der Sound ist eben so wie aufgenommen. Wenn sich Drums wie Drums anhören, denken die Leute gleich, dass es Retro wäre. Die Bassdrum macht eben nicht „pscht“, sonder „boom“. Aber so klingt eben eine Bassdrum. Und genau das wollen wir einfangen. Wenn wir gerade aufnehmen, dann machen wir uns nicht zu sehr Gedanken, doch wenn wir uns später das Ganze anhören, sind wir schon begeistert, wie nah wir immer dran sind, wie es eben klingen soll. Für mich ist eben genau das so zeitlos, einfach viel smarter und ich bedaure hoffentlich nicht solch eine Produktion, wenn ich alt bin.

The-Pit.de: Ihr habt ja neben der ersten 7" zwei weitere herausgebracht – einmal eine Split mit Black Trip und auch eine mit '77. Worin liegt da der Reiz für euch?

Hakim: Die Split-7" mit Black Trip war ein reines Spaßding. Es hat Spaß gemacht, diesen alten Song („Would No Be Seen Dead in Heaven“, im Original von Witchfynde, 1980 auf dem „Stagefright“-Album zu finden; Anm. d. Verf.) auszugraben, ein großartiger Song. Wenn die Leute denken, dass wir nach Thin Lizzy klingen, dann kann ich nur sagen, dass es eine Menge Bands gibt, die mit Twingitarren spielen, wovon aber nur wenige Leute wissen. Witchfynde ist eine dieser Twin-Guitar-Bands, die heute viele Leute als von Thin Lizzy beeinflusst ansehen. Das hat richtig Spaß gemacht. Black Trip ist einfach eine sehr gute Band, Freunde von mir, sie haben mit Lightning Records ihr eigenes Label und deswegen haben wir das gemacht.

The-Pit.de: Ist ja auch irgendwie schnell gemacht...

Hakim: ...ja genau, und hat auch den Vorteil, dass wenn jemand die andere Band einer Split-7" mag, dann lernt er auf diesem Weg eine andere Band kennen, die ihm auch gefallen könnte, die er bisher nicht kannte. Aber am Ende ist das einfach nur Spaß haben, wir haben den Song an einem Tag aufgenommen. Was die Split-7" mit '77 betrifft... wir waren mit ihnen auf Tour, waren auf dem selben Label, sodass es sehr einfach war, das Ganze umzusetzen. Das hat auch unglaublich viel Spaß gemacht, und so ganz nebenbei hast du auch was Neues am Merch ausliegen, wenn man auf Tour ist. Du weißt das sicherlich: Die Fans kommen zu den Shows und den anderen Touren auch und halten immer Ausschau nach was Neuem.

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