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Dead Lord im Interview (Oktober 2016)

„Ich denke nicht, dass es ein Retro-Dingen ist, sondern eher etwas zeitloses“

Classic Rock, Retro Rock, egal welche Bezeichnung man herauskramt, immer stolpert man dabei über Dead Lord aus Stockholm. Musikalisch spielen sie sich Zug um Zug an die Spitze, aber auch so gehören sie zu den Bands, die sich nicht vor eindeutigen Aussagen scheuen; schön, dass Frontmann und Gitarrist Hakim sich die Zeit für ein Interview nimmt. Und aus dem anfänglichen vorbereiteten Frage-Anwort-Spielchen wird dann eher auch eine vergnüglich bis ernsthafte Plauderei... und wenn der Kerl einmal spricht, dann hört er so schnell nicht wieder auf.

The-Pit.de: Hallo Hakim, zuerst einmal vielen lieben Dank, dass wir hier im Tourvan sitzen und du dir Zeit für mich nimmst. Dies ist ja auch eurer erstes Interview auf The-Pit.de, weswegen ich erst einmal einen Blick auf die Anfangstage von Dead Lord werfen möchte. Wie hat sich das angefühlt, als du bei The Scams ausgestiegen bist, was hattest du da eigentlich für Pläne im Hinterkopf?

Hakim: Ich denke, die Gründe, warum ich die andere Band verlassen habe, lagen einfach darin, dass ich das Gefühl hatte, dass ich nicht machen konnte, was ich wollte. Ich hatte eine Menge Songs geschrieben und sie haben einfach nicht zu dieser Band gepasst. Sie waren vielleicht nicht so gut, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich zweifelte, ich konnte jetzt aber nicht einfach alles hinschmeißen, ich lebte in der selben Stadt, aus der auch Bullet kommen, hatte eigentlich auch ein recht schönes Leben mit der Band. Es ist nur eine Kleinstadt, doch ich hatte da einfach das Gefühl, dass diese Band nicht wirklich mein Ding ist und so habe ich dann doch alles hinter mir gelassen und bin nach Stockholm gegangen. Ich hatte aber keinen wirklichen Plan, ich bin einfach dorthin gegangen, ein Freund ließ mich bei sich schlafen, in einem Ein-Zimmer-Appartement, welches zwar sehr sehr günstig war, wo man sich aber auf der Pelle hing. Dann traf ich Adam (Lindmark, Drummer; Anm. d. Verf.), den ich bis dahin nicht kannte, als er mit seiner alten Band (Morbus Cron, Death-Metal-Band, die sich 2015 auflöste; Anm. d. Verf.) spielte und ich dachte so bei mir, dass er ein richtig cooler Typ sei, sein Drumstyle ist sehr rockig und lebhaft, was mich immer an Robert (Eriksson; Anm d. Verf.) von The Hellacopters erinnert. Ich mag seine Art Drums zu spielen, wenn du hörst, wie er die Fills spielt, da ist er genau das Gegenteil von den Drummern, mit denen ich bisher zusammen gespielt habe, die immer nur diesen AC/DC-Stil drauf hatten. Ich hab ihn dann einfach gefragt, bin ihm gute vier Wochen auf den Keks gegangen, er hat immer wieder gejammert, er spiele schon in mehreren Bands und sie wollten es doch versuchen, erfolgreicher zu werden. Wir haben es dann doch einfach ausprobiert und ihm hat es schlichtweg gefallen. Dann haben wir Olle (Hedenström, Gitarrist; Anm. d. Verf.) angefunkt, er wohnte auch in Stockholm und wir hatten ihn auf Festivals spielen sehen und dachten uns, das ist der Gitarrist, der uns fehlt, der wie eine Abrissbirne auf der Bühne agiert. Ich mag keine Gitarristen, die sich einfach zu viel in den Vordergrund spielen.

The-Pit.de: Dann wären also bei dir Yngwie Malmsteen & Co. nicht angesagt, du willst mehr Groove, du willst den Blues fühlen...

Hakim: ...ja, genau das. Gerade was die Rhythmus- und Groovegitarre betrifft, ist Olle einfach der richtige. Als wir mal im Studio waren und einen trinken wollten, da hat Olle einfach einen weiteren Akkord gespielt, gejammt und wir waren alle hin und weg. Der beste Bassist in der ganzen Gegend war unserer Meinung nach Tobias (Lindkvist; Anm. d. Verf.) von Enforcer. Ich kannte ihn gar nicht wirklich, hab ihn nur mal auf ein paar Partys getroffen, da entpuppte er sich als ein netter Kerl, und Adam teilte ihm einfach mit: „Du bist jetzt in unserer Band!“. Er hat dann erst einmal mit einem „fuck you, guys“ geantwortet, aber er kam zu den Proben und wir haben dann vier Mal zusammen geprobt, als wir dann schon unsere erste 7" „No Prayers Can Help You Out“ aufgenommen haben. Es war also erst einige wenige Wochen vor den Aufnahmen, dass Olle und Tobias zum ersten Mal dabei waren. Wir haben dann einfach aufgenommen. Ich war ganz begierig zu zeigen, was ich kann, seit ich eben meine alte Band verlassen hatte; ich entschied dann auch, dieses dämliche Video zu drehen, was wir dann auch durchgezogen haben. Wir hatten überhaupt keinen Plan, was wir mit den Songs machen sollten, die Single, die man im Videoclip sieht, ist ja die Platte von einer alten Punkband, die ich von einem Freund bekommen hatte und wo ich dann einen Dead Lord-Aufkleber draufpappte. Ich hab dann mal Sven, Drummer von der Thrash-Metal-Band Antichrist, angesprochen und er vermittelte mir den Kontakt zu Steffen von High Roller Records. Wir haben auch ein paar andere Labels angesprochen, weil Steffen auch keine 7" machen wollte, lieber ein komplettes Album. Er mochte die Musik, aber er mochte eben keine 7" herausbringen. Ich schrieb ihm dann, alles klar, wir melden uns, wenn wir ein Album haben. Es waren auch andere Labels interessiert, ich erinnere mich, dass einer schrieb: „Ich mache gleich 1000 Stück davon.“ Das zusammen mit dem Video und auch wegen Leuten wie Fenriz von Darkthrone, der auch das Video mochte, es auf seinem Blog teilte und das Ganze irgendwie voran brachte.

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