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Cripper im Interview (Juli 2012)

„Früher war es etwas verkopfter, jetzt ist es mehr bauchlastiger“

Gitarrist Jonathan

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The-Pit.de: Wen seht ihr als Gegner an, wenn die Scheibe schon „Antagonist“ heißt?

Britta: Wir sehen den Antagonisten nicht wirklich als Gegner, sondern so als…der Antagonist ist ja der Gegenspieler des Protagonisten. Das kann ja auch ein Test sein oder einfach eine Hürde, die man nehmen muss. Das muss aber nicht unbedingt schlecht sein, wir sehen es eher als die Chance des Protagonisten, sich irgendwann als Held beweisen zu können. Eigentlich haben wir im Laufe dieser Scheibe viele Hürden nehmen müssen, die nicht immer schlecht sind. Zum Beispiel ist Jonathan Vater geworden und er konnte deswegen nicht mit auf die „70.000 Tons“ mitfahren, weil genau in diesem Moment sein Kind zur Welt kam. Das hat ja an sich nichts Schlechtes, aber für uns kam ja erst die Frage auf, ob wir überhaupt können oder wir mit jemand anderem an der Gitarre dieses Event spielen wollen. Letzten Endes haben wir uns dafür entscheiden, aber das war z.B. für uns ein Antagonist. Wir mussten damit erst einmal klar kommen und uns die Frage stellen, ob das geht. Können Cripper mit einem anderen Gitarristen auf der Bühne stehen oder lassen wir und die Chance entgehen? Und fühlt sich Jonathan vielleicht noch blöder, wenn wir es wegen ihm nicht machen können, als wenn wir mit jemand anders fahren? Das war ja für Jonathan auch ein Druck, solche Dings spielen da rein. Du wirst ja sicherlich auch wissen, dass Bass-T die Band verlassen hat bzw. spielt er ja noch den einen letzten Gig mit und diese ganze Entwicklung kam natürlich auch nicht von heute auf morgen und hatte auch gewisse Gründe, was für Spannungen in der Band gesorgt hat.

In der Zeit sind auch Songs entstanden und wir haben das so als Prüfung gesehen. Das ist auch ein Reifeprozess, wir gehen mittlerweile mit solchen Herausforderungen auch anders um als noch 2007. Es kocht längst nicht mehr so hoch, wir nehmen die Dinge wie sie kommen und versuchen, daraus halt das Beste zu machen. Wir fahren in dem Moment auch einfach am besten damit. Das ist natürlich schade, dass Bass-T den Weg nicht mehr mitgeht, aber das ist jetzt so und wird auch so weitergehen.

The-Pit.de: Früher galt das dritte Album immer als „Make it or break it“-Album, da passt ja „Antagonist“ als Wortspiel für den Test ganz hervorragend. Du hast jetzt schon den Ausstieg von Bass-T selbst angesprochen. Da brauchen wir aber noch ein paar Details zum Wechsel, zumal er auf der Bühne ja schon ein Hingucker war.

Britta: Auf jeden Fall, ja. So viel kann ich gar nicht dazu sagen. Bass-T möchte sich gerne anderweitig orientieren, er wird jetzt auch demnächst umziehen, er wohnt dann nicht mehr in Hannover, wie das so ist. Bass-T war das jüngste Bandmitglied bei Cripper und hat natürlich deswegen etwas verzögert zu uns eine Findungsphase durchgemacht. Er war Anfang 20, als er bei uns eingestiegen ist, jetzt ist er Mitte 20 und hat natürlich in diesem Prozess irgendwie den Einstieg ins Berufsleben usw. erlebt. Jetzt will er sich einfach anders orientieren und ich glaube, dass er sich auch ein bisschen musikalisch in eine andere Richtung entwickelt hat, aber das kann man niemanden verübeln, es ist ja jetzt nicht so, dass es „den“ Grund gab, den einzigen, es war einfach so eine Entwicklung über ein Jahr vielleicht, bei dem man gemerkt hat: Eigentlich waren wir immer fünf, die in die gleiche Richtung gelaufen sind und Bass-T hat irgendwie eine ganz andere Schneise genommen und der Abstand zu uns wurde immer größer. Ein bisschen wie das Ende einer Beziehung; man hat sich eigentlich gegenseitig nichts vorzuwerfen, aber so richtig zusammen geht es dann auch nicht mehr.

Ich glaube, dass seine Erleichterung, als er es endlich ausgesprochen hatte, ziemlich groß war, wir waren auch froh, als es endlich ausgesprochen war. Man bekommt es ja mit, man will aber auch nicht selber sagen: Hör mal, was ist los, willst du aussteigen?“ - Das fällt dann ja auch schwer. Er hat es früh genug angekündigt, sodass wir noch planen konnten und dass wir jetzt auch einen Bassisten gefunden haben, den wir jetzt anlernen können und ich war halt froh und alle anderen auch, dass Bass-T die letzten Gigs noch mitgespielt hat, denen wir schon zugesagt hatten, und zwischendurch noch ein paar neue angenommen hatte, weil live spielen macht ihm ja auch weiterhin viel Spaß. Darum geht es ja gar nicht. Aber er muss ja auch irgendwie den Abschluss finden und gerade beim letzten Konzert in Hannover hat man schon gesehen, dass ihm der Abschied ganz besonders schwer fiel. Deswegen kann ich auch sehr gut verstehen, wenn er jetzt erst einmal sagt, dass er mit Cripper vorerst überhaupt nichts zu tun haben will, weil natürlich auch sehr viele schöne Zeiten einfach nicht mehr sind. Das ist Vergangenheit und wir müssen jetzt nach vorne schauen. Wenn er jetzt umzieht, dann wird er komplett dicht machen und für uns nicht mehr greifbar sein. Das ist ja auch okay, er will ja auch diesen Abschnitt abschließen und dann ist gut.

The-Pit.de: Es heißt ja auch, dass jedes Ende immer auch einen neuen Anfang in sich birgt. Man sollte jetzt nur dem Neuen auch die Chance geben anzukommen…

Britta: …für uns als Band ist das natürlich gar nicht schlecht, weil es gerade im letzten Jahr innerhalb der Band schon ein paar Punkte gab, an denen wir angeeckt sind, auch was das Songwriting angeht. Wenn man da nicht zu fünft kräftig an einem Strang zieht, dann setzen sich die Spannungen auch bei den anderen fort, wenn die Stimmung ein bisschen mies ist. Gerade da bringt natürlich jemand Neues richtig Motivation in der Band, der hoch motiviert ist, der das alles richtig geil findet und sich das gut überlegt hat, das neue Album richtig geil findet und sich auf die neuen Songs freut. Das wird einfach super. Nach außen hin hat Bass-T natürlich ein Trademark gesetzt, das muss man einfach mal so sagen und die Fußstapfen sind nicht die kleinsten, aber das ist jetzt einfach so und da kann man auch nichts anderes machen. Wir können jetzt ja auch kein Casting machen: Wir suchen auffälligen, großen, bärtigen, dreadlockigen Bassisten, das ist ja Quatsch. Erst einmal muss der Neue menschlich richtig gut zu uns passen. Wir gehen ja jetzt mit Onslaught auf Europa-Tour, da will ich auch nicht mit jedem Knilch irgendwie zwei Wochen in einem Bus verbringen, wo man sich in seiner Privatsphäre dann doch eingeschränkt fühlt, das muss einfach menschlich vor allem passen, sonst bringt das Ganze überhaupt nichts. Das muss auf der Bühne Spaß machen und der Rest wird sich einfach ergeben.

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