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ConcEptoR im Interview (April 2013)

„…die Leute merken, mit wie viel Leidenschaft wir das machen…"

Interviewpartner Hoschi

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Gerade erst gegründet, da klopfen die Oberhausener Thrasher ConcEptoR auch schon mit ihrer zweiten EP an und legen glatt eine Steigerung in der Qualitätskurve hin. Da man dem Frontmann Hoschi im Pott immer wieder über den Weg läuft, war ein Interviewtermin sehr schnell verabredet.

The-Pit.de: Christian, jahrelang hast du die Exile-Festivals organisiert und immer wieder zugebuttert? Warum der Wechsel auf die andere Seite?

Hoschi: Tja, das ist eine interessante Frage. Mit meinen Festivals ist das so eine Sache. Als ich damals mit meinem Team angefangen habe Festivals zu organisieren, war die Resonanz immer überragend. Durch ein paar Begebenheiten mussten wir allerdings auch immer mal wieder die Location wechseln und der Spirit der ersten Tage war irgendwann auch dahin. Allerdings habe ich durch die Veranstalterei unglaublich viele Menschen kennengelernt, vor allem natürlich Musiker. 2008 kamen dann einige Leute aus meinem Umfeld auf die Idee, selber eine Band zu gründen. So wurde dann das Vorgängerprojekt zu ConcEptoR ins Leben gerufen. Wie das dann halt so ist. Leute kommen und gehen und irgendwann hat sich musikalisch und persönlich so viel verändert, dass man einen Neuanfang wagt. Daraus wurde dann die Band, wie du sie hier heute interviewst. Was heisst auch schon Wechsel? Ich bin nach wie vor Teil der Szene oder meinetwegen des Undergrounds und kann meine jahrelangen Erfahrungen als Veranstalter auch prima in die Band einbringen. Somit fühlt es sich nicht wie ein echter Wechsel an. Aber ich versteh natürlich, was du mit der Frage meinst. Die langweilige und kurze Antwort ist: Es hat sich eben so ergeben.

The-Pit.de: Seit eurer Gründung im Herbst 2011 legt ihr ein gehöriges Tempo vor, was die Veröffentlichungen angeht – bisher schon zwei EPs. Stellt das für euch keinen finanziellen Kraftakt dar?

Hoschi: Der hält sich vergleichsweise in Grenzen. Klar, der aktuelle Output "FouR FinGerS" war schon nicht ganz billig, wenn man einen Strich unter die Rechnungen macht, aber immerhin konnten wir bei der Produktion vom ersten Demo "DeconCeptioN" auf Freunde und Bekannte zurückgreifen. Somit war das damals zumindest nicht so furchtbar teuer. Aber im Endeffekt: Andere gehen zu 20 Konzerten und lassen ihr Geld an der Kasse und am Merch, wir spielen dafür Konzerte und stehen dabei hinter der Kasse und hinter dem Merch. Was ich damit sagen will: Es gibt Hobbies, die billiger sind, aber es kommt ja auch Geld wieder rein und für seine Band kann man auch schon mal ein paar Euro opfern. So sehe ich das zumindest. Auch wenn mir in meiner Veranstalterzeit immer wieder von Musikern gesagt wurde: "Wir brauchen dringend gaaanz viel Gage, weil wir ja auch Kosten haben". Scheiße auch! Ich bin nicht dafür da, um euren Proberaum zu bezahlen! Ich bezahle euch, dass ihr mir den Laden voll macht. Von daher bin ich der Meinung, dass man sich nicht für allzu wichtig halten und schon gar nicht vergessen sollte, dass die absolut überwiegende Mehrheit der Bands im Pott reine Hobbyprojekte sind. Und Hobbies kosten eben Geld, so einfach ist das. Und diesen Maßstab lege ich auch an uns an.

The-Pit.de: Die erste Demo „DeconCeptioN“ ist ja mittlerweile ausverkauft und ihr bietet die drei Tracks zum kostenlosen Download an? Wie hoch war die Auflage und war eine Nachpressung keine Option?

Hoschi: Die Auflage war bei nur 100 Stück. Abzüglich Promoexemplaren bleibt da ja auch gar nicht mal soviel für den freien Verkauf über. Wir hätten trotzdem nicht damit gerechnet, dass wir in so vergleichsweise kurzer Zeit alle CDs loswerden. Klar haben wir über eine Nachpressung nachgedacht. Aber wenn, dann hätte ich drauf bestanden, dass sie ein anderes Cover bekommt oder sich irgendwie anders von der Erstauflage unterscheidet. Ich bin Plattensammler. Ich will, dass unsere Fans der ersten Stunde was Tolles und Seltenes haben. Wer am Anfang nicht zugeschlagen hat, der muss eben sehen, woher er die Scheibe bekommt. Aber da die Songs ja mittlerweile, wie du schon sagst, alle zum freien Download auf unserer Homepage stehen, sollte sich die Trauer darüber bei den meisten in Grenzen halten. Warum wir dann keine zweite Auflage mit anderem Cover gemacht haben? Ganz einfach: Die Songs auf der ersten Demo waren schon bei den Recordings nicht die Neuesten und haben im Prinzip damals schon nicht mehr das wiedergegeben, was uns ausgemacht hat oder immer noch ausmacht. Wir haben halt die Chance ergriffen, eine Bestandsaufnahme unserer allerersten Songs zu machen. Gleichzeitig war das aber auch schon so eine Art Abschluss mit dieser ersten, frühen Phase der Bandgeschichte. Wenn du dir "FiGhT ON" vom Demo direkt vor "MarY" von der aktuellen Scheibe anhörst, dann weist du was ich meine. Und "FiGhT ON" war schon das härteste Stück auf der Scheibe. Außerdem wollten wir auch lieber neues Material aufnehmen als uns mit dem alten Zeug aufzuhalten. Das klingt irgendwie so, als würde ich mich für das erste Demo schämen, oder? Das tue ich nicht, ich höre mir die Songs immer noch gerne an und gerade "FiGhT ON "ist auch nicht aus unserer Live-Setlist wegzudenken, aber wir haben uns einfach enorm entwickelt und das wollten wir zeigen und ich denke, das haben wir auch gemacht.

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