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Blood God im Interview (November 2012)

Von Warhammer, Blut, Titten und AC/DC

Das Cover zu No Brain, But Balls

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The-Pit.de: Der große Unterschied ist, dass man die Texte bei Blood God viel besser versteht.

Thomas: Das ist bestimmt so. Es kann gut sein, dass man sich dadurch eher mit den Lyrics auseinandersetzt.

The-Pit.de: Die Texte zu "Hard Rock Party Bus" und "Hangover From Hell" scheren ein wenig aus dem Kontext der Scheibe aus, da sie, zumindest in meiner Interpretation, das Tourleben beschreiben. Liege ich da richtig?

Thomas: Ja klar. Das sind zwar keine Tatsachenberichte, aber die Gedankegänge kommen natürlich vom Tourleben und von Auftritten und den Partys danach. Ich bin seit zwei Jahren nun als Single unterwegs und immer auf Achse. Mein Leben ist dementsprechend chaotisch (lacht).

The-Pit.de: Warum hast du zwei Versionen mit verschiedenen Vocals von "No Brain But Balls" gemacht?

Thomas: Das war eine spontane Entscheidung. Der Aufwand war minimal und ich musste mich praktisch gesehen nur noch einmal ans Mikro stellen. Wer mag, der soll sich die Scheibe anhören und wer nicht, der halt nicht. Es ist einfach eine Bonus CD.

The-Pit.de: Näherst du dadurch nicht Debauchery und Blood God sehr nahe aneinander an?

Thomas: Für eine direkte Annäherung ist doch die Musik von Blood God viel zu soft. Debauchery-Fans könnten die Scheibe ganz cool finden weil sie den typischen Gesang auf der Bonus CD vorfinden. Ich glaube sowieso, dass viele Debauchery-Hörer unter den Käufern der CD sein werden.

The-Pit.de: Wer hat denn die Platte aufgenommen?

Thomas: Aufgenommen hat die Scheibe Dennis Ward. Da sind wir dann auch zum Reamping und für die Schlagzeugaufnahmen in einem Studio. Allerdings ist zu dem Zeitpunkt, an dem wir ins Studio gehen, schon sehr viel vorproduziert. Wir halten uns dort also in der Regel nicht lange auf. Ich muss also meine Songs in einem recht engen Zeitplan einspielen. Das ist aber gar nicht so schlecht, denn wenn man zu lange an irgend etwas herumbastelt, dann wird es irgendwann schlecht.

The-Pit.de: Ich gehe jetzt einfach davon aus, dass du privat auch viel Hard Rock hörst. Hast du eine Lieblingsband oder –epoche?

Thomas: Die Lieblingsbands sind ganz klar AC/DC und Judas Priest. Bei Judas Priest fasziniert mich vor allem, dass die Band praktisch immer experimentiert hat. Da gibt es keine zwei Alben, die gleich klingen.

The-Pit.de: Dafür wurden sie aber auch regelmäßig verurteilt und regelrecht gerichtet.

Thomas: Ja, immer und immer wieder wurden die Platten zerrissen. Ich frage mich dann immer, was denn da los ist, denn viele Schreiberlinge kamen bei so manchem Album nur immer wieder zur gleichen Frage. Und zwar „Warum ist die Scheibe nicht wie Painkiller?“ Na ja Leute, es ist nun mal nicht „Painkiller“. Es ist ein neues Album mit neuen Ideen. De facto haben sich Judas Priest über all die Jahre aber ja trotzdem bewährt. Ein Manko ist mir aber aufgefallen. Priest spielen gar nichts mehr live aus der Ripper-Zeit. Da sind Maiden viel cooler und entspannter.

The-Pit.de: Du lebst nun schon seit einiger Zeit vegan. Bist du nach wie vor davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist?

Thomas: Da ist dir ein Fehler unterlaufen. Ich bin Vegetarier. Zum Veganer hat es noch nicht gereicht. Damit bin ich selbst noch nicht ganz zufrieden, aber vielleicht wird es ja noch. Ich trage zum Beispiel auch noch Lederschuhe und Lederkleidung. Ob ich mir noch mal welche kaufe, weiß ich noch nicht, aber ich besitze noch welche. Als Veganer würde man ja solche Produkte gar nicht erst kaufen.

The-Pit.de: Das sind ja sehr strenge Regeln

Thomas: Ja, und es ist auch gar nicht so einfach, denn tierische Produkte sind in so vielen Artikeln, wenn auch nur in geringen Mengen oder sehr versteckt, enthalten. Da ist es gar nicht so einfach, wirklich alles zu berücksichtigen. Da muss man sich schon echt Gedanken drüber machen. Da gibt es inzwischen Geschäfte, die sämtliche Artikel aus Lederimitat anbieten, die genau wie richtige Lederkleidung und nicht nach irgendwelchen Ökofetzen aussehen. Ich will nicht rumlaufen wie ein Späthippie (lacht).

The-Pit.de: Mit den Kunststoffklamotten ergibt sich aber zwangsläufig das Plastikproblem. So umweltverträglich sind die ja auch nicht.

Thomas: Manchmal ist das alles wirklich schwierig und es gibt auch keinen Standardweg in dieser Frage. Da muss sich jeder selber Gedanken machen und entscheiden, wie er sein Leben leben möchte. Bei mir ist es so, dass der vegetarische Weg der minimalistische Weg ist. Wenigstens kein Fleisch zu essen, das ist das mindeste, was ich tun möchte.

The-Pit.de: Du entwirfst Miniaturfiguren. Das ist ja ziemlich geil. Wie bist du denn dazu gekommen?

Thomas: Ich stehe schon seit Ewigkeiten voll auf solche Figuren. Meine ersten hatte ich in der zweiten Klasse. Seitdem baue ich solche Figuren um, ich entwerfe selber welche und ich sammle sie mit Leidenschaft. Ich spiele schon seit ewiger Zeit Warhammer und Warhammer 40000. Durch meine Musik und die Coverartworks haben sich bestimmte Kontakte ergeben, die mir hier nun zugute kommen. Ich kenne da ein paar Franzosen, die sind sehr gut und haben mir das Killerbeast gebaut. Meine erste Sonderanfertigung war allerdings der Butcher Of Bitches. Ein neues Projekt ist schon wieder in Auftrag, aber da muss ich jetzt erst noch sehen, wie das wird. Finanziell zahlt sich das natürlich nicht aus, aber es ist halt so ein cooles Hobby.

The-Pit.de: Du kommst viel rum und siehst dementsprechend viel. Wie schätzt du die momentane deutsche Metalszene ein?

Thomas: Keine Ahnung. Ich fühle mich nicht als Teil irgendeiner Szene. Meine Bands sind beide sehr eigenständig und haben auch keinen zu großen Kontakt zu irgendwelchen Szenen. Vielen der moderneren Stilrichtungen des Metals kann ich gar nichts abgewinnen und für den klassischen Metal, den ich gerne höre, gibt es kaum eine Szene.

The-Pit.de: Danke Thomas für deine Zeit. Was erwartet die Hörer denn als nächstes aus dem Hause Blood God und Debauchery?

Thomas: Mit Debauchery bin ich ja eh schon unterwegs und mit Blood God plane ich gerade noch. Es wird aber Shows geben. Am Nachfolger zu "Carnage", dem Buch zu Debauchery arbeite ich auch noch gerade. "Carnage II" wird auch bald auf dem Markt sein. Man sieht also, es wird nicht ruhig. (lacht)

Thomas Gurrath erweist sich während des Gesprächs als sehr aufgeschlossener und überlegter Gesprächspartner, mit dem es auch nicht schwer fällt, vom eigentlichen Thema abzudriften und sich in Fachsimpeleien über völlig andere Themen zu verlieren. 

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