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Darkthrone im Interview (Februar 2006)

"Get a life out there!"
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"The Cult Is Alive", Darkthrone lebt, bewegt sich und ließ sich zu einem Interview mit uns bewegen.

The-Pit.de: Seit 1986 existiert eure Formation, doch wie fing euer musikalisches Sein an? 

Fenriz: Ich begann mit einer Akustikgitarre, da meine Eltern dachten, dass es das Beste sei, wenn ich das als erstes lerne. Langweilig. Aber bis zum heutigen Tag entwerfe ich alle Riffs auf der Akustikgitarre. Wenn es auf Akustik roh klingt, dann ist es normalerweise geil auf der E-Gitarre. Doch als ich das erste Mal ein richtiges Drumset (ich habe eins für Kinder bekommen als ich drei war, aber das zerstörte ich) bekam, war ich total angespannt. Die erste Scheibe nach der ich spielte (ein Album sehr laut hören und danach versuchen die Drums nachzuspielen) war Motörheads "No Sleep Till Hammersmith". Dann hatte ich '85 genug Geld, eine Gitarre zu kaufen. Also spielte ich immer Gitarre und Schlagzeug - autodidaktisch, versteht sich. Ich weiß nicht, wie Ted angefangen hat, aber ein Freund von uns rief mich an und fragte ob wir einen Gitarristen benötigen. Das war in den späten 87ern, oder frühen 88ern. Daraufhin sah Ted uns live und wollte Darkthrone beitreten.

The-Pit.de: Innerhalb von 20 Jahren verändert sich eine Menge. Was waren eure damaligen Einflüsse und welche sind es jetzt?

Fenriz: Nicht derart, wir haben mehr oder weniger dieselben. Seit '89 beeinflussen uns ohnehin nur eine handvoll von Bands. Im Grunde genommen werden wir NUR von 60s/70s/80s Metal, Punk und Rockklängen beeinflusst. Sagen wirs einfach so: Als wir anfingen, waren die Einflüsse Celtic, Cryptic Slaughter und Metallica. Jetzt ist es mehr Celtic, Skitsystem und Razor. Wir werden vielleicht von 2-300 Bands beeinflusst.

The-Pit.de: Ihr als Inhaber einer tragenden Rolle der zweiten Black Metal-Welle müsst ziemlich viele Gedanken und Gefühle mit der Szene verbinden. Was bedeutete dir Black Metal zwischen 1990 und 1995, was bedeutet es dir heutzutage? Welche Rolle spielte Euronymous (R.I.P.) und sein Tod in Bezug auf dein Sein als ein Musiker? 

Fenriz: Die 90er beeinflussten mich kein bisschen als Musiker. Nichts. Ich hörte sogar 1991 auf, mich Musiker zu nennen. Es affizierte meine Erfahrung und meine Philosophie - ich lernte immer mehr Leute kennen - mit guten und langweiligen Folgen. Aber zwischen 1991-1993 hat Black Metal fast alles bedeutet und wie viele true Black Metaller wissen, geht man normalerweise durch 2-3 Jahre von totaler Anbetung und wahnsinnigem Verhalten.

The-Pit.de: Was für Musik macht ihr heutzutage? Würdet ihr euch immernoch als Black Metal Band bezeichnen? 

Fenriz: Ja. Black Metal ist 50% rohe Musik und 50% rohe Einstellung - und Darkthrone hat von beidem 100%, hehe. Aber wenn uns einige Leute nicht dem Black Metal zuordnen, ist es deren Ding. Geht einfach aus meinem Weg, Idioten.

The-Pit.de: Wir alle erinnern uns an den "Norsk Arysk Black Metal"-Schriftzug auf Transsilvanian Hunger. Warum habt ihr euch dazu entschieden, das aufs Cover zu schreiben und um weitere Gerüchte zu vermeiden: Was ist eure aktuelle politische Einstellung?

Fenriz: Damals waren wir dissident in Bezug auf die Welt, jetzt sind wir es in Bezug auf die "Szene", um unsere eigene zu machen. Und erneut - aus meinem Weg! Bleibt fern!

The-Pit.de: Was denkst du über heutige Black Metal Bands, wie Dimmu Borgir, und ihre Fans? 

Fenriz: Dimmu ist keine aktuelle Band, das ist der Sound von 1994-1996. Ich kenne die Fans nicht und ich will keine Fanaten kennen, zumindest keine Darkthrone Fans. Füttert euren Kopf, nicht meinen.

The-Pit.de: Im Vergleich zu "Sardonic Wrath" hat sich euer Sound erneut verändert. Warum? 

Fenriz: Hmm, das liegt daran, dass Ted ein Studio gekauft hat. Wir machen alles selbst, was heißt: kein Bullshit, keine Filter und keine Professionalität - nur freier, roher Sound.

The-Pit.de: Auf der Single "Too Old, Too Cold" lässt sich der Song "High On Cold War" finden, was wirklich ein netter Track ist, auf dem ihr mit Grutle von Enslaved zusammenarbeitet. Warum habt ihr euch dazu entschieden, zusammen zu arbeiten und wie war es?

Fenriz: Es war Teds Idee, die er bekam als Grutle ihn auf seiner Berghütte besuchte, um zu fischen. Wir waren immer sehr verbunden mit Enslaved und jetzt umso mehr mit ihrem neuen Drummer Cato, welcher ein alter Freund von mir ist. Ich hab den Song geschrieben und wurde inspiriert von: Motörhead, Deathstrike, Darkthrone/Celtic und Slaughter/alte Mayhem. Die Solos sind wie immer und Ausdruck des Mittelfingers gegenüber allen, die wahren Metal nicht verstehen.

The-Pit.de: Als ich mir das erste Mal die Single anhörte, bekam ich während des dritten Tracks einen Schock, bis ich herausfand, dass es ein Cover war. Warum habt ihr euch dazu entschieden "Siouxsie and the Banshees" zu covern?

Fenriz: Normalerweise mag ich Covers nicht und ich finde es ekelhaft, Material anderer Bands zu spielen. Aber ich habe "Nein!" zu so vielen Ideen von Ted gesagt, sodass ich sagte, dass wir ein Cover machen können, wenn ich den Song aussuchen darf. Warum ich "Siouxsie and the Banshees" nahm und nicht irgendein hirntotes Zeug, wie ein Slayer-Cover, ist für mich Ausdruck von Intelligenz. Findet es heraus, Dumpfbacken. Slayer würden und haben dasselbe gemacht - sie haben ein ganzes Album mit Punkcovern gemacht. Hail!

The-Pit.de: So wie es scheint, distanziert ihr euch von der Szene, doch warum nennt ihr euer neues Album "The Cult Is Alive"? 

Fenriz: Der "Cult" ist Darkthrone und unser Sound auf dem Album ist "Alive" und frei. Das ist einer von vielen Wegen, die Beweggründe für das Album zu nennen, um den Geeks etwas zu geben mit dem sie arbeiten können. (Viele Leute schreiben Reporte und Analysen über Darkthrone, weißt du..). Doch fragt uns nicht!

The-Pit.de: Plant ihr in der Zukunft Konzerte zu geben? 

Fenriz: Ja, auf jeden Fall.

The-Pit.de: Was wünschst du dir in Bezug auf deine musikalische Zukunft? 

Fenriz: Ich wünsche mir, dass Leute aufhören mich mit von Darkthrone beeinflussten Demos zu nerven. Schicke ich Tom G Warrior Panzerfaust? Natürlich nicht! Get a life out there!

The-Pit.de: Gibt es noch etwas, was du den Lesern mitteilen willst? 

Fenriz: Okay, unterstützt die Band Orcustus. Hail Cirith Ungol, die alten ZZ Top, Gun, Warfare etc.

Wir bedanken uns bei Darkthrone für dieses aufschlussreiche Interview!

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