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Darkness im Interview (August 2015)

„...früher ist nicht alles immer besser gewesen, sondern einfach nur früher...“

Interviewpartner Arnd

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Seit dem letzten Interview mit den Old-School-Thrashern Darkness hat sich so viel getan, dass unbedingt ein neuer Termin her musste – keine Frage, da muss man doch am Ball bleiben, auch wenn sich der Begriff „am Puls der Zeit“ bei einer „Bandkarriere“ von mehr als dreißig Jahren und dem Terminus Old-School-Thrash vielleicht ein wenig bizarr anhören mag. Die Altessener haben zumindest für diesen Samstagabend zur Proberaum-Party eingeladen, um einem kleinen Publikum den neuen Frontmann Lee auch mal live vorzustellen, bevor in den nächsten Wochen dann die ersten „richtigen“ Gigs anstehen. Und so sitzen wir mit Gitarrist Arnd zwei Stunden vor dem geplanten Proberaumgig im Biergarten der geschichtsträchtigen Zeche Carl, genießen die eine oder andere Gerstenkaltschale und sondieren bei schönstem Sommerwetter die aktuelle Situation. Ein paar Stunden später beantwortet auch Lee einige speziell ihm gestellte Fragen – und das ist dabei herausgekommen.

The-Pit.de: Hi Arnd, einmal mehr treffen wir uns hier in der geschichtsträchtigen Zeche Carl in Essen und einmal mehr müssen wir zuerst eure Personalienwechsel ein wenig aufdröseln. Mit Lee habt ihr einen neuen Frontmann, der bisher und immer noch in einer Grindcore-Band grunzt. Wie habt ihr euch gefunden?

Arnd: Wir sind ja im Underground und da spricht man immer sehr offen, deswegen bin ich jetzt auch mal sehr offen. Der Lacky und der Speesy (Bassist von Kreator; Anm. d. Verf.), als der noch bei uns war, waren letztes Jahr im Oktober/November der Meinung, dass wir wieder eine Fünfer-Besetzung fahren sollten, dass es dann einfach undergroundiger, etwas thrashiger ist. Ich war da geteilter Meinung, gar nicht mal so sehr, weil ich da meinen Gesangsposten abgeben würde, was mich ganz ehrlich nicht so sehr gestört hätte, sondern weil es ein Paradigmenwechsel ist. Und so etwas ist immer schwierig. Bei uns hat sich in den letzten Jahren eh das Personalkarussell heftig gedreht, das war immer eine schwierige Sache. Deswegen war ich eigentlich dagegen. Da gab es dann eine Patt-Situation mit Meik und mir auf der einen und Lacky und Speesy auf der anderen Seite. Ich glaubte dann, dass ich das Zünglein an der Waage wäre und meinte, dass wir das dann doch mit dem Lee ausprobieren könnten. Mittlerweile hat der sich auch gut eingearbeitet, muss man wirklich sagen. Angeschleppt hat den Lee der Lacky, ich kannte ihn und seine Combo Yuppie Club vorher gar nicht. Da bin ich völlig vorbehaltlos herangegangen, und so ist die Sache dann zustande gekommen.

The-Pit.de: Die Position am Bass ist mit dem Dirk auch neu besetzt, Speesy ist ja wieder raus. Wie kam es zu diesem Wechsel und bedeutet das jetzt auch mal ein Ende der Querelen?

Arnd: Querelen kann man das schon nennen, ja. Der Weggang von Speesy war seine eigene Entscheidung, ich denke mal, es wird auch mit Kreator zu viel. Wenn mich nicht alles täuscht, wollen sie auch ein neues Album machen. Das alles wird ihn dann wohl überfrachtet haben, so meine persönliche Wahrnehmung. Der Dirk war zwei, drei Shows als Bassroadie mit unterwegs, der spielt halt gut, der kennt die Songs, das war für den überhaupt kein Ding. Dann haben wir uns gesagt, dass es doch Schwachsinn wäre, jetzt noch zu suchen, eine Anzeige aufzugeben. Wenn das Gute doch so nahe liegt, dann nehmen wir das Gute doch halt.

The-Pit.de: Du hast selbst jetzt schon reingebracht, dass du dich ja jetzt auf die Gitarre konzentrieren kannst. Hat sich bei den Proben schon eine Art Befreiungsschlag eingesetzt oder fehlt dir dann doch etwas?

Arnd: Auch heute noch, wenn die Einsätze wären, gehe ich ans Mikrofon, erst dann fällt mir ein, dass ich gar nicht mehr muss. Das ist schon relativ schwierig, das rauszukriegen. Bei den neuen Stücken nicht, da bin ich ganz froh. Wir schreiben ja neue Songs im Hinblick auf ein neues Album, und die neue Stücke könnte ich nicht gleichzeitig spielen und singen. Das geht nicht. Man kann nicht gewisse Sachen singen und gleichzeitig Gitarre spielen, das geht einfach nicht, wenn man z.B. gegenläufige Themen spielt (außer man heißt Jimi Hendrix... Red.). Von daher ist das wirklich eine gute Sache, dass ich mich da auf die Gitarre konzentrieren kann. Bei den alten Darkness-Songs war das schon drin; es war vor zehn Jahren ein hartes Stück Arbeit, sich beides draufzuschaffen. Jetzt konzentriere ich mich auf die eine Sache und das klappt auch ganz gut, auch mit dem Meik, wir sind ein ganz gutes Team, gut eingespielt, und wollen uns sogar gelegentlich auf zweistimmige Sachen konzentrieren, was dann mit Gesang auch schwierig wäre.

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