Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Cripper im Interview (Juli 2012)

„Früher war es etwas verkopfter, jetzt ist es mehr bauchlastiger“

Schlagzeuger Dennis

Zum Thema

The-Pit.de: Ist nicht gute Musik immer schon bauchlastig und verkopfte Musik für Musiker geschrieben worden?

Britta: Mmmmh, ja, da magst du vielleicht schon recht haben. Wir sind eine Band aus fünf gleichberechtigten Mitgliedern und auch beim Album „Devil Reveals“ war das so, dass wir viel abgestimmt haben und da sind an manchen Stellen, nicht an vielen, so Kompromisse entstanden, womit jeder leben konnte. Jetzt bei „Antagonist“ war es auf jeden Fall so, dass man auch seine Idee mal durchgesetzt und nein gesagt hat, dass man da jetzt keinen Kompromiss eingehen wolle und die Idee jetzt gut sei, dass man eine Vorstellung vom Song habe und wie er nachher klingen solle und das wir das jetzt einfach mal machen. Wir haben uns gegenseitig auch mehr vertraut, als wir das vielleicht vorher gemacht haben. Und das kommt auf jeden Fall durch das viele Livespielen, dass man dann einfach mal sagt: Okay, da hab ich gerade so nicht den Blick für und wenn jemand wirklich meint, das Riff muss gerade so sein und da darf nicht an dieser Stelle gegniedelt und gefiedelt werden, da muss man einfach durchholzen, dann haben wir uns einfach auch mal vertraut.

Man hat eine Idee konsequenter verfolgt und das tut dem Gesamteindruck des Albums gut. Die Songs sind schon recht unterschiedlich. Was ich total witzig finde ist, dass bei den Reviews, die wir bis jetzt bekommen haben, sich echt die Geister scheiden. Entweder sagen die Leute, es klingt alles gleich, oder sie sagen, dass es schon zu abwechslungsreich klinge. Es gab sogar ein Review, da meinte einer, dass wir zu abwechslungsreich seien und das deswegen alles gleich klinge. Ich habe das nicht verstanden, muss man ja auch nicht, aber das Album scheint nicht einfach erfassbar zu sein. Diese offensichtlichen „Hits“ scheinen nach dem ersten Höreindruck zu fehlen. Ganz komisch, ich weiß nicht.

The-Pit.de: Du beschreibst sehr schön dieses neue Selbstbewusstsein. Ich denke, dass der rote Faden noch immer deine Stimme über alle Songs hinweg ist, durchaus variabler als früher…

Britta: …ja, das auf jeden Fall, aber das kommt auch vom Livespielen.

The-Pit.de: Du hattest ja mit Angela Gossow (Arch Enemy) mal einen Workshop gemacht.

Britta: Ja, wir waren einmal auf dem gleichen Event, dieses „Metal And Gender“, da hat sie einen Workshop gemacht. Ich habe zwar im Publikum gesessen, aber nichts zum Workshop dazu gegeben. Wir haben natürlich geschnackt, auch mit der Sabina (Holy Moses und Doro).

The-Pit.de: Stimmbandschonend ist dein Gesangsstil eigentlich nicht, oder?

Britta: Ich weiß es nicht. Ich gehe ja regelmäßig zum Hals-Nasen-Ohrenarzt, um einfach zu gucken, ob alles in Ordnung ist. Dieser Arzt hat viele Sänger als Patienten, einer von der Musikhochschule in Hannover, und er sagt, dass meine Stimmbänder nicht anders aussehen wie bei jedem anderen Sänger auch. Man kann natürlich sehen, ob jemand seine Stimme mehr beansprucht als jemand, der als Hobby Tennisspielen hat, aber er sagt, dass es alles im Rahmen des Normalen ist. Die Stimme eines Sängers verändert sich immer im Laufe seines Lebens. Du kannst gewisse Dinge machen, um deine Stimme immer gut zu ölen, viel aufwärmen und vor dem Gig kein Alkohol trinken usw. usf. und ansonsten muss man ein bisschen in Kauf nehmen, dass es auf jeden Fall eine Beanspruchung ist, die über das normale Maß hinausgeht. Ich würde das jetzt aber nicht an diesem Gebrüllgesang festmachen. Wenn man viel singt, ist das grundsätzlich anstrengender, als wenn man nicht singt. Das ist ja bei einem Sportler genauso. Jemand, der irgendwie regelmäßig eine Sportart betreibt, beansprucht seine Gelenke und Muskeln mehr als jemand, der das nicht macht.

The-Pit.de: Im letzten Interview hatte ich dich gefragt, wie du als Frontfrau dir die ganzen Kerle vom Leib hältst, da meintest du noch, du würdest kein Deo benutzen. Wie gehst du heute vor?

Britta: Ich werde jetzt einfach alt und kann wieder Deo benutzen. Das war natürlich damals ein blöder Spruch. Keine Ahnung, es ist nicht so extrem, wie man sich das vorstellt. Die meisten unserer Fans mögen die Musik und finden dann vielleicht noch angenehm, dass vorne eine Frau steht, aber…Ich habe ja keinen Vergleich, ich war ja noch nie ein Mann, von daher weiß ich nicht, wie die sich sonst verhalten würden. Männer und Frauen verhalten sich aber gleichermaßen. Manche Fans sind halt eher so: Oh mein Gott, das ist ja die Sängerin von Cripper. Manche aber eher: Ey, krieg ich ein Autogramm auf meinen Arsch? Aber so richtig die Baggerei geht da eigentlich nicht los, das ist wirklich die Ausnahme, dass man eine E-mail mit einem kleinen Liebesgeständnis bekommt, aber das ist mehr auf der Kompliment- und Schwärmereiseite. Das ist ja weder unangenehm noch anstrengend.

The-Pit.de: Letzte Woche beim Sacred Reich-Konzert in Bochum habe ich mich mit einigen Thrashern auch über Cripper unterhalten und dort fielen immer wieder Worte wie „heißer Feger“ usw.. Deswegen hatte ich die Frage nochmals aufgegriffen.

Britta: Lustig. Ich kann da auch gar nicht wirklich abgrenzen. Es ist ja jetzt das dritte Album und ich weiß nicht, ob es für manche ein angenehmer Nebeneffekt ist oder ob sie das noch immer verwunderlich finden. Bei der „Freak Inside“ war das noch viel eher ein Thema, heute ist das einfach so, dass bei Cripper eine Frau singt, was man dann nicht immer wieder zu betonen braucht. Es wird angenehm nebensächlich. Das finde ich ganz gut.

Seite
comments powered by Disqus

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann